Was ist grün, lecker und stand auf jedem Geburtstagstisch? Der Mooskuchen! Dieses Rezept hat mich in meiner gesamten Kindheit begleitet und heute möchte ich es mit dir teilen. Der Mooskuchen ist ein altes DDR Rezept für einen Blechkuchen, der mich als Kind schwer fasziniert hat. Auf die schneeweiße Decke wird Kaffeepulver gestreut, wodurch sich diese dann grün verfärbt. Für mich war das damals pure Magie!

Heute weiß ich, dass das Kaffeepulver Chlorogensäure enthält, die mit dem Eiweiß im Belag reagiert und so die Grünfärbung verursacht. Ebenfalls magisch fand ich den Geschmack. Mochte ich als Kind doch keinen Kaffee, fand ich den Hauch von Kaffeepulver auf dem Kuchen aber sehr schmackhaft. Wie auch die anderen Kinder, denn der Mooskuchen stand eine Zeit lang bei jedem Kindergeburtstag auf dem Tisch. Und auch meinem Sohn schmeckt der Mooskuchen hervorragend und das will etwas heißen.
Manche Kinder nannten den Mooskuchen auch Schimmelkuchen, aber das fand ich damals nicht schön. Heute kann ich ihn mir gut als Halloween-Rezept vorstellen! Der Kuchen besteht aus einem einfachen dunklen Rührteig, der mit einer Decke aus Eiweiß und Kokosfett bestrichen wird. Klingt für dich vielleicht etwas merkwürdig, schmeckt aber richtig gut!


Die wichtigsten Zutaten für den Mooskuchen
Der Mooskuchen ist kein komplizierter Kuchen und lässt sich einfach backen. Für das Rezept reicht eine Runde durch den Supermarkt und du hast alle Zutaten zusammen. Für mein Rezept brauchst du u.a.:
- Butter und Zucker – werden schaumig aufgeschlagen und sorgen so für Volumen im Teig.
- Eier – am besten von glücklichen Hühnern. Hier besonders auf Frische achten, da das Eiweiß roh verwendet wird.
- Saure Sahne – sorgt für Saftigkeit und bringt die Säure, die das Natron braucht, um zu reagieren. Der Mooskuchen wird nämlich nicht mit Backpulver, sondern mit Natron gebacken.
- Kakaopulver – wie immer beim Backen ist hier nicht das lösliche Trinkpulver gemeint, sondern Backkakao.
- Schokoraspeln – für noch mehr Schokoladengeschmack und Saftigkeit im Teig kommen Vollmilch Schokoraspeln hinzu.
- Puderzucker – kommt zusammen mit dem Eiweiß und dem Kokosfett in die Decke des Mooskuchens.
- Kokosfett – ich empfehle Palmin! Meine Oma hat auch immer nur das benutzt. Du findest es im Kühlregal in Supermärkten. Mit anderen Kokosfetten aus dem Glas habe ich keine Erfahrung.
- Kaffeepulver – ein Teelöffel genügt für den gesamten Kuchen für die Grünfärbung.
Die genaue Zutatenliste samt Mengenangaben findest du wieder am Ende dieses Beitrags. Dort kannst du dir das Rezept auch ausdrucken lassen.
Was ist beim Backen des Mooskuchens zu beachten?
Wie oben schon erwähnt, ist der Mooskuchen kein komplizierter Blechkuchen. Er ist wirklich einfach zu backen. Ein paar Hinweise habe ich trotzdem für dich:
- Die Eier sollten sauber getrennt werden, da sich das Eiweiß später sonst nicht steif schlagen lässt. Achte bei den Eiern auf Frische, da das Eiweiß roh verwendet wird!
- Wie bei allen Rührkuchen gilt auch hier, das Mehl nur so kurz wie möglich unterzurühren.
- Streiche den Teig schön gleichmäßig aufs Backblech, damit du später gleichmäßig hohe Kuchenstücke hast. Lasse den Kuchen komplett abkühlen, bevor du die Moos-Decke darauf gibst.
- Für die Moos-Decke wird das Kokosfett geschmolzen. Es sollte gut abkühlen und keinesfalls heiß zum Eiweiß gegeben werden. Das Kokosfett dann in einem dünnen Strahl in das steife Eiweiß gießen und weitermixen.
- Wenn du die Decke auf dem Kuchen verstreichst ist etwas Eile angesagt, da sie anzieht sich und sich nach kurzer Zeit nicht mehr gut verteilen lässt. Ich verstreiche sie mit Absicht leicht wellenartig. Ist einfacher, als sie komplett glatt zu bekommen. 😉
- Weniger ist mehr beim Kaffee. Wird zu viel Kaffee auf den Belag gestreut, ist die Grünfärbung nicht so schön. (Auf meinen Fotos ist es auch ein Tick zuviel. Das war Malte…)
- Der Kuchen sollte kühl stehen, muss aber nicht unbedingt in den Kühlschrank. Solltest du ihn dort lagern, zwei Stunden vor dem Servieren auf Zimmertemperatur bringen.
- Der Mooskuchen hält sich luftdicht verschlossen für 3-4 Tage.
Du kennst noch weitere Zubereitungstipps, die hier fehlen und die für meine Leser interessant wären? Dann schreibe mir doch einen Kommentar!

