Vor ein paar Tagen hatte ich endlich mal wieder ein kleines bisschen Freizeit übrig, war in der Stadt unterwegs und entdeckte bei unserem Fleischer Kiko Hühnerschenkel im Angebot. Da musste ich nicht lange überlegen und nahm gleich 4 Schenkel mit nach Hause.
Im Hinterkopf (direkt neben der kahlen Stelle!) schlummerte eine leichte Erinnerung an ein Jamie Oliver Rezept, für Huhn Süß-Sauer, das ich ein paar Tage zuvor in seinem Magazin entdeckt hatte. Mein riesiges Männerhirn konnte sich zwar nicht mehr an alle Zutaten erinnern, aber ein bisschen Schwund (auch beim Hirn) ist ja immer. Wird schon gehen! Und ging dann auch und so gab es ein paar Stunden später Süß & Saures Huhn alla Jamie Oliver — naja, fast.
Zutaten für 2–3 Personen — (Quelle: Jamie Magazin Ausgabe Juli / August 2012 auf Seite 94)
- 4 Hähnchenschenkel
- 300 g chinesische Eiernudeln
- 6 Pflaumen
- Frischer Ingwer, ca. 3 cm Stück, geschält
- 2 rote Chillischoten, eine am Stück, eine fein gehackt
- 1 Bund Frühlingszwiebeln
- 3 Knoblauchzehen, geschält und angedrückt
- 2 TL Fünf-Gewürze-Pulver
- 8 EL Reisessig
- 2 EL Sojasauce
- 2 EL Honig
- 1 TL Sesamöl
- 1 Beutel Jasmintee
- Olivenöl
Im Originalrezept kommen noch 200 g Zuckerschoten, 125 g Baby-Spinat, gehackte Kräuter sowie Limettenspalten (zum Servieren) dazu. Diese Zutaten hat mein Hirn leider verschluckt.
Zubereitung:
Gleich zu Beginn die Frühlingszwiebeln waschen und in feine Ringe schneiden. Die Pflaumen entkernen und halbieren. Ingwer schälen, Knoblauch schälen und andrücken, eine Chillischote fein hacken.
Jetzt das Fleisch waschen, trocken tupfen und in eine große Schüssel geben. Mit ein bisschen Olivenöl beträufeln und dann mit dem Fünf-Gewürze-Pulver einreiben.
Einen Bräter erhitzen, einen guten Schuss Olivenöl hinein geben und die Hähnchenschenkel (mit der Hautseite nach unten) ca. 5 Minuten scharf anbraten. Jetzt die Hitze ein bisschen reduzieren und die Chillischote, den geschälten Ingwer (am Stück), die Hälfte der Frühlingszwiebeln sowie die angedrückten Konblauchzehen dazugeben. Die Schenkel mit dem Honig beträufeln und das Fleisch so lange braten, bis es schön dunkel und klebrig ist. Dabei ruhig immer mal wieder wenden.
Nun die Pflaumen in den Bräter geben, zusammen mit dem Essig, der Sojasauce sowie dem Sesamöl. Die Hitze auf etwas unterhalb mittlere Hitze reduzieren, den Bräter zudecke(l)n und die Schenkel bei dieser milden Hitze ca. 20–30 Minuten garen.
Nach dieser Zeit den Deckel abnehmen, die Schenkel rausnehmen und auf ein Brett legen. Den Ingwer, den Knoblauch und die Chillischote entfernen und die Flüssigkeit im Bräter etwas einköcheln lassen. Durch die aufgelösten Pflaumen wird sie schnell schön sämig.
In der Zwischenzeit von den Hähnchenschenkeln das Fleisch entfernen und das Fleisch wieder zurück in den Bräter geben. Nun einen Topf mit Wasser aufkochen lassen, vom Herd nehmen und die Eiernudeln zusammen mit dem Beutel Jasmintee für 4 Minuten in das heiße Wasser geben.
Nach 4 Minuten die Nudeln in den Bräter geben und mit dem Fleisch und der Sauce vermischen. Mit ein bisschen Nudelwasser die gewünschte Konsistenz der Sauce herstellen und beim Anrichten ein paar gehackte Frühlingszwiebeln sowie ein bisschen von der Chillischote drüber geben.
Im Originalrezept gibt Jamie den Baby-Spinat sowie die Zuckerschoten zusammen mit dem Nudeln in den Topf mit Wasser, lässt alles kurz aufkochen und dann noch 3 Minuten köcheln.
Mein Resümee:
Das ist nicht dieser typische Süß-Sauer Geschmack, den man vom Chinesen an der Ecke kennt. Klar, hier ist keine Ananas drin, kein Orangensaft und Gott sei dank auch keine Chemie. Das Süß-Saure hat hier eine leicht herbe Note, durch das Fünf-Gewürze-Pulver und durch das scharfe Anbraten und das Sesamöl kommt auch eine etwas rauchige Note dazu. Das gefällt mir eigentlich und deshalb hat mir das Gericht auch ganz gut geschmeckt.
Nun kommt das Aber. Es hat zwar ganz gut geschmeckt, aber es war auch ein bisschen langweilig. Vielleicht hätten Spinat und Zuckerschoten es noch aufgewertet, das kann natürlich sein. So fehlte mir ein bisschen der Pepp, dieses kleine Stück „Wow“. Das muss natürlich auch nicht immer vorhanden sein. Aber es könnte, denn dann würde es noch mehr Spaß machen.




