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Frohe Ostern mit Eating with the Chefs

Blumenkohlsuppe mit Kaperngel

Mittlerweile stehe ich ja doch fast täglich in der Küche und koche für mich und meine Familie das Essen. Ich koche gerne und freue mich immer wie ein Schneekönig, wenn ich etwas Leckeres auf die Teller bringe und Frau und Kind verwöhnen kann. Allerdings mag ich es auch weiterhin sehr gerne, wenn ich selbst mal bekocht werde und mich mal bedienen lassen kann.

Normalerweise passiert das immer dann, wenn wir auswärts essen gehen. Das ist aktuell aber nicht immer ein Vergnügen, weil mein kleiner Sohn in einem Alter ist in dem er Hummeln im Po hat und nicht so gerne ruhig sitzen mag. Im Restaurant, besonders in etwas “schickeren” Läden, kann ich mit ihm schlecht fangen spielen anstatt das gute Essen zu genießen. Deswegen gehen wir im Moment auch nicht schick essen.

Eating with the chefs

Ich wollte mich trotzdem an Ostern mal verwöhnen lassen und mindestens an einem Tag nicht selbst in der Küche stehen. Aber ich wollte auch etwas Gutes essen und nicht den üblichen Pizza- oder Chinalieferdienst bemühen. Da fiel mir dann das Angebot von “Eating with the Chefs” ein, das ich vor einiger Zeit durch Zufall entdeckte.

Kurz erklärt, Eating with the Chefs ist eine Art Lieferdienst der Essen der gehobenen Kategorie nach Hause liefern lässt. Gekocht wird das Essen von Spitzenköchen, die in Berlin eigene Restaurants betreiben. Schaut am besten mal auf der Webseite von “Eating with the Chefs” vorbei, wenn ihr sehen wollt, welche Köche dort für euch tolle Gerichte zaubern.

Ich dachte mir, wenn ich schon Zeit in der Küche sparen kann, mache ich ein paar Fotos von meinem Oster-Menü und berichte euch über meine Erfahrungen mit Eating with the Chefs, denn ihr seid bestimmt neugierig, wie das ganze funktioniert und ob das Essen auch schmeckt. Ich finde die gesamte Idee ziemlich spannend und habe mich auf unsere Lieferung gefreut.

Eating with the chefs

Bestellt hatte ich das Menü am vergangenen Mittwoch und einen Tag später wurde es bereits von DHL in einer gekühlten Box geliefert, die der DHL Bote wieder mitnimmt. Weniger Müll für mich, sehr schön.

Die bereits fertig gegarten Zutaten werden in kleine Beutel eingeschweißt geliefert und müssen dann nur noch unterschiedlich lang im Wasserbad erwärmt werden. Die Blumenkohlsuppe samt geröstetem Blumenkohl und Kapern-Gel brauchte 6 Minuten, genauso wie die Kalbsbäckchen samt weiterer Zutaten. Der Schokokuchen musste im Ofen noch 18 Minuten gebacken werden.

Das funktioniert in der Praxis auch absolut problemlos, braucht allerdings beim Anrichten schon seine Zeit, wenn man hübsch anrichten möchte. Man muss halt jedes Tütchen nacheinander öffnen und kann nicht wie gewohnt aus dem Topf / der Pfanne heraus anrichten. Da machen sich meine Wärmelampen dann mal richtig bezahlt. Wenn man die nicht hat, muss man sich beim Anrichten schon etwas beeilen, wenn man alle Zutaten heiß servieren möchte. Teilweise habe ich manche Zutaten (Suppe und Soße) in einen Messbecher umgefüllt, da sie sich so besser portionieren ließen als aus der heißen, wabbeligen Tüte.

Eating with the chefs

Natürlich habe ich mir für das Anrichten ein paar Minuten Zeit genommen und die Gerichte nach der mitgelieferten Anleitung auf den Teller gebracht. Wenn man sich schon ein eher außergewöhnliches Essen nach Hause liefern lässt, dann soll es ja auch appetitlich aussehen.

Blumenkohlsuppe mit Kaperngel
Blumenkohlsuppe mit geröstetem Blumenkohl, Sauerteigbrot-Chips und Kapern-Gel.

Die Blumenkohlsuppe hat sehr intensiv nach Blumenkohl geschmeckt und hatte eine samtig-cremige Konsistenz. Ohne das Kapern-Gel war sie uns fast schon zu blumenkohlig, das leicht säuerliche Kapern-Gel hat den Geschmack aber perfekt abgemildert. Schöne Suppe!

Geschmorte Kalbsbäckchen
Geschmorte Kalbsbäckchen mit Haselnusspüree, Pumpernickel-Klößen, Selleriesalat und roter Beete.

Die Kalbsbäckchen waren super zart, wirklich butterweich und haben großartig geschmeckt. Die Sauce war für unseren Geschmack einen Tick zu weihnachtlich angehaucht, aber der Geschmack war top. Das Haselnusspüree war für mich das Highlight der Hauptspeise, weil ich das zum ersten Mal gegessen habe und es superlecker fand. Das koche ich definitiv nach!

