Rezept für Rinderrouladen {Grundrezept}

Heute gibt es mal klassische Hausmannskost hier im Blog und mein ganz persönliches Rezept für großartige Rinderrouladen. Definitiv ein Lieblingsessen für uns Deutsche auf das wir uns immer wieder freuen.

»Es gibt Rinderrouladen? Geilo!«

Rinderrouladen

Mein Rezept musste ich mir in den letzten Jahren selbst erkochen, ein Familienrezept habe ich leider nicht. Wenn meine Mutter Rouladen zubereitete, dann wurde die Sauce immer mit Maggifix für Rouladen hergestellt. Als Kind und solange ich mit dem Kochen selber nichts am Hut hatte, fand ich das auch immer lecker. Mittlerweile weiß ich aber den puren und unverfälschten Geschmack einer Rouladensauce mehr zu schätzen und habe jede Art von Tüte seit 2012 aus meiner Küche verbannt. Gar nicht mal so sehr, weil ich keine Lust auf Zusätze wie Geschmacksverstärker habe, sondern weil es mir ohne Tüte eben besser schmeckt. Und für Rouladen macht so eine Tüte aus meiner Sicht auch keinen Sinn, die Sauce entsteht ja bei der Zubereitung der Rouladen ganz automatisch.   

Rinderrouladen müssen mürbe und zart sein und man sollte sie alleine mit der Gabel zerteilen können. Dann sind sie richtig gegart und schmecken unvergleichlich lecker. Damit das auch gelingt, braucht man Rindfleisch (aus der Oberschale) in allerbester Qualität.

Leckere Rinderrouladen Grundrezept

Rinderrouladen waren früher ein Festessen und für Feste war man auch bereit etwas mehr Geld auszugeben. Heute wird Fleisch industriell und billig produziert und 1 kg Rinderrouladen kosten beim Discounter selten mehr als 10-12 Euro. Das ist Verglichen mit anderem „Billig-Fleisch“ wie Hähnchen oder Schweinefleisch immer noch etwas teurer, aber nicht vergleichbar mit dem Preis den man für Rinderrouladen bei einem guten Metzger zahlt. Dort liegt man leicht bei dem doppelten Preis.

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Dafür ist die Qualität aber auch eine ganz andere und man bekommt Rouladen auf den Teller die, obwohl so lange geschmort, immer noch saftig sind. Rouladen vom Dicounter bekommt man durch eine lange Garzeit auch halbwegs weich, aber die Konsistenz und der Geschmack, die Saftigkeit vom Fleisch, die ist eine ganz andere. Ich weiß das, weil ich es schon ausprobiert habe. Deswegen mein wichtigster Tipp für tolle Rinderrouladen. Gebt ein paar Euros mehr für das Fleisch aus und macht die Rinderroulade wieder zu einem Festessen, zu etwas Besonderem.

Wenn ihr gutes Fleisch eingekauft habt, dann könnt ihr kaum noch etwas verkehrt machen. Wenn die Rouladen erstmal gerollt und angebraten sind, brauchen sie kaum noch Zuwendung und garen langsam vor sich hin. Und ganz nebenbei entsteht eine leckere Soße.

Rinderrouladen gefüllt mit Speck, Gurke und Zwiebeln

Etwas aufwendig ist die Zubereitung schon, das Füllen und Rollen und Anbraten braucht seine Zeit. Die kann man aber super mit einem schönen Glas Rotwein überstehen, notfalls auch mit einem leckeren Bierchen. Ein Festessen schüttelt man eben nicht schnell aus der Hüfte und die Begleiter der Rouladen wollen ja auch noch zubereitet werden. In meinem Fall war das ein Kartoffel-Sellerie-Püree und Zuckermöhrchen aus dem Ofen. Ich liebe auch die klassische Kombination aus Roulade, Kloß und Rotkohl, mag es bei den Beilagen aber auch gerne abwechslungsreich. Gerade ein Püree passt super zu den Rouladen, weil es die Soße so herrlich aufnimmt. Püree & Soße <3

Nachtrag: Weil ich nach dem Rezept für das Püree gefragt wurde, ergänze ich das hier mal schnell. 1 kg Kartoffeln wie gewohnt schälen und kochen und gleichzeitig Milch oder Sahne (was ihr für euer Kartoffelpüree lieber mögt) auf dem Herd heiß halten und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Das Püree wie gewohnt stampfen oder pressen und 1 großes Stück Butter untermischen. 

