Saures Kartoffelgemüse mit gekoch­ter Mettwurst und Gurkensalat

Dieses ätzende Regenwetter macht depres­siv und wenn nicht bald der Sommer kommt, mit vie­len hei­ßen Tagen am Stück, wan­dere ich aus und mache auf Mallorca ein Sonnenstudio auf.

Zuvor muss ich aller­dings noch das nötige Kleingeld ver­die­nen und da bleibt gerade wenig Zeit zum (kochen)bloggen. Jetzt muss es in der Küche beson­ders schnell gehen und da bie­ten sich Salate gerade zu an. Im Kochbuch von Christian Rach fand ich eine Art Kartoffelsalat (bezeich­net als sau­res Kartoffelgemüse), der mich neu­gie­rig machte. Soweit, sogut.

Saures Kartoffelgemüse mit Mettwürstchen und einem Gurkensalat

Der Salat sollte warm ser­viert wer­den und da wollte ich unbe­dingt noch einen kal­ten Salat als Beilage auf den Tisch brin­gen. Ebenfalls im Kochbuch von C. Rach ent­deckte ich einen Gurkensalat und Gurkensalat fand ich frü­her als Kind mal so rich­tig schreck­lich. Dieses saure, wäss­rige Essigzeugs, bääh. Schmeckt das Zeugs eigent­lich immer so oder geht das auch in Lecker? Lag die Abneigung viel­leicht auch an mir? Geschmäcker ändern sich ja auch im Laufe eines Lebens. Hilft nix, außer ein Selbstversuch. Und so gab es sau­res Kartoffelgemüse mit gekoch­ter Mettwurst und einen Gurkensalat.

Zutaten Saures Kartoffelgemüse für 4 Personen — (Quelle: Christian Rach — Das Kochgesetzbuch / Seite 92)

  • 1 kg vorw. fest­ko­chende Kartoffeln
  • 4–6 gekochte Mettwürstchen
  • 1 l Rinderbrühe
  • 300 ml Sahne
  • 70 g Butter
  • 70 g Mehl
  • ca. 4 EL Weißweinessig
  • 1/2 Bund Petersilie, fein gehackt
  • Salz, Pfeffer

Im Originalrezept ver­wen­det Rach Kochwürstchen und gibt als Alternative Wiener Würstchen an. Mein Metzger hat mich auf die Frage „Haben sie Kochwürstchen?“ ange­schaut, als hätte ich ihn gerade zu einem pri­va­ten FKK Urlaub ein­ge­la­den. Ersatzweise habe ich dann ein­fach gekochte Mettwürstchen genom­men, die sahen den Würstchen in Rachs Rezept ziem­lich ähnlich.

Zudem nimmt Rach ca. 6 EL Essig, was auch Sinn macht, wenn man das Gericht sau­res Kartoffelgemüse nennt. Ich habe am Ende nur 4 EL genom­men, das war sauer genug für mich.

Zubereitung:

Die Kartoffeln schä­len, waschen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schnei­den. Kartoffelscheiben in einen Topf geben, mit Wasser bede­cken, leicht sal­zen und „leise“ (Das kommt von lang­sam, nicht stumm. Du darfst also ruhig laut­hals dabei sin­gen. Mache ich auch immer!) al dente kochen. So steht es im Rezept! Laut Rach sol­len die Kartoffeln nicht spru­delnd kochen.

Während die Kartoffeln kochen, die Butter in einem Topf schmel­zen, das Mehl hin­zu­fü­gen und bei mitt­le­rer Temperatur zu einer hel­len Mehlschwitze (Übri­gens die erste Mehlschwitze mei­nes Lebens, wie roman­tisch!) ver­ar­bei­ten (immer schön umrüh­ren). Nach und nach die kalte Rinderbrühe zur Mehlschwitze geben und dabei stän­dig rüh­ren (Schneebesen), damit keine Klümpchen entstehen.

Die Flüssigkeit auf etwa zwei Drittel ein­ko­chen las­sen, die Sahne hin­zu­fü­gen und die Sauce zum Kochen brin­gen. Mittlerweile soll­ten die Kartoffeln fer­tig sein, also abgie­ßen und zusam­men mit den Würstchen in die Flüssigkeit geben. Laut Rach nennt man diese Flüssigkeit übri­gens Veloute, zu deutsch Samtsauce. Wieder etwas gelernt.

Das Ganze 10 Minuten köcheln las­sen, dann die Wurst raus­neh­men und in Scheiben schnei­den. Das Kartoffelgemüse (eigent­lich sind es ja nur Kartoffeln, aber wenn der Rach das Kartoffelgemüse nennt, dann will ich nicht wider­spre­chen.) mit einem Schneebesen durch­rüh­ren und mit dem Essig schön säu­er­lich abschme­cken. Pfeffern, falls zu sauer ein biss­chen zuckern, evtl. noch etwas sal­zen, die Petersilie unter­rüh­ren, die Würstchen rein­mi­schen und anrichten.

