Leckeres ungarisches Gulasch

Ungarisches Gulasch mit Paprika

Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, im Herbst ein paar echte Klassiker zu kochen und auf meinem kleinen Blog zu verewigen. Ich habe natürlich schon ein paar klassische Rezepte hier verbloggt, aber es fehlen noch ganz, ganz viele Gerichte, die in meiner Küche nicht wegzudenken sind. Mein leckeres ungarisches Gulasch mit Paprika zum Beispiel, das ich dir heute wärmstens ans Herz legen möchte.

Ungarisches Gulasch

Ein schönes ungarisches Gulasch mit butterzartem Fleisch und einer sämigen Sauce, ist einfach ein wundervolles Gericht. Wer gerne Fleisch isst, für den gehört ein Rindergulasch ganz sicher zu den Highlights überhaupt. Man kann ein leckeres Rindergulasch auf so viele verschiedene Arten zubereiten und mein heutiges Gulasch Rezept ist vom klassischen ungarischen Gulasch inspiriert.

Wenn ich richtig informiert bin, dann wird beim klassischen ungarischen Gulasch das Fleisch allerdings nicht vorab angebraten. Das soll dafür sorgen, dass die Sauce nicht zu dunkel wird und eher rötlich bleibt. Das ungarisches Gulasch ist ja auch für seine schöne Paprikanote bekannt, die u.a. durch viel Paprikapulver kommt, das die Sauce rötlich färbt. Überhaupt wird in der tollen ungarischen Küche immer mit viel Paprika gekocht.

Butterzartes Fleisch in sämiger Sauce.

Mein ungarisches Gulasch Rezept unterscheidet sich aber dahingehend auf jeden Fall vom Original-Rezept, weil ich das Fleisch richtig schön dunkel anbrate. Mein Gulasch ist also eher ein Gulasch ungarischer Art, aber ein sehr Leckeres! Ich bin bekanntermaßen ein großer Freund von Röstaromen, weil die natürlich den herzhaften Geschmack noch intensivieren. Und ich liebe herzhaftes Essen sehr.

Es gibt aber generell viele Gulasch Rezepte, bei denen das Fleisch nicht angebraten wird und das machen sogar Spitzenköche so, wie z.b. ein Johann Lafer. Insofern hat das mit Sicherheit auch seine Berechtigung. Aber ich brate das Fleisch trotzdem an, weil ich das von Mama so abgeschaut habe. „Gulasch und Rouladen muss immer man kräftig anbraten, sonst schmeckt das nicht!“ würde meine Mutter jetzt sagen.

Ich verwende für mein ungarisches Gulasch Rindfleisch aus der Schulter, weil sich das sehr gut zum Schmoren eignet. Dabei finde ich es immer wieder total erstaunlich, wie sich ein eigentlich recht zähes Stück Fleisch durch eine lange Schmorzeit in ein butterzartes Stück verwandelt. Allerdings muss man dem Fleisch auch wirklich seine Zeit geben, bis es schön zart ist. Ich werde ganz oft bei Schmorgerichten gefragt, warum das Fleisch immer noch ein bisschen zäh war und das liegt fast immer an einer zu kurzen Schmorzeit. 

Die Zeitangaben in einem Rezept sind grundsätzlich nur als ungefähre Angaben zu verstehen und jedes Stück Fleisch ist anders. Auch die Temperatur im Topf oder Bräter ist nicht immer gleich und kann auch schon mal schwanken und deshalb sollte man auf jeden Fall probieren, bevor man das Fleisch vom Herd nimmt. Es ist fertig, wenn es zart ist und zerfällt und nicht wenn im Rezept steht, Kochzeit 2 Stunden.

Heute koche ich eine eher unkomplizierte Variante vom ungarischen Gulasch und brate das gewürfelte Fleisch direkt in einem Bräter in etwas Butterschmalz an. Man könnte die Fleischwürfel auch vorab in (gewürztes) Mehl wälzen und sie dann anbraten. Das hat den Vorteil, dass das Mehl später die Sauce leicht bindet. Schau dir das gerne mal bei meinem Rezept für das superzarte Boeuf Bourgignon an, das wird nämlich genau so zubereitet.

