Wann hast du zuletzt Mairübchen gegessen? Oder überhaupt welche gesehen? Ich frage, weil ich das Gefühl habe, dass dieses wunderbare kleine Gemüse irgendwann still und leise aus unseren Küchen verschwunden ist. Dabei hat meine Oma die Mairüben in meiner Kindheit noch ganz selbstverständlich gekocht. Dann gab es sie in einer cremigen Rahmsoße als Gemüsebeilage und ich fand sie als Kind einfach köstlich.

Die Mairübchen sind kleine, zarte Rübchen, die, wie ihr Name schon verrät, im Mai geerntet werden. Ihr Geschmack ist mild und leicht bitter und liegt irgendwo zwischen Kohlrabi und Rettich. In der Rahmsoße werden sie butterzart und lecker und schmecken so ähnlich wie das wunderbare Gemüse Rahmkohlrabi.
In Omas Rezept wandern die Blätter der Mairübchen mit in die Soße. Früher wurde ja alles Essbare aus dem Garten verarbeitet, so auch die Blätter. Damals war das selbstverständlich. Heute würden die meisten die Blätter einfach wegwerfen. Ich finde das schade und bei mir gibt’s die Mairübchen natürlich mit grünem Blattwerk.

Die wichtigsten Zutaten für die Mairübchen in Rahmsoße
So ein altes Rezept aus Omas Küche kommt natürlich mit einer überschaubaren Zutatenliste aus. Das war eben die Philosophie damals: wenige Zutaten, viel Geschmack. Für mein Rezept brauchst du u.a.:
- Mairüben mit Blättern – die Blätter der Mairübchen sollten schön grün sein und nicht schlaff herunter hängen. Wer keine Blätter bekommt, kann auf Petersilie ausweichen.
- Butter und Mehl – für die Mehlschwitze, die die Basis der Rahmsoße bildet. Mit Butter schmeckt einfach alles besser. Die Mehlschwitze macht das Gericht wunderbar cremig. <3
- Sahne – macht die Soße cremig.
- Zucker – der Zucker im Kochwasser hebt die natürliche Süße der Mairübchen hervor. Ein kleiner Trick, der viel ausmacht!
Die genaue Zutatenliste samt Mengenangaben findest du wieder am Ende dieses Beitrags. Dort kannst du dir das Rezept auch ausdrucken lassen.

Was ist bei der Zubereitung der Mairübchen zu beachten?
Das Schöne an diesem Rezept ist seine Unkompliziertheit. Unsere Omas haben die Mairübchen nebenbei gekocht, während sie sich um den Rest des Mittagessens gekümmert haben. Du kannst da auch kaum etwas falsch machen. Wie immer gibt’s ein paar Tipps von mir:
- Die Mairübchen sind schnell gar und verlieren bei zu langer Kochzeit leider ihren Biss. Je nachdem, wie groß du sie geschnitten hast, reichen vier bis fünf Minuten Kochzeit aus.
- Fang das Kochwasser auf! Das ist wichtig, denn es bildet zusammen mit der Mehlschwitze die Basis der Soße. Da steckt schon jede Menge Geschmack von den Mairübchen drin und es wäre zu schade zum Wegschütten.
- Die Blätter werden nur kurz angeschwitzt, nicht lange gegart. So behalten sie eine schöne Farbe und ihr feines Aroma.
- Die Soße sollte beim Köcheln regelmäßig umgerührt werden, damit sie nicht ansetzt.
- Beim Abschmecken ruhig mutig sein! Die Soße verträgt reichlich Salz und Pfeffer. Wer mag, kann auch eine kleine Prise Muskatnuss dazu geben. Ich finde, das passt wunderbar. Oma hat auch gerne einen Spritzer Maggi genommen.
Du kennst Zubereitungstipps, die hier fehlen und die für meine Leser interessant wären? Schreibe mir doch einen Kommentar.


Was für ein einfaches und gleichzeitig so leckeres Essen!
Die Mairübchen in Rahmsoße sind einfache Hausmannskost, wie wir sie gerne mögen. Mild, cremig, wunderbar sämig und mit diesen leichten Bitterstoffen, die dieses Gemüse so besonders macht. Das ist eine Gemüsebeilage, die auf keinen Fall in Vergessenheit geraten sollte, oder?

