Schokoladenkuchen mit Vanillepudding nach Omas DDR Rezept

Ich weiß, auf dieses Rezept habt ihr schon gewartet. 🙂 Immer, wenn ich ein Bild dieses Blechkuchens auf Insta gezeigt habe, wurde ich mit Anfragen dazu überrannt. Endlich bin ich dazu gekommen, Omas Schokoladenkuchen mit Vanillepudding zu verbloggen.

Omas DDR Schokoladenkuchen mit Vanillepudding

Es ist ein altes DDR Rezept und meine Oma hat ihn früher ganz oft für uns gebacken. Wir Kinder haben ihn geliebt und die Liebe ist bis heute noch da. Es wundert mich aber auch nicht, denn der Schokoladenkuchen ist der Knaller! Lockerer Hefeteig trifft auf eine dicke Schicht Vanillepudding, auf der ein Schokoladenguss darauf wartet, den Genuss perfekt zu machen. Es ist einfach eine unschlagbare Kombi.

Meine Oma hat den Kuchen früher oft „Halbe-Halbe“ gebacken. Auf einer Hälfte des Blechs war der Schokoladenguss, auf der anderen Hälfte ein Belag für Bienenstich. Da wo ich herkomme, ist in Bienenstich eine Füllung aus Pudding. Du kannst dir meine Enttäuschung sicher vorstellen, als ich die ersten Male die andere Version mit Sahnecreme probierte. Ich mag sie bis heute nicht. 😀 In Bienenstich gehört für mich Pudding! So und nicht anders! Meine Oma hat mich mit ihrem Rezept einfach zu sehr geprägt und ich bin eigen bei solchen Sachen.

Schokoladenkuchen mit Puddingfüllung aus der DDR

Aber zurück zum Schokoladenkuchen, denn um den geht es ja heute. Oma hat diesen Kuchen für mich damals gefühlt aus dem Handgelenk geschüttelt. Ich habe ihn mir bei ihr gewünscht und am nächsten Tag stand er auf der Kaffeetafel. Ich weiß erst heute, seit ich selbst backe und koche, was meine Oma jedes Mal für eine Leistung erbracht hat. Oma hat die Küche einfach gerockt, anders kann ich es nicht sagen. Sie hat auch mitten in der Woche Rinderrouladen gekocht, wenn ich sie mir gewünscht habe. Für mich heute ein Ding der Unmöglichkeit, Rouladen gehen nur am Wochenende. 😀

So ist es für mich jetzt auch verständlich, wenn sie heute keine Lust mehr hat zu backen. Es fällt ihr mittlerweile zu schwer, die Rezepte sind wegen der sch*** Demenz nicht mehr im Kopf und es ist insgesamt einfach zu mühsam für sie. Mit über 80 Jahren ist das aber auch verständlich. Ich finde es sehr schade, dass ich nicht in ihrer Nähe wohne, sonst würde ich öfter ihre alten Rezepten backen und mit ihr zusammen essen. Bei dem Gedanken daran kommen mir die Tränen, denn die Entfernung zwischen uns ist einfach kacke. Anders kann ich es nicht sagen.

Sehr leckerer Schokoladenkuchen mit Puddingfüllung von Oma

Als ich das erste Mal versucht habe den Schokoladenkuchen zu backen, ist er mir gründlich daneben gegangen. Diese Teigausrollerei hat mich ganz schön Nerven gekostet. Mittlerweile habe ich das besser unter Kontrolle und weiß, wie ich es machen muss. Es ist nämlich gar nicht so einfach, den Teig gleichmäßig auszurollen, so dass er das gesamte Blech abdeckt, ohne das man flicken muss. Besonders, wenn man Fotos davon machen will. 😉 Wenn du nicht unbedingt ein Fotoshooting planst, kannst du kleine Löcher ruhig mit Teigresten flicken, das ist gar kein Problem. Aber der erste Kampf mit dem Teig hat mir mal wieder gezeigt, was für ein Know-How meine Oma durch all die Jahre in ihrer Küche hatte.

Wenn du den Schokoladenkuchen auch backen möchtest, musst du als Erstes den Vanillepudding kochen. Da er noch etwas Zeit zum Abkühlen braucht, ist er zu Beginn dran. Für den Pudding benötigst du ganze anderthalb Liter Milch und vier Päckchen Puddingpulver. Normalweise würde man zwei Liter Flüssigkeit für diese Menge an Pulver benötigen, doch für den Kuchen soll der Pudding etwas fester sein, darum ist die Menge reduziert. Die Zuckermenge ist ebenfalls reduziert, so wird der Pudding nicht zu süß.

Der Pudding muss dann abkühlen. Ich rühre ihn häufig durch, damit er keine Haut bildet. Man kann auch Frischhaltefolie auflegen, um die Haut zu verhindern oder etwas Zucker auf die Oberfläche streuen. Das kannst du machen, wie es dir beliebt und wie es deine Zeit zulässt.
Ist der Pudding abgekühlt, mixe ich ihn mit dem Pürierstab durch. Das hat meine Oma natürlich nicht gemacht. Doch ich finde, er ist dadurch etwas feiner und lässt sich so später besser auf den Teig streichen. Wenn ich für ein Rezept Pudding benötige, ist bei mir auch immer der Pürierstab im Einsatz.