Ich gehe heute aber den einfachen Weg und binde später die Sauce einfach mit ein bisschen Speisestärke ab. Man braucht davon ohnehin nur eine kleine Menge, weil die große Menge an Zwiebeln in diesem Rezept die Sauce sowieso schon sämig mitmacht.

Ein Gulasch wird mit viel Zwiebeln gekocht.

Bei der Menge an Zwiebeln nehme ich zwei Drittel Fleisch und ein Drittel Zwiebeln. Für ein ganz klassisches Rindergulasch würde ich sogar noch mehr Zwiebeln verwenden und ein Verhältnis von 50 zu 50 wählen. Zwiebeln sind für ein gutes Gulasch, für den Geschmack und die Konsistenz, unverzichtbar.

Gewürzt wird mein ungarisches Gulasch mit edelsüßem und rosenscharfem Paprikapulver, mit getrocknetem Majoran, mit ein wenig Cayennepfeffer und Kümmel. Beim Kümmel bin ich gerne großzügig weil ich finde, der Kümmel gibt dem Gulasch einen richtig schönen Geschmack.

Ungarisches Gulasch mit viel Paprika.

Neben den Zwiebeln gebe ich noch zwei rote Paprikaschoten an das ungarische Gulasch und natürlich wird das Gemüse mit Tomatenmark tomatisiert. Es wird also mit dem Tomatenmark zusammen angeschwitzt. Dieses Anschwitzen mit Tomatenmark sorgt später auch für eine schönere Farbe. Wenn man Gemüse mit Tomatenmark anschwitzt, dann ist es immer sehr wichtig, dass man so lange anschwitzt bis das Gemüse einen schönen Glanz bekommen hat. Dann ist es wirklich perfekt und wird extra lecker.

Die leckere Sauce für mein ungarisches Gulasch besteht bei mir aus Rotwein, passierten Tomaten und einem kräftigen Rinderfond. Auch wenn viele meiner Leser Kinder haben und nicht so gerne mit Alkohol kochen, gibt es bestimmte Gerichte, da gehört der Rotwein einfach dazu. Man kann heutzutage ja auch schon auf alkoholfreien Rotwein ausweichen, den gibt es eigentlich in jedem Supermarkt zu kaufen. Der Rotwein gibt dem Gericht einfach mehr Kraft und geschmackliche Tiefe und sorgt insgesamt für einen runderen Geschmack der Sauce. Ich verwende auch eine vertretbare Menge und nehme nur 250 ml Rotwein. Da greife ich aber zu einer richtig kräftigen Rotwein, wie z.b. zu einem Merlot.

Mein Gulasch kocht.

Mein ungarisches Gulasch schmort ungefähr zwei bis zweieinhalb Stunden, wobei ich es die letzte halbe Stunde meistens offen schmoren lasse. Dadurch reduziert sich die Sauce noch ein wenig und dickt automatisch noch ein bisschen an. Aber wie bereits oben erwähnt, kann es durchaus auch mal etwas länger dauern. Aber bei einem Gulasch kommt es nicht auf eine halbe Stunde mehr oder weniger an. Es sei denn, man hat ein sehr hungriges Kind zu Hause, dass alle 5 Minuten in die Küche gerannt kommt und fragt, wann es denn endlich Essen gibt. Je besser es duftet, umso häufiger kommt der kleine Schatz vorbei und guckt gierig in den Topf.

Als Beilage zum ungarischen Gulasch liebe ich Salzkartoffeln oder Nudeln, wie z.b. Tagliatelle oder Spätzle. Heute gab es Spätzle Nudeln als Beilage und das hat wirklich wieder richtig toll geschmeckt. Das ungarische Gulasch ist definitiv eines dieser Gerichte, bei denen man immer einen Nachschlag haben möchte. Immer!

Gulasch mit Spätzle.