Saures Kartoffelgemüse mit Mettwurst

Zutaten Gurkensalat für 2 Personen — (Quelle: Christian Rach — Das Kochgesetzbuch / Seite 215)

  • 1 Salatgurke
  • 50 g Vollmilchjoghurt
  • 50 g Creme Double
  • 2 EL Olivenöl
  • 1,5 EL Weißweinessig
  • 1/2 bis 1 Bund Dill
  • Salz, Pfeffer, Zucker

Dill habe ich bewusst zuvor noch nie geges­sen, des­halb war ich hier auch etwas vor­sich­tig und habe nur ein hal­bes Bund ver­wen­det. Da kann man aber auch gut ein gan­zes Bund rein­pfef­fern, was ich beim nächs­ten Gurkensalat auch machen werde.

Zubereitung:

Die Gurke waschen und mit einem Hobel in dünne Scheiben schnei­den. Die Scheiben in eine Schüssel geben, gut sal­zen und ca. 30 Minuten zie­hen las­sen. Rach sagt, die Gurke ver­liert dann das Wasser, wel­ches man spä­ter bequem abschüt­ten kann. Hat er Recht — hat funktioniert!

Kurz vor Ablauf der 30 Minuten kann man schon mal das Dressing für den Gurkensalat zube­rei­ten. Dazu in einer Schüssel den Joghurt, Creme Double, Weißweinessig, Olivenöl, eine Prise Zucker und eine ordent­li­che Prise Pfeffer ver­mi­schen. Den Dill waschen, fein hacken und hin­zu­ge­ben. Die Gurkenscheiben nun mit den Händen gut aus­drü­cken und die Flüssigkeit abgie­ßen. Gurken in die Schüssel zum Dressing geben, gut durch­mi­schen, abschme­cken (evtl. noch etwas Zucker und Salz hin­zu­ge­ben) und anrichten.

Der angerichtete Gurkensalat

Mein Resümee:

Dafür, dass ich hier ein fast vege­ta­ri­sches Gericht auf dem Teller habe (Die paar Mettwürstchen zäh­len ja kaum.), schmeckt das wirk­lich lecker. Bei dem sau­ren Kartoffelgemüse war ich recht skep­tisch, aber das war rich­tig gut.

Aber viel über­ra­schen­der war der Gurkensalat, der mir tat­säch­lich geschmeckt hat. Das Dressing mit dem Joghurt und dem Schmand war schön cre­mig, dazu sauer-süß abge­schmeckt und ins­ge­samt ein­fach sehr frisch im Geschmack. Guck an, aus­pro­bie­ren lohnt sich also! Und immer­hin ist das jetzt bestimmt schon der dritte oder vierte Salat der mir schmeckt, wo soll das nur hin­füh­ren? Irgendwann mie­tet meine Frau mir noch ein lau­schi­ges Plätzchen im Stall und führt mich täg­lich auf die Weide. :biggrin:

Kartoffel-Bohnen-Salat

Zu den Chicken Drumsticks suchte ich eine kleine Beilage und fand, eben­falls im Kochbuch von Christian Rach, den Kartoffel-Bohnen-Salat. Eine Mischung aus warm und kalt, geeig­net als Salat und Sättigungsbeilage, das passte.

Ein Kartoffel-Bohnen-Salat mit einer Kombination aus warm und kalt.

Zutaten für 4 Personen — (Quelle: Christian Rach — Das Kochgesetzbuch / Seite 149)

Zutaten für den Salat

  • 8–12 kleine Kartoffeln
  • 200 g Bohnen
  • 12 Kirschtomaten
  • 1 Friseesalat (nur helle Teile)
  • 3 EL Olivenöl
  • Pfeffer
  • 1/2 TL Piment d’Espelette oder Cayennepfeffer

Zutaten für die Vinaigrette

  • 1 Knoblauchzehe
  • Saft einer Zitrone
  • 8 EL Olivenöl
  • 1/2 TL Zucker
  • ca. 10 Basilikumblätter
  • Salz und Pfeffer

Die Menge soll zwar für 4 Personen bemes­sen sein, aber dabei han­delt es sich dann eher um eine kleine Vorspeise. 2 Personen passt schon bes­ser, würde ich sagen.

Zubereitung:

Im Originalrezept wer­den die Kartoffeln mit Schale ver­ar­bei­tet, dar­auf hatte ich aber die­ses Mal keine Lust und habe die Kartoffeln geschält und danach gar gekocht.

Parallel dazu habe ich die Bohnen geputzt und in kochen­dem Salzwasser gegart, bis sie weich waren. Ein biss­chen Biss durf­ten sie aber noch behal­ten. Die Bohnen habe ich nach dem Garen abge­gos­sen und in Eiswasser abge­schreckt, damit sie ihre grüne Farbe behielten.

