Ich bin, was meine Küche angeht, ein echtes Gewohnheitstier, und bei kaum einem Rezept zeigt sich das so deutlich wie bei der Zwiebelsuppe. Normalerweise kommt bei uns nur eine Version auf den Tisch, die nach Jamie Oliver. Diesmal habe ich mich aber auf eine französische Variante nach Michel Roux eingelassen und die hat mich ziemlich überrascht.

Den Anstoß dazu gab sein Kochbuch „Meine französischen Küchenschätze„, in dem diese Zwiebelsuppe aus der Normandie steht. Statt Weißwein kommt hier Cidre in den Topf, dazu Geflügelfond, etwas Crème double und natürlich viel Käse zum Überbacken. Ein fertiges Bouquet garni gab es bei uns nirgends, also habe ich mir aus Rosmarin, Petersilie und Thymian selbst eins gebunden.
Auch beim Cidre musste ich improvisieren: Den empfohlenen Cidre doux gab es nicht, also nahm ich den ganz normalen aus dem Supermarkt. Geschmeckt hat die Suppe auch damit absolut grandios. Die Kombination aus Geflügelfond und Cidre, gibt der Zwiebelsuppe einen wunderbaren Geschmack. Dazu kommen weich geschmorte Zwiebeln, eine sämige Mehlschwitze und obendrauf knuspriges Baguette mit geschmolzenem Gruyère.

Wichtige Zutaten für die französische Zwiebelsuppe
Für diese Zwiebelsuppe brauchst du ein paar besondere Zutaten, die aber in jedem gut sortierten Supermarkt zu finden sind. Für mein Rezept brauchst du u.a.:
- Zwiebeln – normale Speisezwiebeln, am besten etwas größere, damit du weniger schnibbeln musst.
- Cidre – im Originalrezept Cidre doux, aber ich glaube, jeder andere Cidre tut es auch.
- Geflügelbrühe – ich koche ohnehin die meisten Suppen mit Geflügelbrühe, weil sie bereits einen schönen, salzigen Eigengeschmack mitbringt.
- Creme Double – damit koche ich normalerweise eher selten, aber es macht die Zwiebelsuppe schön sämig.
- Butter und Mehl – als Basis für die Mehlschwitze.
- Bouquet garni – ein Kräutersträußchen aus Rosmarin, Petersilie und Thymian.
- Baguette – in Scheiben geschnitten, getoastet und mit Käse überbacken auf die Suppe gelegt.
- Gruyère – ich liebe Gruyère, aber eine andere Käsesorte funktioniert auch. Hauptsache, sie hat etwas Geschmack!
Die genaue Zutatenliste samt Mengenangaben findest du wieder am Ende dieses Beitrags. Dort kannst du dir das Rezept auch ausdrucken lassen.

Tipps zur Zubereitung der französischen Zwiebelsuppe
Eine Zwiebelsuppe zu kochen, ist wirklich kein Hexenwerk und die größte Schwierigkeit ist die Geduld, die man aufbringen muss, bis die Zwiebeln schön weich geschmort sind. Der Rest ist ein Kinderspiel, aber ein paar Tipps habe ich auch heute wieder für dich.
- Schneide die Zwiebeln möglichst in gleichmäßige, dünne Scheibchen, damit sie gleichmäßig durchgaren und schön weich schmoren.
- Lösche die Zwiebeln mit dem Cidre ab und lass ihn etwas einkochen, bevor der Geflügelfond dazukommt. Der Alkohol sollte verkochen, damit der feine Geschmack vom Cidre herauskommt.
- Rühre die Crème double erst ganz am Ende unter und lass die Suppe danach nicht mehr kochen, sonst kann sie ausflocken.
- Toaste die Baguettescheiben kurz an, bevor du sie auf die Suppe legst, dann weichen sie unter dem Käse nicht sofort durch.
Du kennst Zubereitungstipps, die hier fehlen und die für meine Leser interessant wären? Dann schreibe mir doch einen Kommentar!
Für mich steht tatsächlich fest: Diese französische Zwiebelsuppe hat das Zeug, meine bisherige Favoritin von Jamie Oliver ernsthaft herauszufordern. Die Kombination aus Cidre und Geflügelfond gibt ihr eine Frische, die ich vorher so nicht kannte. Auch meine Frau war restlos überzeugt, und wir waren uns beide einig: Fantastische Suppe!
Koche sie nach! Unbedingt. Ich verspreche dir, du wirst sie lieben. Viel Spaß mit diesem tollen Rezept, gutes Gelingen und guten Appetit oder noch besser: bon appétit!