Damit bin ich auch schon wieder am Ende und hoffe, ich konnte dir mit meinen Fotos wieder reichlich Appetit machen. Das ungarische Gulasch ist einfach ein richtig tolles Essen für die ganze Familie. Das mag wirklich jeder, ob groß oder klein.

Wie bei allen anderen Schmorgerichten auch, empfiehlt es sich hier ganz besonders eine riesige Portion davon zu kochen. Das Gulasch schmeckt am nächsten Tag noch besser! Es lässt sich aber auch ganz hervorragend einfrieren und später langsam im Topf erhitzen. So hat man ruckizucki wieder ein richtig tolles Essen auf dem Tisch stehen.

Saftiges ungarisches Gulasch.

Das sieht doch gut aus, oder? Das ist einfach leckere Hausmannskost, die jeden nasskalten Herbsttag so viel schöner machen kann. Nicht schnell gekocht, aber dafür mit viel Liebe.

Ich wünsche Dir viel Freude beim Nachkochen und natürlich einen guten Appetit. Falls dir mein Rezept gefallen hat, freue ich mich über einen Kommentar. Eine Bewertung des Rezeptes ist auch immer sehr, sehr gerne gesehen. Vielen Dank dafür.

Leckeres ungarisches Gulasch

Ungarisches Gulasch mit Paprika

Leckeres ungarische Gulasch mit Paprika. Herrliches butterzartes Fleisch in einer sämigen Sauce. Mit frischen Paprika, zweierlei Paprikapulver, Majoran und Kümmel. Ein tolles Essen für die ganze Familie.
4.6 von 9 Bewertungen
Vorbereitung 30 Min.
Koch- / Backzeit 2 Stdn. 30 Min.
Zeit Gesamt 3 Stdn.
Gericht Hauptgericht
Land & Region Deutsch
Anzahl

Personen
6

Zutaten
 

  • 1,2 kg Rindergulasch
  • 400 g Speisezwiebeln, gewürfelt
  • 4 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
  • 2 rote Paprika, in grobe Streifen geschnitten
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 EL Kümmel
  • 1 EL Paprikapulver edelsüß
  • 1 EL Paprikapulver rosenscharf
  • 1 TL Cayennepfeffer
  • 1 EL getrockneter Majoran
  • 2 getrocknetes Lorbeerblatt
  • 250 ml trockener, kräftiger Rotwein
  • 800 ml Rinderfond
  • 200 ml passierte Tomaten
  • Salz und schwarzer Pfeffer
  • Butterschmalz zum Braten

Zubereitung
 

  • Einen großen Bräter oder Topf bei mittlerer Hitze heiß werden lassen, 1-2 EL Butterschmalz hineingeben und das Fleisch rundum anbraten, bis es schöne Röststoffen bekommen hat. Das Fleisch herausnehmen und beiseite stellen.
  • 1 EL Butterschmalz in den Bräter geben und die Zwiebeln unter Rühren goldgelb anschwitzen. Den Knoblauch und die Paprika zufügen und 2-3 Minuten anschwitzen. Das Tomatenmark, das Paprikapulver, Cayennepfeffer und den Kümmel in den Bräter geben, mit dem Gemüse vermengen und 5 Minuten unter Rühren anrösten.
  • Das Fleisch wieder zurück in den Bräter geben, salzen und pfeffern. Den Rotwein angießen. Die Flüssigkeit nahezu verkochen lassen und dann den Rinderfond und die passierten Tomaten angießen sowie Lorbeer und Oregano zufügen. Die Flüssigkeit einmal aufkochen lassen.
  • Den Deckel auf den Bräter geben und die Hitze reduzieren. Das Gulasch für ca. 2 Stunden schmoren lassen, dabei zwischendurch umrühren. Nach ca. 2 Stunden den Deckel entfernen und das Gulasch noch 30 Minuten offen köcheln lassen.
  • Bei Bedarf die Sauce noch mit etwas Speisestärke (1 TL in etwas kalter Flüssigkeit einrühren und dann zur Sauce geben und unterrühren) oder Soßenbinder binden. Das Gulasch mit Salz und Pfeffer abschmecken.