Nun habe ich den Salat geputzt und gewa­schen sowie die Kirschtomaten gewa­schen und hal­biert. Mittlerweile waren die Kartoffeln gar und ich habe eine Pfanne auf­ge­setzt und die Kartoffeln in dem Olivenöl gold­braun ange­bra­ten. Während des Bratens die Kartoffeln mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer würzen.

Während die Kartoffeln in der Pfanne Farbe beka­men, habe ich die Vinaigrette zube­rei­tet. Dazu habe ich den Knoblauch geschält und sehr fein gehackt und ihn zusam­men mit dem Zucker, Salz, Pfeffer und dem Zitronensaft ver­mengt. Das Olivenöl hinzu gege­ben und ein­ge­rührt sowie die Basilikumblätter (fein gehackt) untergerührt.

Jetzt kann auch schon ange­rich­tet wer­den. Dazu die Salatblätter, Bohnen und Kirschtomaten auf den Teller ver­tei­len, etwas Salz und Pfeffer drü­ber geben und mit der Vinaigrette beträu­feln. Zum Schluss die Kartoffeln hin­zu­ge­ben und fer­tig ist die Laube.

Optisch ist der Salat ein echter Knaller!

Mein Resümee:

Ganz ok, aber der Salat haut mich nicht aus den Schuhen. Irgendwas fehlt mit hier, geschmack­lich ist mir das ein­fach ein biss­chen zu brav. Beim nächs­ten Mal würde ich auch zumin­dest die Kirschtomaten noch anbra­ten, so mag ich sie ein­fach lieber.

Die Idee, warm und kalt zu mischen, gefällt mir zwar. Noch ein­mal würde ich den Salat so aber nicht zubereiten.

Chicken Drumsticks

Mariniertes Fleisch finde ich immer wie­der toll. Ganz beson­ders, wenn die Marinade dabei eine Mischung aus süß-sauer-scharf ist und so ein biss­chen in die „asia­ti­sche“ Richtung geht. Da könnte ich mich dann buch­stäb­lich rein­le­gen und da kamen mir die Chicken Drumsticks gerade Recht. Das Rezept las sich näm­lich wie für mich gemacht.

Ich liebe diese Chicken Drumsticks und werde sie ganz sicher häufiger zubereiten.

Zutaten für 4 Personen — (Quelle: Christian Rach — Das Kochgesetzbuch / Seite 227)

  • 1 kg Hühnchen-Unterkeulen
  • 2 Chilischoten
  • Frischer Ingwer, ca. 50 g
  • 4 Knoblauchzehen
  • 2 EL Sesamsamen
  • 1 TL gesto­ße­ner schwar­zer Pfeffer
  • 1 TL Sesamöl
  • 80 ml Sojasauce
  • 75 ml tro­cke­ner Sherry
  • 1 EL viet­na­me­si­sche Fischauce
  • 120 g Honig

Anstelle der viet­na­me­si­schen Fischsauce, die ich lei­der nicht bekom­men konnte, habe ich Austernsauce genom­men. Und anstelle der Hühnerunterkeulen habe ich Hühnerkeulen genom­men und sie in Ober– und Unterkeule zerteilt.

Zubereitung:

Zunächst habe ich mich um die Marinade geküm­mert und den Ingwer, samt Schale, in dünne Scheiben geschnit­ten. Danach den Knoblauch geschält und fein gehackt.

Den Ingwer, den Knoblauch, die Chilis (im Ganzen), sowie die rest­li­chen Zutaten habe ich nun in eine Schüssel gege­ben und ver­rührt. Marinade fertig.

Die Marinade für die Chicken Drumsticks

Die Marinade roch schon total lecker. Das konnte nur gut werden!

Jetzt habe ich die Ober– und Unterkeulen noch schnell gewa­schen und tro­cken getupft und dann in die Schüssel zur Marinade gege­ben. Die Schüssel mit Klarsichtfolie abge­deckt, in den Kühlschrank gestellt und min­des­tens 4 Stunden (oder wie in mei­nem Fall über Nacht) mari­niert.

Nach dem Marinieren die Drumsticks in einer ofen­fes­ten Form in den vor­ge­heiz­ten (180 °C) Ofen geben und dort 40–60 Minuten backen. Zwischendurch immer mal wie­der wen­den und mit der Marinade übergießen.

Süß-sauer-scharf marinierte Hühnerschenkel - lecker!

Mein Resümee:

Absolut geil, kann ich nicht anders sagen. Diese Chicken Drumsticks tref­fen genau mei­nen Geschmack und ihre süß-sauer-scharf Kombination ist ein­fach nur lecker. Die Drumsticks kom­men nun regel­mä­ßig auf den Speiseplan.

