Heute schreibe ich endlich das Rezept unserer Oma für Pierogi ruskie auf. Ich bin mit diesen Pierogi mit Kartoffelfüllung groß geworden und erst heute, seit ich sie für meinen Sohn zubereitet, weiß ich, was für eine Arbeit meine Oma immer in dieses Essen gesteckt hat. Mein Sohn sagte mal zu mir, dass Kochen Liebe ist und ich bin mehr als gerührt, dass er das in seinen jungen Jahren schon verstanden hat.

Wenn ich als Kind von der Schule nach Hause kam und mir der Duft von gebratenen Zwiebeln entgegenschlug, konnte ich es kaum noch erwarten, mich an den Tisch zu setzen. Wenn die heiß dampfenden Pierogi dann endlich vor mir standen, gab es kein Halten mehr. Meine Schwester und ich haben die Pierogi förmlich inhaliert. Genauso geht es meinem Sohn heute auch. 😀 Er liebt diese kleinen Teigtaschen einfach und ich liebe es, dass er dieses Essen so wertschätzt.
Gefüllte Teigtaschen haben in der polnischen Küche eine lange Tradition und die Pierogi ruskie sind wohl die bekannteste und beliebteste Variante überhaupt. An sich sind Pierogi ein einfaches Gericht. Bei der Variante ruskie bekommen die Pierogi eine Füllung aus Kartoffeln, Twarog (eine Art Quark) und Zwiebeln. Serviert werden sie mit geschmorten Zwiebeln und etwas Nussbutter. Deftig, würzig und einfach lecker. Und das mit diesen simplen Zutaten.

Wichtige Zutaten für die Piroggen
Die Zutatenliste für Pierogi ist erfreulich überschaubar. Was zählt, ist die Qualität der Zutaten und ein bisschen Geduld beim Formen. Für mein Rezept brauchst du u.a.:
- Weizenmehl Typ 405 – die Basis für den Teig. Der Typ 405 macht den Teig schön geschmeidig und lässt ihn gut ausrollen, ohne zu reißen.
- Neutrales Öl – kommt in den Teig und sorgt dafür, dass er elastisch bleibt und sich gut verarbeiten lässt. Eier sind hier nicht nötig.
- Mehligkochende Kartoffeln – für die Füllung. Mehligkochende Kartoffeln lassen sich besser zu Brei verarbeiten und geben der Füllung eine cremige, homogene Konsistenz.
- Twarog – das ist polnischer Quark, der etwas körniger und fester ist als der deutsche Speisequark. Ich kaufe Twarog immer im Kaufland. Falls du keinen Twarog bekommst, ist Schichtkäse die beste Alternative.
- Zwiebeln – zweimal! Einmal für die Füllung und einmal zum Servieren. Die geschmorten Zwiebeln obendrauf sind für mich das i-Tüpfelchen und sollten auf keinen Fall weggelassen werden.
- Butter – die Pierogi werden nach dem Kochen kurz in Nussbutter geschwenkt. Das gibt ihnen einen wunderbaren Geschmack und verhindert, dass sie zusammenkleben.
Die genaue Zutatenliste samt Mengenangaben findest du wieder am Ende dieses Beitrags. Da kannst du dir das Rezept auch ausdrucken lassen.
Tipps zur Zubereitung der Piroggen
Diese wunderbare Hausmannskost ist zwar nicht schwer in der Zubereitung, aber ein wenig Geduld muss man auf jeden Fall mitbringen. Ich habe sie schon so oft gemacht, dass ich ein paar Tipps weitergeben kann.
- Den Teig bitte immer frisch zubereiten und nicht über Nacht im Kühlschrank lagern. Er wird davon weich und lässt sich dann kaum noch gut verarbeiten. Eine halbe Stunde Ruhezeit im Kühlschrank ist gut, mehr bitte nicht.
- Der Teig sollte wirklich dünn ausgerollt werden, ca. 1-2 mm. Das braucht ein bisschen Übung, aber dünn ausgerollter Teig ist das Geheimnis von wirklich zarten Pierogi. Zu dick, und der Teig überdeckt den Geschmack der Füllung.
- Die Kartoffeln am Besten noch heiß durch die Kartoffelpresse drücken. Wenn sie abgekühlt sind, lassen sie sich schwerer pressen und die Füllung kann klumpig werden. Alternativ funktioniert auch ein Kartoffelstampfer.
- Die Füllung gut würzen! Kartoffeln und Twarog schlucken ordentlich Salz. Schmecke die Masse vor dem Füllen ab. Eine gut gewürzte Füllung macht den ganzen Unterschied.
- Beim Formen der Pierogi darauf achten, dass die Ränder gut verschlossen sind, sonst öffnen sie sich beim Kochen. Ein Teigtaschenformer ist dabei eine wirklich praktische Hilfe, weil er den Rand gleichzeitig schließt und versiegelt.


- Das Backblech, auf dem die gefüllten Pierogi warten, muss ordentlich bemehlt sein. Sonst kleben sie fest und reißen beim Ablösen ein.
- Die Pierogi in kochendem Salzwasser kochen, bis sie an die Oberfläche steigen, und dann noch 1-2 Minuten ziehen lassen. Je nach Dicke deines Teiges auch länger. Ein Pierogi probieren und dann die Kochzeit für den Rest anpassen.
- Übrige Pierogi können wunderbar eingefroren werden und ich empfehle sogar, das Rezept zu verdoppeln und die Arbeit auf sich zu nehmen. So hast du noch ein paar Portionen auf Vorrat. Dazu einfach auf einem bemehlten Brettchen oder Teller vorfrieren, dann in einen Gefrierbeutel umfüllen. Direkt aus dem Gefrierschrank ins kochende Wasser geben und sich freuen.
Du kennst Zubereitungstipps, die hier fehlen und die für meine Leser interessant wären? Dann schreibe mir doch einen Kommentar!

