Am kommenden Dienstag ziehen wir zusammen mit unserem Sohn, lieben Freunden und jeder Menge Kinder um die Häuser und nehmen am Martinsumzug teil. Die Kids laufen mit ihren Laternen durch die Straßen und singen Lieder und zur Stärkung gibt es selbstgebackene Martinsbrezeln und Weckmänner. Das Rezept für die süßen Brezeln habe ich dir heute mitgebracht.

Bei uns in der Region rund ums Ruhrgebiet gibt es zu Sankt Martin immer Martinsbrezeln mit Hagelzucker und gleichzeitig auch Weckmänner bzw. Stutenkerle. Ich dachte bisher, das sei überall so, aber habe auf meiner Facebookseite erfahren, dass es in manchen Regionen die Weckmänner nur zu Nikolaus und nicht zu Sankt Martin gibt. Wieder etwas gelernt!
Wusstest du, dass die Form der Martinsbrezel an die vor der Brust gekreuzten Arme betender Mönche erinnern soll? Das finde ich wirklich super interessant und seitdem ich das weiß, schaue ich die Brezeln mit ganz anderen Augen an. Überhaupt mag ich die Geschichte vom römischen Soldaten Sankt Martin, der der Legende nach seinen Mantel mit einem Bettler teilte, sehr. In der heutigen Zeit bräuchten wir mehr solcher Geschichten!

Wichtige Zutaten für die Martinsbrezeln
Der Teig für die Martinsbrezeln ist ein klassischer Hefeteig, der durch Butter und Ei schön zart wird. Wer viel backt, dürfte die Zutaten wahrscheinlich auf Vorrat im Schrank haben. Für mein Rezept brauchst du u.a.:
- Mehl: Süßes Hefegebäck backe ich wirklich am liebsten mit Weizenmahl vom Typ 405. Das 550er funktioniert aber auch problemlos.
- Hefe: Ich backe die Brezeln mit frischer Hefe. Trockenhefe ist aber auch immer eine Option. (Tipp: Frische Hefe in Trockenhefe umrechnen.)
- Milch, Butter und Zucker: Die Zuckermenge ist mal wieder Geschmacksache, aber ich denke, unsere Martinsbrezeln sind nicht zu süß.
- Eier: eins kommt in den Teig, mit dem anderen werden die Brezeln bestrichen.
- Zitrone: Etwas Schale kommt in den Teig und sorgt für eine feine Zitrusnote. Kaufe möglichst ungespritzte Zitronen.
- Salz: Auch in süßen Teigen gehört die Prise Salz. Immer.
- Hagelzucker: Das Markenzeichen der Martinsbrezel. Ich liebe Hagelzucker, weil er so schön knackig ist.
Die genaue Zutatenliste samt Mengenangaben findest du wieder am Ende dieses Beitrags. Dort kannst du dir das Rezept auch ausdrucken lassen.
Tipps zur Zubereitung der Martinsbrezeln
Ein Hefeteig braucht vor allem Zeit und etwas Geduld, aber darüber hinaus ist die Zubereitung wirklich einfach. Beim Formen der Stränge gibt es auch nur Kleinigkeit zu beachten, aber auch wenn man das vorher noch nie gemacht hat, sollte es gelingen.
- Achte darauf, die Butter rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen. Sie sollte Zimmertemperatur haben, damit sie sich gut in den Hefeteig einarbeiten lässt.
- Erwärme die Milch für die Hefe nur handwarm und auf keinen Fall über 38-40 Grad. Hefe mag keine hohe Hitze.
- Es ist wichtig, den Hefeteig 10 Minuten in der Küchenmaschine zu kneten. Erst sollte richtig schön elastisch sein, dann werden die Brezeln wunderbar fluffig.
- Der Teig zieht sich beim Rollen der Stränge erst einmal wieder etwas zusammen. Das ist normal! Lass ihn dann einfach noch kurz ruhen, dann entspannt er und lässt sich auf die volle Länge ausrollen.
- Setze die Brezeln auf jeden Fall mit etwas Abstand aufs Blech (nicht mehr als 4 gleichzeitig). Sie gehen beim Backen stark auf und kleben sonst schnell zusammen.
- Beim Bestreichen der Brezeln mit der Ei-Milch-Mischung solltest du sorgfältig sein und darauf achten, dass du die Brezeln auch rundum einstreichst. So bekommen sie eine tolle Backfarbe.
- Die Martinsbrezeln bleiben gut verschlossen, z.B. in einer Keksdose, 2-3 Tage frisch. Hefeteig schmeckt aber immer am ersten Backtag (lauwarm abgekühlt) am besten. Außerdem kann es passieren, dass sich der Hagelzucker verflüssigt.
Du kennst Zubereitungstipps, die hier fehlen und die für meine Leser interessant wären? Dann schreibe mir doch einen Kommentar!