Bei der Zubereitung gab es keine Probleme. Allerdings habe ich es ver­säumt, wie im Rezept ange­ge­ben, die Drumsticks häu­fi­ger mit der Marinade zu begie­ßen und vor allem die Ofentemperatur zu über­prü­fen (Da spinnt mein Ofen in letz­ter Zeit ein biss­chen.). Hätte ich das gemacht, hät­ten die Drumsticks am Ende sicher noch ein biss­chen mehr Farbe ange­nom­men. Beim nächs­ten Mal.

Avocado-Mozzarella-Salat mit Mango

Im Moment ist das Wetter ja wie­der ziem­lich beschei­den, aber vor ein paar Tagen war es herr­lich warm und da wollte ich mal einen erfri­schen­den (Vorsicht, jetzt kommt das böse Wort!) Salat aus­pro­bie­ren. Die Wahl fiel auf einen Avocado-Mozzarella-Salat mit Mango, nach einem Rezept von Christian Rach.

Erfrischend war er auf jeden Fall, der Avocado-Mozzarella Salat mit Mango.

Zutaten für 4 Personen — (Quelle: Christian Rach — Das Kochgesetzbuch / Seite 143)

  • 1 reife Avocado
  • 1 reife Mango
  • 150 g Büffel-Mazzarella
  • 40 g Pinienkerne
  • etwas rote Chilischote in Ringen
  • 100 ml frisch gepress­ter Orangensaft
  • 1 EL Honig (Akazienhonig)
  • Saft einer hal­ben Limette
  • 3 EL gutes Olivenöl
  • 1/2 Bund Rucola (laut Originalrezept, habe ich weggelassen)
  • Salz, Pfeffer

Das Rezept ist für 4 Personen ange­ge­ben und ist damit dann eher als Vorspeise zu verstehen.

Zubereitung:

Vorbereitung ist alles und wie sonst auch, beginne ich mit der Schneidearbeit.

Zunächst habe ich den Mozzarella in ca. 1 cm große Stücke geschnit­ten, danach die Mango geschält und gewür­felt und zum Schluss die Avocado eben­falls gewür­felt. Diese habe ich nach dem Würfeln sofort mit dem Limettensaft beträu­felt (und gesal­zen und gepfef­fert), damit sie sich nicht braun verfärbt.

Jetzt noch kurz ein paar Scheiben von der Chillischote geschnit­ten und dann kön­nen auch schon die Pinienkerne bei mitt­le­rer Hitze ange­rös­tet werden.

Während die Pinienkerne Farbe anneh­men, habe ich einen Topf auf­ge­setzt und den Orangensaft auf ca. die Hälfte redu­ziert. Der redu­zierte Orangensaft wurde dann in eine Schüssel gege­ben und mit dem Olivenöl, dem Honig, dem Chili sowie Salz und Pfeffer ver­rührt. Damit ist die Vinaigrette schon fertig.

Dann ist auch schon Zeit zum Anrichten. Hierfür habe ich einen Metallring genom­men (ca. 5 cm Durchmesser) und zunächst die Avocado, danach den Mozzarella und zum Schluss die Mango mit je einer Lage über­ein­an­der geschich­tet. Mit der Vinaigrette beträu­feln (träu­feln ist gut, ich bin da eher groß­zü­gig und habe ordent­lich dar­auf geschüt­tet.), Pinienkerne drü­ber geben und dann kann man es sich schon schme­cken lassen.

Laut Originalrezept wird noch Rucola mit der Orangenvinaigrette ver­mischt und zum Salat gege­ben. Darauf habe ich in die­sem Fall aber ver­zich­tet, weil ich kei­nen fri­schen Rucola bekom­men konnte.

Avocado-Mozzarella Salat mit Mango und Orangenvinaigrette

Mein Resümee:

Erfrischend war es und so ein rich­ti­ger Salat ist es ja auch nicht, eher ein Obstsalat und Obst geht eigent­lich immer. Die Kombination aus Säure und Süße war wirk­lich lecker, die Orangenvinaigrette gab eine schöne Frische und alles wäre echt gut gewe­sen, wenn die Avocado auch rich­tig reif gewe­sen wäre. Das war sie aber lei­der nicht und daher eher hart und geschmacks­neu­tral. Blöde Sache.

So oft habe ich Avocado noch nicht ver­ar­bei­tet und beim nächs­ten Mal werde ich sie noch etwas län­ger lie­gen las­sen. Dann wird das Gericht auch rich­tig gut und für hei­ßen Tage (die hof­fent­lich bald kom­men) ist das eine echte Alternative.

Kochtechnisch gab es hier keine Probleme, es wurde ja auch fast nicht gekocht. Und fast nicht kochen kann er gut. :biggrin: