Vor einiger Zeit habe ich eine Folge von Kitchen Impossible gesehen, in der Tim Mälzer den Rotkohl von Andreas Caminada nachkochen musste. Der Schweizer Starkoch ist mit 3-Michelin-Sternen ausgezeichnet und Tim Mälzer fand seinen Rotkohl geradezu magisch. Ich wollte das Rezept für den Rotkohl unbedingt mal ausprobieren und teile es heute gerne mit dir!

Natürlich nehme ich das Ergebnis vorweg und kann mich Tim Mälzer nur anschließen. Magisch ist vielleicht etwas übertrieben, aber der Rotkohl ist schon verdammt gut im Geschmack. Unheimlich rund und vollmundig, mit einem schönen Spiel aus Säure, Süße und Frucht und natürlich warmen Aromen wie Zimt und Sternanis. Wirklich lecker!
Normalerweise koche ich Rotkohl eher selten selbst und greife überwiegend zur Dose oder Tüte. Ich mag den Rotkohl aus der Dose, den man ganze easy mit ein paar Handgriffen verfeinern kann. Der bereits vorgekochte Rotkohl ist eben auch schnell zubereitet, was mir manchmal auch ganz gelegen kommt. Ab und zu nehme ich mir aber auch die Zeit und bereite den Rotkohl frisch zu, häufig natürlich an Weihnachten.

Die wichtigsten Zutaten für den Rotkohl
Auf das Rezept von Andreas Caminada war ich so gespannt! Ich habe ungewöhnliche Zutaten erwartet, aber in seinem Rotkohl ist nichts enthalten, was nicht auch schon in Omas Rotkohl hätte sein können. Für das Rezept brauchst du u.a.:
- Rotkohl und Zwiebeln – einen großen, knackigen Kohlkopf.
- Apfel und Apfelsaft – Ich liebe Äpfel im Rotkohl!
- Portwein und Rotwein – ich habe beides auch schon häufiger in meinem Rotkohl-Rezept verwendet und es gibt dem Rotkohl einen festlichen Touch.
- Gewürze – ein paar weihnachtliche Gewürze gehören in jeden Rotkohl. Zimt, Sternanis, Lorbeer, Wacholder, Nelke und Pfefferkörner.
- Weißer Balsamico – der nicht mitkocht, was mich überrascht hat. Er wird zum Abschmecken benutzt und gibt dem Rotkohl eine feine, spritzige Säure.
- Preiselbeerkonfitüre – Wird ebenfalls zum Abschmecken verwendet und gibt dem Rotkohl eine so wunderbar fruchtige Note.
Die genaue Zutatenliste samt Mengenangaben findest du wieder am Ende dieses Beitrags. Dort kannst du dir das Rezept auch ausdrucken lassen.

Was ist bei der Zubereitung des Rotkohls zu beachten?
Die Zubereitung von Caminadas Rotkohl ist einfach, was man beim Rotkohl ja auch erwarten sollte, aber sie braucht etwas Geduld und Vorbereitung. Der Rotkohl wird nämlich im Port- und Rotwein über Nacht mariniert. Für mich ist das Wichtigste bei der Zubereitung:
- Der Rotkohl sollte sehr, sehr fein geschnitten werden. In Julienne! Das geht natürlich auch mit einem guten Hobel, wenn man mit dem Messer nicht so hauchfein schneiden kann.
- Der Rotkohl wird nach dem Marinieren in Butter angebraten und das verstärkt das Aroma des Rotkohls und verleiht ihm einen schönen Glanz.
- Die Garzeit kann zwischen 90 und 120 Minuten variieren und hängt ein wenig davon ab, wie bissfest du den Rotkohl kochen möchtest. Ich finde, in diesem Fall sollte er sehr, sehr weich sein. Das macht ihn so wunderbar schlotzig.
- Die Menge an Gewürzen ist knapp bemessen. Ich vermute, Herr Caminada benutzt Gewürze in einer sehr hohen Qualität. Ich habe die Menge an Zimt, Wacholder sowie Nelke etwas erhöht im Vergleich zum Originalrezept.
- Am Ende wird mit Balsamico Essig, Preiselbeerkonfitüre, Salz und Pfeffer abgeschmeckt und hier kann man keine festen Mengenangaben machen. Abschmecken ist etwas sehr Individuelles und du entscheidest allein darüber, wie z.B. fruchtig dein Rotkohl schmecken soll.
Du kennst noch weitere Zubereitungstipps, die hier fehlen und die für meine Leser interessant wären? Dann schreibe mir doch einen Kommentar!


