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Klebrige Hähnchenflügel mit scharfer Chilli-Sauce {nach Nigel Slater}

Rezept für klebrige Hähnchenschenkel nach Nigel Slater

Bei der Kombination süß-sauer-scharf werde ich gerade immer schwach. In letzer Zeit tendiere ich sogar wieder dazu, gezielt Gerichte mit dieser Kombination auf meine elend lange Nachkochliste zu schreiben. Eine Zeitlang konnte ich das Süß-Saure gar nicht mehr sehen, jetzt hat es mich wieder ganz fest am Wickel. Wenn es dann noch karamellisiert, ein bisschen klebrig ist, am liebsten mit den Fingern gegessen werden soll, dann bin ich sofort Feuer und Flamme.

Das heutige Gericht ist so ein Volltreffer in Sachen süß-sauer-scharf und klebrig, wobei es für meinen Geschmack noch klebriger sein dürfe. Aber diesbezüglich habe ich auch einen leichten Knall, der ignoriert werden darf. Letztlich sind die Hähnchenflügel mit einer Knaller! süß-sauer-scharfen Chilli-Sauce schon sehr, sehr lecker. Habe ich die Sauce schon erwähnt? Die rockt wie Sau!

Das Rezept stammt von Nigel Slater aus seinem wunderbaren Kochbuch “Das Küchentagebuch: Mit 250 Rezepten durch das Jahr.” Ich bin mittlerweile großer Fan von Nigel Slater und zähle das Kochbuch zu meinen absoluten Lieblingen. Das erste Kochbuch das ich auch lese, wenn ich nicht gezielt nach Rezepten suche. So interessant sind die kleine Geschichten darüber, wie die Gerichte entstanden sind oder warum Nigel bestimmte Zutaten kombiniert. Der Mann liebt das Kochen und gutes, einfaches Essen und kann großartig darüber schreiben.

Klebrige Hähnchenschenkel mit scharfer Chilli-Sauce

Das Rezept von Nigel habe ich schon vor einigen Wochen an Hähnchenunterkeulen ausprobiert und wusste somit das es ziemlich lecker werden würde. Bei den Unterkeulen wurde die Haut jedoch nicht durchgängig braun, was mich etwas störte.

Hähnchenunterkeulen mit Chilli-Sauce
Die Unterkeulen waren auch sehr lecker, aber die Haut ist leider nicht so gut gelungen.

Hähnchenflügel sind in diesem Fall wesentlich besser geeignet und sie sahen nach dem Backen im Ofen auch entsprechend schöner aus. Perfekt waren sie nicht, weil die Haut nicht superknusprig wurde. Sie war längst nicht so weich wie bei den Unterschenkeln einige Wochen zuvor, aber eben auch nicht knusperknusprig. Das ist immer schade, Geflügel braucht knusprige Haut.

Deswegen gleich mal eine Frage an meine Leser da draußen; wie bekommt ihr die Hähnchenhaut im Ofen richtig knusprig? Geht das überhaupt, bei marinierter Haut? Ich bin für alle Tipps dankbar, also bitte raus damit!


Zubereitung • Klebrige Hähnchenflügel mit scharfer Chilli-Sauce {nach Nigel Slater} •

Für die Marinade das Öl, Sojasauce, Limettensaft und die Fischsauce in eine Schüssel geben und gut miteinander verrühren. Alternativ kannst du die Zutaten auch in ein Schraubglas geben und das Glas gut schütteln. Es sollte allerdings wirklich dicht sein, gaaaaaaanz wichtiger Tipp! Ich musste mich nach der Zubereitung der Marinade erstmal umziehen und das Gesicht waschen.

Den Knoblauch schälen und pressen (Alternativ geht auch fein würfeln.) und das Zitronengras mit der Messerrückseite anklopfen und in 3-4 Stücke schneiden. Nigel hackt es ganz fein, aber das ist nicht so mein Ding. Ich mag nicht so gerne auf Zitronengrasstücke beißen.

Das Zitronengras, den Zucker und den Ingwer in die Schüssel / Glas geben und noch einmal gut vermischen. Die Hähnchenflügel in einen Gefrierbeutel geben, die Marinade in den Beuten gießen, den Beutel schließen und alles gut miteinander vermischen. Das Hähnchen am Besten über Nacht in den Kühlschrank geben, ansonsten mindestens 1 Stunde marinieren lassen.