Zubereitung Schokoladenkuchen mit Puddingfüllung.

Der Pudding kann dann beiseite gestellt werden und der Hefeteig ist dran. Der Teig ist recht unkompliziert, wie ich finde und ich hatte damit noch keine Probleme. Dafür werden Hefe und Zucker in Milch aufgelöst und es gelten die immer gleichen Regeln: Die Flüssigkeit sollte nicht zu heiß sein, denn ab 40 Grad stirbt die Hefe und der Teig geht nicht mehr auf. Ich messe die Temperatur immer mit dem Fleischthermometer von Malte, sonst würde ich jedes mal zu heiße Flüssigkeit nehmen. Auf mein Gefühl kann ich mich hier gar nicht verlassen.

Anschließend gibst du das Mehl in eine große Schüssel und formst in die Mitte eine Mulde. Dort hinein gießt du die Hefemilch, bestäubst sie mit etwas Mehl vom Rand und lässt alles 20 Minuten stehen. Nach dieser Zeit kommen das Ei, Butter und etwas Salz dazu und dann wird geknetet. Ich lasse das meine Küchenmaschine machen, meine Oma hat das natürlich mit der Hand geknetet. Der Teig lässt sich dann gut zu einer Kugel formen, die dann an einem warmen Ort eine Stunde aufgeht.

Der aufgegangene Teig wird in zwei Hälften geteilt. Eine ist für den Boden, die andere Hälfte wird später auf den Pudding gelegt und ist quasi der Deckel, auf den dann noch die Schokolade aufgetragen wird. Der Teig braucht eventuell noch ein paar Minuten, um sich zu entspannen. Das merkst du, wenn er sich beim Ausrollen immer wieder zurück zieht. Dann lass ihn einfach ein paar Minuten liegen, danach sollte er entspannt alles mit sich machen lassen. 😉

Blechkuchen mit Hefeteig, Puddingfüllung und Schokoladen Deckel.

Die Teigausrollerei ist, wie gesagt, etwas tricky. Je nachdem, wieviel Backerfahrung du hast, wird es dir schwerer oder leichter von der Hand gehen. Aber keine Sorge, du schaffst das! 🙂 Versuche beim Ausrollen direkt eine halbwegs rechteckige Form auszurollen. Du kannst auch zwischendurch dein Backblech darüber halten und schauen, wie groß du noch ausrollen musst. Wenn du den Teig dann in das gefettete Backblech legst (kein Backpapier benutzen), kannst du kleine Lücken am Rand auch noch etwas mit den Fingern ausbessern. Ist dein Teig zu groß geraten, schneide ihn am Rand ab und fülle damit eventuelle Lücken.

Nun kommt die zweite Teighälfte und das fröhliche Ausrollen wiederholt sich. 😀 Jetzt ist es noch wichtiger, den Teig auf die Blechgröße auszurollen, denn bei der Decke kann man nicht mehr viel, bzw. nur noch schwer ausbessern. Ich rolle zuerst die Decke aus und ist das geschafft, gebe ich den Pudding auf den Teigboden. Darauf kommt dann die Teigdecke. Dafür lege ich mir den ausgerollten Teig auf die Unterarme und legen ihn dann auf dem Pudding ab. Auch das ist etwas tricky und es kann passiert, dass der Teig vielleicht reißt. Aber das macht nichts, man sieht es später durch den Schokoguss von außen nicht mehr.

Schokopudding im Hefeteig mit Schokoladenüberzug.

Die Teigdecke muss dann mit einer Gabel durchlöchert eingestochen werden, damit der Teig beim Backen nicht mehr so sehr aufgeht. Ist das erledigt, kann das schwere Blech in den Backofen. Bei 175 Grad wird alles für 25 Minuten gebacken. Anschließend muss alles abkühlen, voher kann die Schokolade nicht aufgetragen werden.

Wenn es soweit ist, werden Zucker, Kakao, ein Ei und etwas Milch mit Kokosfett verrührt. Genau genommen ist es also gar kein Schokoladenguss, sondern ein Fett-Kakao-Guss. DDR-Style halt, Kuvertüre lag da nicht massenweise im Backregal. 😉 Diese flüssige Masse wird auf dem Kuchen verteilt und dann heißt es nochmal Geduld haben, bis das Ganze fest geworden ist. Das dauert zum Glück nicht soooo lange, aber wenn man gierig auf den Schokoladenkuchen ist, kommt es einem zu lange vor. Ich weiß das ganz genau. 🙂

Ein super leckerer Schokoladekuchen mit Puddingfüllung nach altem DDR Rezept.