Super! Anders kann ich das nicht sagen. Das ist ein richtig leckerer, vollmundiger, runder und schlotziger Rotkohl. Er hat eine feine Weinnote, ohne auch nur im Geringsten nach Alkohol zu schmecken. Am nächsten Tag schmeckt er nochmal besser!
Ich muss sagen, der „Aufwand“ hat sich gelohnt. So viel Aufwand ist es auch gar nicht, man muss eben den Tag Vorbereitung mit einplanen und dann geht das schon. Man wird auf jeden Fall mit einem tollen Rotkohl belohnt. Ich bin gespannt, wie er dir schmecken wird.

Wenn dir mein Rezept gefallen hat, freue ich mich über einen Kommentar und auch über eine Bewertung. Dazu klickst du einfach auf die Sternchen in der Rezeptkarte. Damit hilfst du mir und auch allen anderen Lesern. Vielen Dank!
Weihnachtlich lecker schmecken auch meine Entenkeulen aus dem Backofen oder der rheinische Sauerbraten. Gegen eine saftige und rosa gebratenen Entenbrust hast du sicher auch nicht einzuwenden, oder?

Feiner Rotkohl für Weihnachten | 3-Michelin-Sterne
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Rezept Zutaten
- 1 Rotkohl
- 400 ml Portwein
- 200 ml Rotwein
- 200 ml Apfelsaft
- 2 Nelke
- 1 Zimtstange
- 2 Sternanis
- 3 Wacholderbeere
- 2 Lorbeerblätter
- 1 TL Schwarze Pfefferkörner
- Preiselbeerkonfitüre
- 1 kleine Gemüsezwiebel
- 1 Apfel
- 30 g Butter
- Salz
- 1 EL Zucker
- Weisser Balsamico
Rezept Zubereitung
- Den Rotkohl vierteln, den Strunk herausschneiden und den Rotkohl in feine Julienne schneiden. Den Rotkohl mit 1 1/2 TL Salz und 1 EL Zucker vermengen und 30 Minuten stehen lassen.
- Die Zwiebeln sehr fein würfeln und den Apfel schälen und reiben. Apfel und Zwiebel zusammen mit dem Portwein, Rotwein und Apfelsaft zum Rotkohl geben und gut durchkneten.
- Die Gewürze in ein Säckchen packen und zum Rotkohl geben. Den Rotkohl zugedeckt über Nacht kalt stellen.
- Den Rotkohl in ein Sieb geben und den Saft auffangen!
- Den Rotkohl in Butter andünsten und mit der Flüssigkeit ablöschen. Gewürze im Säckchen wieder zufügen und den Rotkohl ca. 90 bis 120 Minuten bei kleiner Hitze schmoren. Ab und zu umrühren.
- Sobald die gewünschte Konsistenz erreicht wurde, Gewürze entfernen und den Rotkohl mit Balsamico, Preiselbeerkonfitüre, Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.
Ungefähre Nährwerte pro Portion
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Das Rezept klingt richtig lecker, ich würde aber gerne den Wein weg lassen, womit würdest du den ersetzen? Ist ja schon entscheidend 🤔 LG Andrea
Ich bin ganz ehrlich, Andrea, wenn du keinen Rotwein und keinen Portwein benutzen kannst oder möchtest, dann würde ich das Rezept nich kochen. Die beiden Weine machen ja den Charakter des Rotkohls aus, die kannst du nicht weglassen oder ersetzen.Du kannst es mit alkoholfreien Varianten probieren, aber da habe ich keine Erfahrung und weiß nicht, wie das schmecken wird. 🙂
Meine Oma geboren 1898 und später auch meine Eltern haben immer eine gute Scheibe bauchspeck dazu gemacht Zwiebeln nur geviertelt zwei bis drei Äpfel und auch eine Birne dazu gelegt und drei bis fünf lorbeerblätter reingelegt mit Rotwein mindestens eine halbe Flasche verfeinert und ca 2 Stunden gekocht ich liebe ihn
Klingt auch nach einer ganz wunderbaren Variante, Mo. 🙂