Über­ba­cke­nes Schweineschnitzel

Vor ein paar Tagen wurde meine Bestellung des schwäbisch-hallischen Hausschweins gelie­fert und vor lau­ter Aufregung habe ich glatt ver­ges­sen, die 1 kg Schnitzelfleisch por­tio­niert ein­zu­frie­ren. Ein zwei­tes Mal ein­frie­ren geht nicht, also musste ich armer Bub 2 Tage hin­ter­ein­an­der Schnitzel ver­drü­cken. Schreckliche Sache.

Am ers­ten Tag gab es ganz klas­si­sche Schnitzel, paniert und in Butterschmalz aus­ge­ba­cken. Für den zwei­ten Tag wollte ich aber etwas Neues aus­pro­bie­ren und ein biss­chen vari­ie­ren. In Jamie Olivers Buch „Jamies Amerika“ fand ich ein Rezept für über­ba­ckene Kalbsschnitzel, wel­ches mich echt anmachte. Geht sicher auch mit Schweineschnitzel (stand sogar im Rezept, wie ich spä­ter fest­stellte), also keine Zeit ver­trö­deln, mir tropfte schon der Zahn.

Überbackene Schweineschnitzel nach einem Jamie Oliver Rezept

Zutaten für 4 Personen — (Quelle: Jamies Amerika / Seite 57)

In Klammern ste­hen die Angaben aus dem Original-Rezept.

Für die Tomatensauce

  • 2 Dosen gehackte Tomaten
  • 2 Knoblauchzehen, geschält und in feine Scheiben geschnit­ten (3 Knoblauchzehen)
  • (3 Sardellenfilets, gehackt) — die musste ich weg­las­sen, meine Frau fin­det sie ganz schreck­lich)
  • 1 klei­nes Bund Basilikum
  • 1 fri­sche rote Chillischote, fein gehackt
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Für die Schweineschnitzel

  • 4 große Schweineschnitzel je 200 g, auf ca. 2 cm flach geklopft (Kalbsschnitzel)
  • 200 g Semmelbrösel (fri­sche Brotbrösel)
  • einige Zweige fri­scher Thymian, Blätter abge­zupft
  • 1 hand­voll frisch gerie­be­ner Parmesan
  • Abrieb einer hal­ben Bio-Zitrone (Abrieb einer gan­zen Zitrone)
  • 2 große Freiland Eier, ver­quirlt
  • 150 g Mehl
  • 125 g Büffelmozzarella, in Stücke zerpflückt
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Wie im Rezept vor­ge­ge­ben, habe ich mich zuerst um die Sauce geküm­mert. Jamie hackt für die Sauce einige Basilkum-Stiele, das habe ich nicht gemacht. Dafür habe ich spä­ter in die Sauce 2 Basilkum-Zweige samt Blätter gege­ben und mit­ge­kocht. Das habe ich aus einem Rezept von Cornelia Poletto und das hat mir ganz gut gefallen.

Los geht’s! Einen Topf auf­set­zen, heiß wer­den las­sen (mitt­lere Stufe) und einen guten Schuss Olivenöl hin­ein geben. Den Knoblauch (die Basilikumstiele und die Sardellenfilets) einige Minuten anschwit­zen und die Chillischote mit­bra­ten. Die gehack­ten Tomaten in den Topf geben (in mei­nem Fall die Basilikumstiele eben­falls in den Topf geben), auf­ko­chen las­sen und dann auf klei­ner Stufe ca. 20 Minuten köcheln las­sen. Jetzt noch mit Salz und Pfeffer abschme­cken und schon ist die Sauce fertig.

Schnitzel — jetzt! :rocka: (Aber vor­her noch schnell den Ofen auf 200 ° C vorheizen.)