Man soll sich ja nicht selbst loben, aber meine Martinsbrezeln mit Hagelzucker schmecken besser, als die Brezeln bei unserem Bäcker. Unser Hefeteig ist viel fluffiger und weicher und er schmeckt auch mehr nach Butter. Unser Bäcker ist eine große Bäckerkette und bei denen nimmt die Qualität immer mehr ab.
Also ran an den Ofen und die süßen Martinsbrezeln mit Hagelzucker selber backen. Das geht wirklich einfach und man kann sich selbst und seine Kinder mit einem tollen Hefegebäck verwöhnen.

Wenn dir mein Rezept gefallen hat, freue ich mich über einen Kommentar und auch über eine Bewertung. Dazu klickst du einfach auf die Sternchen in der Rezeptkarte. Damit hilfst du mir und auch allen anderen Lesern. Vielen Dank!
Wenn du Lust auf noch mehr Hefegebäck hast, probiere als Nächstes meine fluffigen Zimtschnecken oder den klassischen Hefezopf. Und weil es zu St. Martin so gut passt, sind auch meine weichen Martinshörnchen einen Blick wert.

Martinsbrezeln mit Hagelzucker
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Verwendetes Zubehör
- 2 Backbleche
Rezept Zutaten
- 500 g Weizenmehl, Typ 405
- 220 ml Milch, + 1 EL
- 1/2 Würfel Hefe, 21 g
- 100 g Zucker
- 100 g Butter, Zimmertemperatur
- 2 Eier, Größe M
- 1 Bio-Zitrone
- 1 Prise Salz
- 30 g Hagelzucker
Rezept Zubereitung
- Die Milch mit einem 1 TL Zucker (ca. 10 g) leicht erwärmen (Nicht heißer als 40 Grad!) und die Hefe hineinbröckeln. Mit einem Schneebesen verrühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat.
- Das Mehl in eine große Schüssel geben. Den restlichen Zucker (ca. 90 g) dazu geben sowie die Prise Salz. Alles vermengen und eine große Mulde formen.
- Die Hefe-Milch in die Mulde gießen, die Schüssel abdecken und 15 Minuten an einem warmen Ort stehen lassen.
- Nun ein Ei, die weiche Butter und den Abrieb der Zitronenschale in die Schüssel geben und alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine 10 Minuten lang zu einem elastischen Teig kneten lassen.
- Den Teig zu einer Kugel formen, abdecken und für 60 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
- Nachdem der Teig mindestens doppelt so hoch aufgegangen ist, den Teig auf die Arbeitsplatte geben und in acht gleich große Teile teilen. Bei mir sind das je 120 g.
- Jede Teigportion mit beiden flachen Händen zu ca. zwei Finger dicken Teigsträngen formen, ca. 40 cm lang. Du wirst merken, dass der Teig sich erst einmal nicht länger formen lässt und sich zurückzieht. Den Teig kurz ruhen lassen (meist reicht die Zeit aus, bis du beim achten Strang bist) und dann noch einmal mit den flachen Händen zu langen, dünnen "Würsten" von 80 cm formen.
- Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Nun einen Strang nehmen und beide Enden übereinander kreuzen, siehe Bild. Dann noch einmal kreuzen und die beiden Enden nach unten führen und andrücken, sodass die Brezelform entsteht. Klingt komplizierter, als es ist. Die Bilder erklären es dir.
- Die geformte Brezel auf das Backblech setzen und mit den restlichen Strängen ebenso verfahren. Die Brezeln mit Abstand auf das Blech setzen, da sie noch aufgehen werden.
- Das Ei mit 1 EL Milch verquirlen und alle Brezeln mit der Eiermilch und einem Pinsel bestreichen. Hagelzucker auf die Martinsbrezel streuen, dann das Blech auf mittlere Schiene in den Ofen schieben und für 18-20 Minuten backen, bis die Brezeln eine schöne, goldgelbe Farbe haben.
- Die Martinsbrezeln auf ein Kuchengitter setzen und abkühlen lassen.
Ungefähre Nährwerte pro Portion
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