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Du suchst noch mehr Ideen, um Gemüse lecker auf den Tisch zu bringen? Dann probiere doch mal das Möhrengemüse. Das ist auch ein Rezept meiner Oma, genau wie das Bayrisch Kraut. Ein Klassiker der Beilagensalate ist der Rotkohlsalat.

Zarte Mairübchen in Rahmsoße | Omas Rezept
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Rezept Zutaten
- 5-6 Mairüben
- 3-4 Mairüben-Blätter oder Petersilie
- 20 g Butter
- 20 g Mehl
- 100 ml Sahne
Rezept Zubereitung
- Die Blätter der Mairüben abschneiden. 3 bis 4 davon zur Seite legen, waschen und in kleine Stücke schneiden.
- Die Mairüben schälen. In ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden, diese dann in ca. 1 cm breite Streifen/Stifte schneiden. Je nach Größe der Mairüben eventuell halbieren.
- Die Mairübchen mit 250 ml Wasser und einer guten Prise Salz und Zucker aufsetzen und zum Kochen bringen. Für 5 Minuten sanft kochen, bis die Mairüben gar sind.
- Die Mairübchen in einem Sieb abgießen und die Flüssigkeit auffangen.
- Im Topf Butter schmelzen und die kleingeschnittenen Blätter kurz anschwitzen. Das Mehl dazugeben, alles gut verrühren. 150 ml der aufgefangenen Flüssigkeit nach und nach einrühren.
- 100 ml Sahne angießen, unterrühren, einmal aufkochen und für 2 Minuten unter Rühren sanft köcheln lassen.
- Zum Schluss die gekochten Mairübchen dazu geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Ungefähre Nährwerte pro Portion
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Mairübchen haben wir vor 2 Jahren für uns entdeckt. Als Carpaccio mit gerösteten Schinkenwürfeln, Zitronen-Honig-Vinaigrette und Rucola obenauf. Seitdem gibt es sie häufig in der Saison. Wir haben noch ein paar übrig und ich suchte nach einem Rezept. Deins klingt richtig toll. Und so einfach. Das werden wir direkt ausprobieren.
Als Carpaccio in deiner Kombination kann das eigentlich nur richtig toll geschmeckt haben. 🙂 Da hätte ich jetzt richtig Lust darauf, das mal zu probieren!
Ich verstehe die Begeisterung für Mairübchen und ich esse sie gerne roh, ähnlich wie den Radi.
Verwundert bin ich über die Aussage vergessenes Gemüse. In Wuppertal bekommt man die sogar beim Lidl. Auch sonst haben eigentlich alle Gemüseläden die Bollen im Angebot.
Wenn ich so in meinem Bekanntenkreis frage, dann kennt eigentlich nur noch die ältere Generation die Mairübchen. Alles, was jünger ist (Mitte 20 und jünger), hat sie nicht mehr auf dem Speiseplan. Ich glaube, die heutige junge Generation kocht auch noch weniger, als wir das schon in unserer Jugend getan haben.
Ich kann dich gut verstehen. Wenn etwas in einem Discounter angeboten wird, nimmt man automatisch an, dass es auch sonst erhältlich ist. Das ist leider nicht so. Auch ich kenne sie nur vom Lidl. Weder auf dem Freiburger Markt, oder kürzlich auf dem Münsteraner Markt, die ja sehr vielfältige regionale Angebote führen, noch im Supermarkt oder anderen Discountern im Umkreis finde ich sie. Genieße sie deshalb innig. Ich hoffe sehr, dass sie wieder populärer werden.
Mairübchen mag ich sehr, hab sie aber bisher nur als Rohkost verwertet, geraffelt mit jungen Möhren und frischen Kräutern oder Rucola im Salat. Gekocht hab ich sie noch nicht, ist das gleiche Rezept wie beim Kohlrabi 😋
Danke für die tolle Idee…. ich wusste bisher nicht, wie ich Mairübchen zubereiten kann….:-))
Sehr gerne, Susanne. Ich hoffe, sie werden mir schmecken. 🙂
Fehlt da nicht der Rahm (=Sahne) in der Rahmsoße?
Ansonsten herzlichen Dank für die schönen Koch-Anregungen hier!
Na klar! Da habe ich aber richtig geschlafen. Ich hab’s im Rezept und Text ergänzt. Danke für den Hinweis, Bettina. 🙂