Die Schnitzel habe ich platt geklopft und dann in 8 Portionen geteilt, sonst hät­ten sie nicht in die Auflaufform gepasst. 3 tiefe Teller hin­ge­stellt und in Teller 1 die Semmelbrösel gege­ben, den Thymian, den Zitronenabrieb und den gerie­be­nen Parmesan unter­ge­mischt. In Teller 2 die Eier und in Teller 3 das Mehl gege­ben und das Mehl mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Die Schnitzel zuerst im Mehl wen­den (über­schüs­si­ges Mehl abschüt­teln), dann durch das Ei zie­hen (abtrop­fen las­sen) und zum Schluss in die Semmelbröseln legen. Mit den Bröseln bestreuen und leicht and­rü­cken. Kurz über­schüs­sige Panade abschüt­teln, durch­at­men, Schnitzel anschauen, lächeln, Schluck Wein trin­ken und eine Pfanne auf mitt­lere Hitze aufsetzen.

Pfanne heiß wer­den las­sen und einen gro­ßen Schuss Olivenöl hin­ein geben. Jetzt die Schnitzel nach­ein­an­der hell­braun (Nicht ver­ges­sen, die kom­men noch in den Ofen und bräu­nen dort nach!) bra­ten und auf Küchenpapier legen.

Die Schnitzel werden mit Mozzarella und Basilikum belegt

Die Schnitzel wer­den mit Mozzarella und Basilikum belegt — tolle Farben oder?

Endspurt. Die Tomatensauce in die Auflaufform ver­tei­len und die Schnitzel auf die Sauce legen. Den Mozzarella und die Basilikumblätter über die Schnitzel geben und die Form für 20 Minuten in den Ofen packen. (Vor)Freuen!

Mein Resümee:

Das Wetter war toll, der erste rich­tig schöne son­nige Tag seit Wochen. Da haben die über­ba­cke­nen Schweineschnitzel wirk­lich wie Urlaub geschmeckt. Das schwäbisch-hallische Hausschwein war zart, die Panade lecker wür­zig und die Sauce tomatig-fruchtig. Die Schnitel waren dazu noch lecker über­ba­cken mit dem guten Büffelmozzarella — ich könnte mich buch­stäb­lich hin­ein legen. Tolles Rezept. Danke Jamie, das gibt es garan­tiert häufiger.

Das überbackene Schweineschnitzel in seiner ganzen Schönheit

Sonne, diese lecke­ren über­ba­cke­nen Schweineschnitzel, ein eis­kal­tes Weizen und das Leben ist schön.

Wie mögt ihr eigent­lich eure Schnitzel? Klassisch paniert nach Wiener Art mit Zitrone, als Jägerschnitzel oder Zigeunerschnitzel? Und vari­iert ihr bei der Zubereitung häu­fi­ger mal?

7 Gedanken zu “Über­ba­cke­nes Schweineschnitzel

  1. Klingt toll,daß das nach Urlaub schmeckt,glaube ich dir aufs Wort :-)
    Ich mag Schnitzel am liebs­ten paniert,aber nicht so gern in bzw auf der Soße,dann weicht die schöne Panade auf.Lieber die Soße sepa­rat dazu :smile:
    Lg Elke

    • Da hat meine Frau immer Anfälle gekriegt, wenn sie in der Pommesbude ein Schnitzel bestellt hat und das Ding unter der Sauce suchen musste. Das kannte sie so nicht, aber hier im Ruhrpott ist das völ­lig normal.

  2. Hmm ich liebe Schnitzel in allen mög­li­chen Varianten, aber am liebs­ten auch ganz klas­sisch paniert, mit Kartoffeln und nem Gemüse dazu. Und ich könnt auch drei Tage hin­ter­ein­an­der Schnitzel essen ;-)

    Liebe Grüße und noch einen schö­nen Sonntag
    Alice

  3. Kurze Frage — das Rezept ist doch nie und nim­mer für 2 Personen, oder? Das sind ja nach mei­nen Berechnungen 800 g Fleisch und mit dem gan­zen Drumherumgedöns macht das locker ein Kilo Material. Ne, das glaub ich nicht, dass ihr das zu zweit weg­ge­putzt habt. Zeig mal Deinen Bauch! :zwinker:

  4. Du hast natür­lich Recht, da hat sich ein Fehler ein­ge­schli­chen :blush Das ist das Originalrezept und das ist für 4 Personen gedacht. Wir haben 2 Tage davon gegessen.

    Danke für den Hinweis!

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