Darf man chinesischen Kellnern bzw. Köchen eigentlich Kloppe androhen oder sollte man davon lieber Abstand nehmen, weil die alle irgendwie kampfsportmäßig unterwegs sind? Ich frage deshalb, weil im einzig annehmbaren Chinarestaurant in meiner Ecke der Kellner, der gleichzeitig auch der Koch ist, jedes Mal dermaßen angepisst durch die Gegend läuft, es ist nicht mehr feierlich.

Schon bei meinem ersten Besuch ging der mir so dermaßen auf die Kette. Ich hatte bei ihm eine Pho-Suppe mit Entenfleisch bestellt und die Suppe war wirklich der Hammer. Der Kellner hatte sich allerdings offensichtlich vorgenommen, während meines Besuchs kein Wort mit mir zu wechseln. Er hatte mich nicht begrüßt, er nahm meine Bestellung nur nickend und schweigend auf und beim Servieren und Kassieren umwehte ihn ein eiskalter Mantel des Todes. Ich musste meine Frau erstmal fragen, ob ich mir das gerade einbilde oder ob mich der Kellner wirklich hasst? »Nö, ist keine Einbildung!«

Würzige Brühe, Glasnudeln und klebriges Hähnchen - Pho Suppe

Super. Egal, ich habe mir nix dabei gedacht und jeder kann ja mal einen schlechten Tag haben, also Schwamm drüber.  Aber auch bei den nächsten Besuchen war der Typ ständig angenervt und mürrisch und mundfaul. Ich kann noch so freundlich sein, der guckt mich an als hätte ich seine fünf Töchter nacheinander geschwängert und verlassen. (Keine Sorge, das ich habe ich natürlich schon überprüft.)

Haaaaaallo? Ich will hier Geld ausgeben, cash in the täsch, nu freu dich doch mal! Und falls Freude gerade aus ist, sprich doch wenigstens mal! Sag mal ein Wort, muss ja nicht gleich in Small Talk ausarten, aber wie wäre es mit so etwas einfachem wie „Hallo“ oder „Guten Tag“. Nix, keine Chance.

Tolle Pho Suppe nach Nigel Slater

Am Anfang dachte ich noch, ich könnte ihn mit Trinkgeld aus der Reserve locken und war 1-2 Mal besonders großzügig. Ja, von wegen. Das ist dem wirklich scheißegal. Der guckt dich immer gleich angeödet an, der arme Mann. Er muss da schon den ganzen Tag in der Küche stehen und kochen und dann kommen auch noch Gäste und bestellen etwas bei ihm. Geht ja gar nicht.

Der ist echt der unfreundlichste Mensch, der mir jemals begegnet ist. Was natürlich super ist, wenn man ein Restaurant führt. Aber die Pho Suppe, die ist halt echt ein Knaller, sonst könnte der olle Kackvogel mich schon längst mal kreuzweise. Natürlich gebe ich trotzdem immer noch Trinkgeld, sonst würde ich mich irgendwie schlecht fühlen. Das ist auch sehr beknackt, aber so bin ich. Bisschen doof, aber auf die gutmütige Art. Immerhin.

Warum ich dir das erzähle? Weil ich gerade an den Stinker denken muss, während ich in der Küche stehe und mir selbst eine vietnamesische Pho Suppe mit Brathähnchen zubereite. Das Rezept stammt mal wieder von Nigel Slater, meinem persönlichen Kochgott.

Eat: Das kleine Buch der Fast-Food-Küche
Von Slater, Nigel (Autor), Lovekin, Jonathan (Fotograf), Blind, Sofia (Übersetzer)
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Ich besitze alle Kochbücher von Nigel und der Mann hat mich noch nie enttäuscht. Seine Gerichte sind immer unkompliziert, benötigen wenige Zutaten und schmecken trotzdem immer großartig. Der Mann kann es einfach!

Seine Pho Suppe ist eine fixe Variante der Suppe und die Brühe für die Suppe kommt aus dem Glas. Für das Hähnchen werden Hähnchenkeulen “asiatisch„ mariniert und vorab im Ofen gebacken, so dass sie richtig schön klebrig-süß werden.

Eine leckere Pho Suppe die easy peasy gemacht ist.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass die Pho Suppe von Nigel nicht mit der Pho Suppe von Kollege Stinkstiefel mithalten kann. Die Brühe von Nigel ist zwar durch den Zusatz der wenigen Gewürze lecker aromatisch, aber die Brühe von „Wer lacht, der stirbt“ ist gigantisch. Fleischig, gemüsig, reichhaltig, aber auf eine angenehme Art, lohnt sich der Besuch wirklich alleine wegen der Weltklassebrühe. Da kann eine Suppe mit Hühnerfond aus dem Glas niemals mithalten, aber für eine fixe easy peasy Pho-Suppe schmeckt Nigels Süppchen schon richtig gut.

Hast du auch schon mal Bekanntschaft mit so richtig unfreundlichen chinesischen Kellern gemacht, oder habe ich den „Sonnenschein“ exklusiv? Meidest du ein Restaurant, wenn die Bedienung besonders unfreundlich ist oder ist dir das Wurscht, solange das Essen gut ist? Gibst du auch immer zumindest ein wenig Trinkgeld, auch wenn du nicht total zufrieden warst?

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Bis demnächst mal wieder,

Malte.

Portionen 2 Portionen

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Vietnamesische Pho Suppe mit Brathähnchen {easy peasy zubereitet}

40 minGesamtzeit

Recipe Image

Zutaten

2 Hähnchenkeulen

1 EL dunkle Sojasauce

1 EL Honig

1 EL Fischsauce

1 EL Mirin

1 rote Chillischote, fein gehackt

100 g breite Reisnudeln

800 ml Hühnerfond

6 Scheiben Ingwer

2 EL Limettensaft

3 Sternanis

2 kleine Pak Choi

schwarzer Pfeffer

Zubereitung

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  1. Den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen und in einem Messbecher oder eine kleine Schüssel 1 EL dunkle Sojasauce, 1 EL Honig, 1 EL Fischsauce und 1 EL Mirin sowie 1 gehackte rote Chilischote miteinander verrühren.
  2. Die Hähnchenkeulen in eine Auflaufform legen und die Marinade über die Keulen geben und die Keulen damit einreiben. Die Auflaufform in den vorgeheizten Ofen geben und ca. 25-30 Minuten backen, dabei zwischendurch die Keulen mit der Marinade bepinseln. Nach 25-30 Minuten sollten die Keulen schön klebrig, leicht dunkel und gar sein. Aus dem Ofen nehmen und das Fleisch vom Knochen lösen und bis zum Servieren warm halten.
  3. In der Zwischenzeit die Glasnudeln in eine Schüssel geben, mit kochendem Wasser übergießen und einige Minuten ziehen lassen. In einem Topf 800 ml Hühnerfond mit 6 münzgroßen Scheiben (ungeschältem) Ingwer, 2 EL Limettensaft sowie 3 Sternanis aufsetzen und kurz vor dem Kochen einige Pak Choi Blätter hineingeben und 2 Minuten garen lassen.
  4. Die Nudeln abgießen, auf 2 Schüsseln verteilen und die Schüsseln mit Brühe auffüllen und leicht pfeffern. Das Hähnchenfleisch auf die Suppe legen und die Suppe sofort servieren.
7.8.1.2
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https://www.malteskitchen.de/vietnamesische-pho-suppe-mit-brathaehnchen/

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