Sieht er nicht toll aus? Am nächsten Tag war die Grünfärbung noch intensiver, aber ich hatte keine Zeit mehr für Fotos. 🙂
Der Teig schmeckt herrlich schokoladig und die Moos-Decke ist cremig-süß mit einem leicht kühlenden Effekt, der vom Kokosfett herrührt. Das Kaffeepulver bringt eine angenehm herbe Note hinzu und rundet den Mooskuchen so ab. Und keine Sorge, es schmeckt nicht zu sehr nach Kaffee! Ich kenne kein Kind, das den Geschmack des Kuchens nicht mochte. Der Mooskuchen schmeckt einfach allen!

Wenn dir mein Rezept gefallen hat, freue ich mich über einen Kommentar und auch über eine Bewertung. Dazu klickst du einfach auf die Sternchen in der Rezeptkarte. Damit hilfst du mir und auch allen anderen Lesern. Vielen Dank!
Jetzt hast du so richtig Lust auf Kuchen bekommen? Dann probiere mal meinen DDR Selterskuchen. Richtig gut schmeckt auch der Schmandkuchen vom Blech. Und auch bei dem Russischen Zupfkuchen vom Blech greift jeder gerne zu.

Mooskuchen nach Omas DDR Rezept
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Verwendetes Zubehör
- 1 Backblech mit Deckel
Rezept Zutaten
Rührteig
- 250 g Butter, Zimmertemperatur
- 175 g Zucker
- 6 Eier, Größe M
- 200 g Saure Sahne
- 275 g Weizenmehl Typ 405
- 50 g Backkakao
- 1 TL Natron, ca. 12 g
- 100 g Schokoraspeln Vollmilch
- 3 EL Milch
- 1 Prise Salz
Moos-Decke
- 100 g Puderzucker
- 1 Prise Salz
- 100 g Kokosfett, (Palmin)
- 1 TL Gemahlenes Kaffeepulver
Rezept Zubereitung
Rührteig
- Die weiche Butter mit dem Zucker in der Küchenmaschine für gute 8 Minuten weißschaumig aufschlagen.
- In der Zeit die Eier trennen, das Eiweiß im Kühlschrank parken.
- Den Backofen auf 180 Grad Ober/-Unterhitze vorheizen. Das Backblech mit Backpapier auslegen.
- Wenn die Butter gut aufgeschlagen ist, die Eigelbe nacheinander unterrühren, anschließend die saure Sahne kurz unterrühren.
- In einer weiteren Schüssel Mehl, Kakao, Natron, Schokoraspel und Salz mischen. Die Mischung in die Schüssel mit der Butter geben und die Milch zufügen. Alles zügig verrühren, sodass eine glatte Masse entsteht.
- Den Rührteig gleichmäßig auf das Backblech streichen und für 25 Minuten backen. Anschließend auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen.
Moos-Decke
- Den Puderzucker sieben. Das Kokosfett bei kleiner Hitze in einem Topf schmelzen und abkühlen lassen. Es sollte flüssig bleiben, aber nicht warm!
- Die Eiweiße mit einer Prise Salz mit einem Handmixer halbfest schlagen. Dann den Puderzucker einrieseln lassen und die Masse schön steif schlagen.
- Nun das Kokosfett in einem dünnen Strahl in mehreren Portionen hineingießen und so kurz und gut wie möglich mit dem Handmixer verrühren.
- Die Masse gleichmäßig auf den Kuchen streichen. Dabei zügig arbeiten, da die Masse anzieht und sich dann nicht mehr glattstreichen lässt.
- Anschließend das Kaffeepulver in ein feines Sieb geben und mit Hilfe eines Löffels durch das Sieb streichen und so über dem Kuchen verteilen. Weniger ist mehr! Durch zuviel Pulver wird der Kuchen nicht so schön grün.
- Den Mooskuchen über Nacht in einen kühlen Raum stellen, dann setzt die Grünfärbung ein.
Anmerkungen
Ungefähre Nährwerte pro Portion
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Hallo, würde den Kuchen gern bald mal nachmachen. Beim Rezeptlesen ist mir aufgefallen, dass bei den Zutaten für die Moosdecke keine Eiweiße stehen. Das wird dann nur in der Anleitung erwähnt. Sollen von allen Eiern die Eiweiße steifgescjlagen werden?
Danke für eure Antwort.
VG Simone
Hallo Simone, das ist das Eiweiß der Eigelbe aus dem Rührteig. 🙂 Steht auch so in der Anleitung, dass das Eiweiß aufgehoben werden soll. Lass dir den Kuchen schmecken!
Das klingt lecker, den probiere ich als nächstes aus.
Eine kurze Frage, das Kaffeepulver ist normales Kaffeepulver, nicht lösliches Kaffeepulver?
Danke 🌟
Richtig, Verena. Das ist frisch gemahlener Kaffee. Ich hoffe, der Mooskuchen wird dir schmecken und ich bin schon gespannt auf dein Feedback. 🙂
Oh wie habe ich diesen Kuchen geliebt! Meine Oma hat den immer gemacht. Leider hatte ich nie das Rezept dafür. Ich werde ihn direkt nachbacken. Danke für die Kindheitserinnerung.
Ich hoffe, er wird dir schmecken, Dana. 🙂