Manche Rezepte haben eine Geschichte, die fast genauso schön ist wie der Kuchen selbst. Meine Oma pflegte einige Brieffreundschaften, während ich ein Kind war. Dabei wurden auch immer eifrig Rezepte ausgetauscht, u.a. auch das Rezept für einen Träubleskuchen. Heute weiß ich, dass die Freundin meiner Oma in Schwaben gewohnt hat. Dort ist der Träbleskuchen zu Hause. Er gehörte irgendwann zu meiner Kindheit und heute möchte ich das Rezept mit dir teilen.

Im Schwäbischen sagt man zu Johannisbeeren „Träuble“ und so erklärt sich der Name dieses Kuchens. Er besteht aus einem klassischen Mürbeteigboden und einer Haselnuss-Baiser-Mischung mit Johannisbeeren. Die Kombination aus Säure und Süße der Beeren mit dem nussigen Baiser schmeckt einfach wunderbar, und ich bin sicher, dass dich dieser sommerliche Kuchen begeistern wird.
Damit der Kuchenboden nicht matschig wird, hat meine Oma immer eine Zwischenschicht zum Kuchen gegeben. Das war eine Mischung aus Semmelbröseln, gemahlenen Haselnüssen und Zucker. Das ist im Grunde so simpel und gleichzeitig genial! Bisher konnte ich jeden mit dem Träubleskuchen begeistern, weil es ein Kuchen ist, den man so nicht zu kaufen bekommt und der auch noch sehr einfach zu backen ist.

Wichtige Zutaten für den Johannisbeerkuchen
Für diesen Kuchen brauchst du ein paar Zutaten, die sich auf mehrere Komponenten aufteilen. Klingt nach Aufwand, ist es aber gar nicht! Für mein Rezept brauchst du u.a.:
- Rote Johannisbeeren – frische Johannisbeeren sind natürlich am besten. Wenn du sie nicht bekommst, funktionieren auch tiefgekühlte Beeren.
- Mürbeteig aus Mehl, Butter, Zucker, Eigelb und Zitronenabrieb – ein klassischer, einfacher Mürbeteig, der Boden und Rand der Springform auskleidet. Die Zitrone gibt ihm eine feine, frische Note.
- Zwischenschicht aus Semmelbröseln, Zucker und gemahlenen Haselnüssen – diese Schicht ist das kleine Geheimnis des Rezepts. Die Mischung saugt den noch austretenden Fruchtsaft der Johannisbeeren auf und schützt den Teigboden vor dem Matschigwerden.
- Eiweiß für das Baiser – wird mit Zucker schön fest aufgeschlagen und bildet die Basis der Füllung.
- Gemahlene Haselnüsse – kommen sowohl in die Zwischenschicht als auch in die Füllung. Wer keine Haselnüsse verträgt oder mag, kann alternativ auch gemahlene Mandeln verwenden.
- Puderzucker – kommt kurz vor dem Servieren auf den Kuchen.
Die genaue Zutatenliste samt Mengenangaben findest du wieder am Ende dieses Beitrags. Dort kannst du dir das Rezept auch ausdrucken lassen.
Tipps zur Zubereitung des Johannisbeerkuchens
An sich ist die Zubereitung dieses Kuchens gut zu meistern, wenn man ein paar Dinge im Blick behält. Hier meine wichtigsten Tipps:
- Du kennst sicher den „Trick“, die Johannisbeeren mit einer Gabel von der Rispe zu streifen. Viel einfacher geht es aber mit einem groben Küchensieb, finde ich. Den Stiel durch eines der Löcher am Sieb ziehen und schon landen die Johannisbeeren ohne einzeln verbliebene Ministängelchen im Sieb. Mit der Methode mit der Gabel musste ich oft nachputzen, das entfällt beim Sieb.
- Wichtig ist, dass du die Johannisbeeren gut abtropfen lässt, bevor sie in die Kuchenform kommen. Die Flüssigkeit brauchen wir nicht im Teig.
- Den Mürbeteig gebe ich direkt nach dem Kneten in die Backform und forme den Boden und den Rand. Erst danach stelle ich ihn kalt. Geht viel einfacher. Im Rezept habe ich die Grammangaben für den Boden festgehalten und Omas Rezept so angepasst, dass kaum Teig übrig bleibt.

- Die Zwischenschicht aus Semmelbröseln, Zucker und Haselnüssen erst kurz vor dem Befüllen auf den Teigboden geben. So hat sie noch keine Zeit, selbst Feuchtigkeit aus dem Teig zu ziehen.
- Das Eiweiß für den Baiser darf kein bisschen Eigelb enthalten, sonst schlägt es sich nicht richtig steif. Schüssel und Rührbesen sollten dabei absolut fettfrei sein. Eine Prise Salz sorgt für die gewollte Festigkeit.
- Bei diesem Rezept bleiben 3 Eigelb übrig, die du anderweitig verarbeiten kannst. (Ich empfehle dafür Spaghetti Carbonara!)
- Die Johannisbeeren, die Haselnüsse und das Mehl werden nur vorsichtig unter das Baiser gehoben, niemals gerührt. So bleibt die Baisermasse schön luftig und der Kuchen wird herrlich fluffig.
- Den Kuchen auf der zweiten Schiene von unten backen, nicht in der Mitte des Ofens. Der Boden braucht Hitze von unten, damit er schön durchbackt und nicht roh bleibt.
- Nach 45 Minuten ruhig mal einen Blick in den Ofen werfen. Wenn die Oberfläche zu dunkel wird, einfach ein Stück Backpapier locker darauflegen. Das schützt die Baiserschicht und der Kuchen kann trotzdem fertigbacken.
- Den Kuchen nach dem Backen für 30-60 Minuten abkühlen lassen, bevor du den Springformrand löst. Er ist noch sehr zerbrechlich, wenn er heiß ist und sollte vollständig auskühlen, bevor er serviert wird.
Du kennst Zubereitungstipps, die hier fehlen und die für meine Leser interessant wären? Dann schreibe mir doch einen Kommentar!

Hach, was für ein Kuchen!
Wenn ich den Träubleskuchen aus dem Ofen hole und den Puderzucker drübersiebe, denke ich jedes Mal an meine Oma. Beim ersten Bissen versteht man sofort, warum dieses Rezept so toll ist. Die säuerlichen Johannisbeeren, das nussige Haselnuss-Baiser sowie der buttrige Teig darunter harmonieren so gut und sind zusammen einfach köstlich. Wenn du ein Herz für Johannisbeeren hast, dann musst du diesen Träubleskuchen unbedingt mal probieren!

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Hast du Lust bekommen auf noch mehr Kuchenrezepte meiner Oma? Dann probiere mal die Joghurttorte, sie schmeckt köstlich! Ein Klassiker meiner Oma war der Schokoladenkuchen mit Vanillepudding vom Blech. In der Erdbeerzeit ein Muss ist die Erdbeerrolle.

Johannisbeerkuchen mit Baiser: Träubleskuchen
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Verwendetes Zubehör
Rezept Zutaten
Mürbeteig
- 200 g Weizenmehl Typ 405
- 125 g Butter, kalt, in Würfeln
- 50 g Zucker
- 2 Eigelbe, (von den Eiern der Füllung)
- 1 Bio-Zitrone
- 1 Prise Salz
Zwischenschicht
- 50 g Semmelbrösel
- 25 g Zucker
- 25 g Haselnüsse, fein gemahlen
Füllung
- 500 g Rote Johannisbeeren
- 5 Eier, Größe M
- 175 g Zucker
- 1 EL Mehl, 25-30 g
- 150 g Haselnüsse, fein gemahlen
- Puderzucker für die Deko
Rezept Zubereitung
Mürbeteig
- Backpapier in den Boden der Springform. (Ø 26 cm) einspannen.
- Die Zutaten für den Mürbeteig, also Mehl, kalte Butter in Würfeln, Zucker, zwei Eigelb (Eiweiß aufheben!), Abrieb der Zitrone und eine Prise Salz in eine Schüssel geben und mit den Händen flott zu einem glatten Teig kneten.
- Den Teig in zwei Teile teilen. Ich nehme 230 g für den Boden und 180 g für den Rand.
- Den Teig für den Boden gleichmäßig und dünn in die Springform drücken.
- Den Teig für den Rand in kleine, fingerdicke Rollen formen, diese auf den Boden legen und damit einen Rand hochziehen.Die Springform für eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
Zwischenschicht
- Semmelbrösel, Zucker und Haselnüsse in einer kleinen Schüssel vermischen und auf dem gekühlten Teigboden gleichmäßig verteilen, kurz bevor die Füllung drauf kommt.
Füllung
- Die Johannisbeeren waschen und von den Stielen befreien, siehe Tipp oben im Text. In einem Sieb abtropfen lassen, während der Teig kühlt.
- Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Die restlichen 3 Eier trennen. Das Eigelb wird nicht mehr benötigt.
- Das Eiweiß mit einer guten Prise Salz kurz aufschlagen, damit es schaumig wird. Anschließend den Zucker einrieseln lassen und mit der Küchenmaschine für 5 Minuten auf höchster Stufe aufschlagen, sodass eine schöne, feste Baisermasse entsteht.
- Die gemahlenen Haselnüsse, das Mehl und die abgetropften Johannisbeeren zum Baiser geben und alles mit einem Silikonspachtel vorsichtig unterheben, bis es gleichmäßig verteilt ist.Die Masse in die Springform geben und gleichmäßig glatt streichen.
- Den Kuchen auf der zweiten Schiene von unten (!) für 60 Minuten backen. Nach 45 Minuten eventuell mit Backpapier abdecken, wenn die Oberfläche zu dunkel wird.
- Den Kuchen nach der Backzeit aus dem Ofen holen und für 30–60 Minuten auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Dann den Rand der Springform entfernen und vollständig abkühlen lassen.
- Den Träubleskuchen kurz vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen.
Anmerkungen
- Die Haselnüsse können auch durch gemahlene Mandeln ersetzt werden.
Ungefähre Nährwerte pro Portion
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