Was für ein wunderbares Essen!
Wenn ich die Pierogi in der Butter schwenke und der Duft der geschmorten Zwiebeln dazukommt, bin ich mit einem Schlag wieder Kind. Und jedes Mal, wenn ich dieses Essen koche, bin ich meiner Oma dankbar, die immer für mich da war. Ich hoffe, dass mein Sohn die Pierogi irgendwann für seine Kinder kocht und das Rezept so noch viele Generationen weiterlebt.

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Hast du Lust auf noch mehr herzhafte Hausmannskost bekommen? Dann probiere mal Möhren untereinander mit Mettenden. Eier in Senfsoße sind auch ein Klassiker der deutschen Küche. Die Königsberger Klopse liebe ich seit meiner Kindheit und kann sie nur empfehlen.

Pierogi ruskie | Omas Piroggen mit Kartoffelfüllung
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Verwendetes Zubehör
- Kartoffelpresse alternativ Kartoffelstampfer
Rezept Zutaten
Teig
- 600 g Weizenmehl Typ 405, + mehr zum Ausrollen
- 4 EL Neutrales Öl, 35 g
- 330 g Wasser, lauwarm
- 1 TL Salz
Kartoffelfüllung
- 500 g Kartoffeln, mehlig kochend
- 500 g Twarog, alternativ Schichtkäse
- 150 g Zwiebel, bereits geschält
- Salz
- Pfeffer
- Muskat
- Öl zum Braten
Zum Servieren
- 600 g Zwiebeln
- 100 g Butter
- Öl zum Braten
- Salz
Rezept Zubereitung
Teig
- Mehl und Salz in eine große Schüssel geben. Gut durchmischen und eine Mulde formen. Die restlichen Zutaten, also Öl und Wasser, in die Mulde gießen. Zuerst mit einer Gabel grob alles miteinander verrühren, dann mit den Händen zu einem glatten Teig kneten.
- Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und für ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig nicht am Vortag zubereiten, siehe Tipp unten.
- Zum Füllen der Pierogi ein Viertel des Teigs abschneiden und auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen (ca. 1-2 mm). Kreise ausstechen (meine haben einen Ø von 7 cm) und diese mit einem kleinen Teelöffel Kartoffelmasse füllen (bei mir 6-8 g).Die Kreise mithilfe eines Teigtaschenformers umklappen und verschließen.
- Die gefüllten Pierogi auf ein ordentlich gemehltes Backblech legen und mit dem restlichen Teig ebenso verfahren. Teigreste können zusammengeknetet werden.
Kartoffelfüllung
- Die Kartoffeln mit Schale in Salzwasser gar kochen und pellen.
- Noch heiß durch eine Kartoffelpresse drücken, alternativ mit einem Kartoffelstamper stampfen.
- Während die Kartoffeln kochen, die Zwiebel in feine Würfel schneiden und in einer Pfanne mit etwas Öl glasig braten, bis sie eine schöne goldbraune Farbe bekommen haben.
- Die zerdrückten Kartoffeln mit der Zwiebel und dem Twarog in eine Schüssel geben. Gut mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und mit den Händen verkneten. Die Masse abschmecken und eventuell nachwürzen.
Servieren
- Die Zwiebeln in Streifen schneiden und in eine heiße Pfanne mit Öl geben. Salzen und langsam goldbraun schmoren.
- Die gefüllten Pierogi in kochendes Salzwasser geben und ca. 3 Minuten kochen (je nach Dicke des Teiges, am besten eine probieren). Wenn sie nach oben steigen, noch eine Minute kochen, dann sind sie fertig.
- Zeitgleich eine Pfanne aufsetzen und ein gutes Stück Butter und einen Schuss Öl erhitzen, bis es leicht nussig riecht. Aufpassen, dass die Butter nicht sofort schwarz wird!Die fertig gekochten Pierogi aus dem Salzwasser heben, kurz abtropfen lassen und in die heiße Buttermischung geben. Kurz durchschwenken und auf Teller geben. Etwas von den geschmorten Zwiebeln über die Pierogi geben und sofort servieren.
Anmerkungen
- Der Teig kann nicht gut über Nacht liegen, er wird davon weich und lässt sich schwer verarbeiten. Am besten immer frisch zubereiten. Eine halbe Stunde bis Stunde Ruhezeit im Kühlschrank tut ihm gut, mehr bitte nicht.
- Übrig gebliebene Kartoffelfüllung schmeckt gut auf einer leicht erwärmten Scheibe Brot.
- Übrige Pierogi können eingefroren werden, siehe Tipp im Text oben.
Ungefähre Nährwerte pro Portion
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tolle Rezepte
vielen dank
Liebe Brigitte, ganz herzlichen Dank für dein liebes Feedback und die tollen 5 Sterne! Freut mich riesig, dass dir Omas Pierogi ruskie so gut gefallen – genau dieses Rezept liegt mir besonders am Herzen. Ich wünsche dir viel Freude beim Nachkochen!
Ganz tolle Tipps, vielen Dank, ich mache es genauso!
Liebe Gisela, ganz herzlichen Dank für die tollen fünf Sterne und dein liebes Feedback! 🙂