Für den Dip den Ingwer schälen und fein reiben sowie die Chillischoten halbieren und fein würfeln. Wer mag verwertet die Kerne in diesem Fall mit, für die Extraportion Bumms. Nigel empfiehlt das sogar. Ich bin aber ein Mädchen und bereite die Sauce ohne die Kerne zu, ist mir immer noch scharf genug.

Die Fischsauce, das Wasser, Reisessig und den Zucker in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Den Ingwer hinzufügen, die Hitze reduzieren und die Sauce köcheln lassen, bis sie leicht andickt. Dann abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen die Chilliwürfel, die Sojasauce und den Limettensaft zufügen und gut unterrühren.

Den Backofen auf 200° Grad Ober- und Unterhitze vorheizen und die marinierten Hähnchenflügel in eine Backform bzw. einen Bräter legen (ohne Marinade-Reste). Die Form in den Ofen geben und für ca. 30 Minuten backen, bis die Haut leicht goldbraun geworden ist. 2-3 EL vom Chilli-Dip über das brutzelnde Hähnchen geben und den Rest der Sauce mit den Flügeln servieren.

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Rezept Zutaten für 8-10 Flügel • Zubereitungszeit ca. 50 Minuten • Marinierzeit über Nacht

Für die Hähnchen-Marinade:

  • 1 EL leichte Sojasauce
  • 1 EL Limettensaft
  • 1 EL Fischsauce
  • 1 EL Pflanzenöl
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 gestrichener TL Zucker
  • 1 Stängel Zitronengras

Für den Dip:

  • 3 EL Fischsauce (Nam pla)
  • 3 EL Reisessig
  • 6 EL Wasser
  • 6 EL Zucker
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer
  • 2 große scharfe Chillischoten
  • 1 TL leichte Sojasauce
  • Saft von 2 Limetten

7 Kommentare zu “Klebrige Hähnchenflügel mit scharfer Chilli-Sauce {nach Nigel Slater}

  1. Die letzten 3-5 Min stell ich die Auflaufform bzw das Blech unter den Ofengrill und erhöhe die Temperatur. Damit wird die Haut schön knusprig LG Julia
    • Ich habe bei der Grillfunktion immer Angst das es dann trocken wird. Aber eigentlich machen 2-3 Minuten nicht viel aus, oder? LG Malte
  2. Einfach kurz unter den Grill schieben. Aber nur kurz sonst wird die Haut schwarz. Viele Liebe Grüße, Claudia
  3. Sieht Top aus!!
  4. Kleiner Korrekturhinweis: Bei der Zutatenliste für den Dip fehlt die Chilischote. :-) Um die Haut knuspriger zu bekommen, muss man vermutlich die Marinade gut abtupfen, spekulier ich als Hähnchentheoretiker... :-)
  5. Hmmm, meaglecker! Ich habe die Chili-Saice nachgemacht. Meine erste Chili-Sauce überhaupt. Wirklich geil! Hier hätte es für mich wiederum ein Tick mehr salzige Fischsauce sein dürfen. Dem Zucker habe ich sofort noch einen Esslöffel Essig hinterhergeworfen. Dieser Slater hat vermutlich gar keine Geschmacksknospen mehr. Anders kann ich nicht nachvollziiehen, wie man auf die lebensgefährliche Idee kommen kann, die Kerne einer ganzen Chilischote mit kleinzuhacken... :blink: Ich habe am Ende das Feintuning der Schärfe lieber mit Chiliflocken eingestellt. Wozu ich die Sauce brauchte? Zum Reste verwerten. Ich hatte noch ein paar Garnelen, einen Rest gebratenes Schweinefilet und eine angebrochene Tüte Spinatspätzle. Also habe ich ein Frühlingszwiebeln und paprika in feine Streifen geschnitten und in ein wenig Erdnussöl angebraten, Knobauch dazu, dann die Garnelen und den in feine Scheiben geschnittenen Braten. Curry, Paprika, Koriander :rocka: und zum Schluss noch etwas Butter. Durchschwenken mit den abgetropften Spätzle und dann die Sauce dazu. Gute Sache.
  6. In der neuen "essen & trinken. Für jeden Tag" fiel mir gleich ein Linsensalat ins Auge. Spontan dachte ich, zu dem passt die Chili-Sauce auch. Und tatsächlich wird der Salat mit industrieller süß-scharfer Chilisauce angemacht. Linsen, Möhren, Gurke, Aprikose, Eisbergsalat, gehackte gesalzene Erdnüsse - dazu passt die Sauce auch perfekt.

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