Die rote Beete war rote Beete und sehr gut gegart und auch der Selleriesalat hatte eine schöne Säure und schmeckte richtig gut. Die Pumpernickel-Klöße fand ich ein wenig fest, aber da ich zuvor noch nie Pumpernickel-Klöße gegessen habe, kann es natürlich auch gut sein das sie so sein müssen. Da fehlt mir schlicht der Vergleich. Der Geschmack war allerdings wieder sehr gut.

Schikoküchlein mit Mascarpone-Limetten-Creme
Schokoladentörtchen mit Limetten-Mascarpone-Creme und Blaubeeren.

Der Nachtisch war ein solider und leckerer Nachtisch, der mich aber auch nicht aus den Schuhen gehauen hat. Der Schokokuchen erinnerte mich geschmacklich sehr an den Schokokuchen von Mälzer / Wizigmann, den ich auch schon ein paar Mal gebacken habe. Er war lecker, schön schokoladig, mit einem noch nicht ganz durchgebackenen Kern. Die Limetten-Mascarpone-Creme war trotz Mascarpone sehr luftig und leicht, was natürlich gut zu dem etwas schweren Schokokuchen passte und die Blaubeeren samt Gelee haben noch eine fruchtige Komponente eingebracht. War gut.

Die Optik passte Dank der guten Vorlagen bei den Zubereitungshinweisen auch und wenn mein kleiner Sohn bei der Nachspeise nicht gierig mit seinem kleinen Fingerchen durch das Blaubeeren-Gelee gefahren wäre, würde der Teller ja fast als Restaurantteller durchgehen. Oder?

Onsen-Ei

Innerhalb des Oster-Menüs gab es auch noch 2 Onsen-Eier und das passte gut, denn ich wollte die schon lange mal probieren. Die Eier musste ich nur noch 1 Minute im siedenden Wasser erhitzen, schon waren sie fertig. Was für ein Geschmack! Sie hatten eine grandiose samtig weiche Konsistenz. Echt der Hammer.

Für das gesamte Menü aus 2 Vorspeisen, 2 Hauptspeisen und 1 Nachtisch plus eine Flasche guten Rotwein habe ich 54 € bezahlt. Das würde ich in einem gehobenen Restaurant mit ähnlich guter Qualität der Gerichte ganz sicher auch bezahlen, wahrscheinlich würde es sogar noch etwas mehr kosten. Nun war das Ostermenü allerdings im Angebot und hätte sonst 74 € gekostet, was ich für diese Qualität auch noch ok gefunden hätten.

Kleine Kritikpunkte gibt es von mir aber auch. Das Gericht wurde am Donnerstag-Abend geliefert und am gestrigen Sonntag gegessen. Laut Webseite sollte es bis Ostermontag frisch bleiben und verzehrt werden können. Leider hat die mitgelieferte Kresse das nicht gewusst und ist schon am Samstagabend ziemlich eingegangen. Ich musste mich schon anstrengen noch genug Kresse für das Anrichten der Suppe zusammenzukriegen. Klar, frische Kräuter haben auch ein Eigenleben, aber das ist schon ein wenig unglücklich.

Viel schlimmer war, dass beim Menü nur 1 Nachtisch geliefert wurde. Ich dachte erst ich hätte einen Fehler bei der Bestellung gemacht, aber es war wirklich nur 1 Nachtisch im Gesamtmenü vorgesehen. Das geht gar nicht, liebe Leute!

Vielleicht sollte das ja auch zur Romantik an Ostern beitragen, von wegen Teilen und so, aber meine Frau hat mich trotzdem so angeguckt als hätte ich ihr gerade erklärt das es Ostermontag dann Bambi als Osterbraten gibt. Beim nächsten Mal bitte 2 Nachtische für ein Menü für 2 Personen liefern, wenn ihr die Scheidungsraten nicht in die Höhe treiben wollt!

Insgesamt fand ich es ganz angenehm mal auf diese Art und auf diesem Niveau “bekocht” zu werden und das war mit großem Abstand das beste Lieferessen das ich mir jemals nach Hause habe liefern lassen. Ich kann mit auch gut vorstellen das es zu einer Wiederholung kommt, wenn der Anlass passt und die Menüs mich anmachen. Eating with the Chefs ist eine echt nette Idee, davon darf es ruhig Nachahmer geben!

über

Ich koche mit viel Leidenschaft und liebe die einfache Küche. Schnell und lecker schließen sich nicht aus und genau das versuche ich auf meinem Blog zu zeigen. Neben meiner Leidenschaft für das Kochen bin ich glücklicher Papa des tollsten Jungen auf der Welt und ein unverbesserlicher Optimist.

2 Kommentare zu “Frohe Ostern mit Eating with the Chefs

  1. Das ist ja mal eine großartige Idee! Muss ich testen!! lg Simone
    • Die Idee ist wirklich toll und ich bin gespannt,wie dir das Essen schmecken wird. Sage mal Bescheid, wenn du es getestet hast! Viele Grüße Malte

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