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Wenn du auf den Geschmack gekommen bist, probiere doch auch mal die Zwiebelsuppe nach Jamie Oliver oder meine Käse-Lauch-Suppe mit Hackfleisch. Und falls du eher auf Fleisch stehst, schau dir gerne auch mein Zwiebel-Sahne-Schnitzel an.

Französische Zwiebelsuppe mit Cidre
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Rezept Zutaten
- 400 g Zwiebeln
- 150 ml Cidre, siehe Notiz!
- 650 ml Geflügelfond
- 70 g Butter
- 30 g Mehl
- 70 g Creme Double
- 30 g Gruyere, frisch gerieben
- 1 kleines Bouquet garni
- 1 französisches Baguette, schräg in Scheiben geschnitten
- Salz
- Schwarzer Pfeffer
Rezept Zubereitung
- Die Zwiebeln abziehen, in dünne Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit hohem Rand oder einem Topf bei mittlerer Hitze in 40 g Butter 2 Minuten anschwitzen. Dann die Temperatur erhöhen und die Zwiebeln goldbraun anbraten. 150 ml Cidre angießen, das Bouquet garni zufügen und 5 Minuten köcheln lassen. Beiseite stellen.
- In der Zwischenzeit in einem Topf bei sanfter Hitze 30 g Butter schmelzen, 30 g Mehl unterrühren und 2 Minuten anschwitzen, bis die Mehlschwitze leicht bräunt. Mit dem Geflügelfond aufgießen, gut verrühren und bei kleiner Hitze 15 Minuten köcheln.
- Die Zwiebeln zufügen und die Suppe weitere 15 Minuten köcheln lassen, dabei schon mal den Ofen auf der Grillstufe vorheizen. Die Suppe mit Salz und Pfeffer mutig abschmecken, (Kräuter entfernen) und vom Herd nehmen.
- Die Baguettescheiben in einer Pfanne leicht von beiden Seiten anrösten. Die Zwiebelsuppe in Tassen oder Schalen füllen und ein paar Kleckse Creme Double zur Suppe geben. Die gerösteten Baguettescheiben auf die Suppe legen und mit dem geriebenen Käse bestreuen. Die Suppe im Backofen unter dem Grill schieben, bis der Käse leicht geschmolzen ist.
- Servieren und pusten nicht vergessen! Die Suppe ist heiß!
Anmerkungen
- Laut Rezept sollen zusätzlich noch 100 ml Cidre auf 4 Suppentassen verteilt werden, über die dann die Zwiebelsuppe geschöpft wird, bevor sie in den Ofen kommt. Darauf habe ich verzichtet, weil mir die Suppe auch so schon gut genug geschmeckt hat.
- Die Portionen reichen hier für 4 kleine Vorspeisen oder 2 Suppenteller.
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PS: Cidre doux oder brut steht im Rezept? Dann ist das süßer oder trockener Cidre. Ist das egal laut Michael Roux? Ich bin gespannt… Und Danke schon mal für Deine Antwort!
Laut Rezept ist es wohl egal, aber ich habe trockenen Cidre gewählt. Ich hatte die gleichen Bedenken wie du, bezüglich der süßen Alternative. Der Trockenen hat perfekt gepasst. 🙂
Lieber Ubi, wenn ich mal antworten darf 🙂 Du bekommst Cidre (oder notfalls auch trockenen Cider, das ist dann der englische) sowie hessischen Apfelwein in gut sortieren Getränkeläden oder in guten Kaufhausabteilungen. Achte unbedingt darauf (Malte, korrigiere mich bitte!), dass es trockener Cider/Cidre o.ä. ist. Ich könnte mir vorstellen, dass der süßlichere (schmeckt wie alkoholisierter Apfelsaft) nicht so gut passt, weil die Zwiebeln ja schon eine Süße haben. Aber vielleicht hat Malte hier noch eine genauere Angabe zum Cidre 🙂 Bekommen solltest Du ihn aber so oder so in der von Dir vermuteten Feinkostabteilung!
Lecker… Hatte lange keine Zwiebelsuppe mehr. So viel zu kochen… so wenig Zeit :o(
Verrate mir doch bitte noch, wo du den Cidre her hast? Ich habe immer so das Gefühl, dass es eher ein saisonaler Artikel ist. Oder einfach in einer Feinkostabteilung eines großen Kaufhauses versuchen? Rezept kommt jedenfalls in meine Sammlung. Merci bien! ubi
Ich habe ihn in einem gut sortierten EDEKA Zurheide gekauft. Einen trockenen Cidre, wie die liebe Julia schon vermutet hat. 🙂