Das waren dann aber auch alle Arbeitsschritte und du hast einen meiner liebsten Kuchen aus der Kindheit vor dir. Er ist nicht mega süß, wie ich finde und durch die dicke Puddingschicht hat man ein wahnsinnig gutes Kaugefühl. Besonders, wenn der Schokoladenkuchen leicht kühl stand (nicht im Kühlschrank, eher Keller o.ä.). Dazu dann der für mich typische DDR Schokogussgeschmack und der feine Geschmack des Hefeteigs. Hach! Ich könnte ihn schon wieder backen, weil mir der Zahn tropft. 🙂

Nun bin ich gespannt, ob der Kuchen immer noch so gut ankommt wie auf Instagram und ob er auch nachgebacken wird. Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen und hoffe, er schmeckt dir genau so gut wie mir. 🙂

Omas DDR Schokoladenkuchen mit Vanillepudding

Dieser Kuchen begleitet mich seit meiner Kindheit. Es ist ein altes DDR Rezept von meiner Oma. Feiner Hefeteig mit einer dicken Puddingschicht und das Ganze überzogen mit Schokoladenguss. So lecker!
4.35 von 84 Bewertungen
Vorbereitung 40 Min.
Koch- / Backzeit 30 Min.
Gehzeit 1 Std.
Gericht Kuchen
Land & Region Deutschland
Portionen 1 Blech

Zutaten
  

Vanillepudding
  • 1,5 l Milch
  • 4 Pck Vanillepudding Pulver
  • 100 g Zucker
Hefeteig
  • 500 g Mehl, 405er
  • 30 g frische Hefe
  • 250 ml Milch
  • 80 g Zucker
  • 1 Ei, Größe M
  • 60 g Butter, + etwas mehr zum Fetten des Blechs
  • 1 Prise Salz
Schokoladenguss
  • 250 g Kokosfett, Palmin o.ä.
  • 100 g Zucker
  • 60 g Kakao
  • 1 Ei, Größe M
  • 4 EL Milch

Anleitungen
 

Vanillepudding
  • Zuerst den Vanillepudding kochen, damit er abkühlen kann.
  • Die Milch aufkochen. Einen Teil davon noch kalt abnehmen und mit dem Puddingpulver und dem Zucker in einer extra Schüssel verrühren. Wenn die Milch kocht, alles gut mit dem Schneebesen einrühren, nochmal aufkochen lassen und vom Herd nehmen. Der Pudding ist etwas dicker, das ist so gewollt.
  • Den Pudding abkühlen lassen und zwischendurch immer mal umrühren, damit sich keine Haut bildet.
    Wenn der Pudding kalt ist, einmal kreuz und quer mit dem Pürierstab durchgehen. So lässt er sich besser auf dem Teig verteilen. Es geht aber auch ohne Pürierstab. 😉
Hefeteig
  • Die Milch erwärmen (nicht mehr als 37-38 Grad, sonst geht die Hefe nicht!), den Zucker dazu geben und die Hefe hineinbröckeln. Unter Rühren auflösen.
  • Das Mehl in eine Schüssel sieben, eine Mulde formen und die Hefemilch hinein gießen. Mit etwas Mehl vom Rand bestäuben und abgedeckt 20 Minuten gehen lassen.
  • Die Butter zerlassen, mit dem Ei und dem Salz zum Mehl geben. Mit der Küchenmaschine in 5 Minuten zu einem Teig kneten. Mit der Hand 10 Minuten kneten. Den Teig zu einer Kugel formen und abgedeckt an einem warmen Ort 60 Minuten gehen lassen.
  • Ist der Teig schön aufgegangen, kurz durchkneten und in zwei Teile teilen. Den einen Teil abgedeckt zur Seite legen, den anderen ebenfalls kurz ruhen lassen.
    In der Zeit das Backblech mit Butter fetten, den Rand nicht vergessen.
  • Die eine Teighälfte nun auf Blechgröße ausrollen. Sollte sich der Teig immer wieder zurückziehen, nochmal ein paar Minuten ruhen lassen. Danach sollte er sich gut ausrollen lassen. Den Teig in das Backblech legen. Ein Rand muss nicht hochgezogen werden.
    Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Nun die zweite Teighälfte ebenfalls auf Blechgröße ausrollen. Ebenfalls noch etwas ruhen lassen, wenn er sich zurückzieht.
    Den Pudding gleichmäßig auf dem Teigboden verteilen und die zweite Teighälfte als Deckel auflegen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen.
    Auf mittlerer Schiene für 25 Minuten backen. Anschließend vollständig abkühlen lassen.
Schokoladenguss
  • Das Kokosfett schmelzen. Zucker, Kakao, Ei und Milch miteinander verrühren.
  • Das Kokosfett langsam und unter Rühren zu der Kakaomasse geben, bis alles bindet. 1-2 TL heißes Wasser dazu geben, dass unterstützt die Bindung.
    Den Schokoguss auf dem Teig gleichmäßig verteilen und fest werden lassen.
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