In der Zwischenzeit 500 g Sellerie schälen, würfeln und in Gemüsebrühe (Würfel sollten bedeckt sein) weich kochen. Abgießen und die Würfel mit 2-3 EL Sahne fein pürieren. Zusammen mit der Sahne-Milch-Mischung unter das Kartoffelpüree ziehen und alles nochmal mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. 

An meinem Grundrezept für Rouladen gehört immer auch etwas Rotwein, der gibt der Sauce die Kraft. Da mein Sohn mittlerweile auch unsere Mahlzeiten isst, verwende ich den Rotwein eher spärlich. Ich gieße ihn an, nachdem ich das Gemüse angeröstet habe und lasse ihn komplett verkochen. Danach gieße ich nur noch mit Fond auf, anstatt wie früher halb Fond / halb Rotwein anzugießen. Wer nicht für Kinder mitkocht und beim Rotwein nicht sparen möchte, probiert vielleicht mal die halb / halb Variante. Das gibt der Sauce noch mehr Power.

Lieblingsessen Rinderroulade

Viel mehr gibt es jetzt auch nicht zu erzählen. Die Füllung ist klassisch und besteht aus Senf, Speck, Gurke und Zwiebeln. Die Sauce kann durch längeres Reduzieren sämig gekocht werden, wer mag, kann sie aber auch mit etwas Speisestärke andicken.

Viel Erfolg beim Nachkochen, ich hoffe die Rouladen werden euch schmecken. Und wenn ihr Lust habt, verratet mir in den Kommentaren gerne euer Rezept für klassische Rinderrouladen. Ich würde mich darüber freuen!

Portionen 4

Rezept für Rinderrouladen {Grundrezept}

30 minVorbereitung

2 hr, 30 Kochzeit

3 hrGesamtzeit

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Zutaten

4 Rinderrouladen

8 Scheiben durchwachsen geräucherten Speck

8 Cornichons (je nach Größe), in dünne Scheiben geschnitten

1-2 Zwiebeln (je nach Größe), in dünne Streifen geschnitten

2 EL scharfer Senf

1 gehäufter EL Tomatenmark

1 Stange Lauch (je nach Größe, ca. 150 g)

1/4 bis 1/2 Sellerie (je nach Größe, ca. 150 g)

1-2 Möhren (je nach Größe, ca. 150 g)

2-3 Zweige Thymian

3 Blätter frischer Lorbeer

6 Pimentkörner

6 schwarze Pfefferkörner

1 Liter kräftiger Rinderfond

250 ml Rotwein

ausreichend Butterschmalz zum Anbraten

1 1/2 TL Speisestärke (Optional)

Salz und schwarzer Pfeffer

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Zubereitung

  1. Das Gemüse grob (ca. 2 cm dick) würfeln und die Rinderrouladen zwischen 2 mit etwas Öl eingeriebenen Frischhaltefolien plattieren und jeweils mit 1 guten TL Senf bestreichen, gut salzen und pfeffern. Auf jede Roulade längs 2 Scheiben Speck legen und jeweils 1 viertel der Gurken und Zwiebeln längs über die Roulade verteilen.
  2. Die Rouladen an den beiden Längsseiten leicht einklappen und aufrollen. Mit Küchengarn umwickeln oder mit Rouladennadeln feststecken.
  3. Einen großen Bräter auf etwas über mittlerer Hitze aufsetzen, heiß werden lassen und Butterschmalz hinein geben. Die Rouladen von allen Seiten scharf anbraten bis sie rundum dunkel gebräunt sind, die Rouladen heraus nehmen und beiseite legen. Die Hitze auf mittlerer Hitze reduzieren und das Gemüse in den Bräter geben.
  4. Das Gemüse einige Minuten dunkel anrösten und dann mit dem Rotwein ablöschen, dabei den Bratensatz mit einem Pfannenwender vom Boden des Bräters lösen. Den Rotwein komplett verkochen lassen, so lange bis das Gemüse wieder neue Röststoffe am Boden des Bräter ansetzt. Den Fond angießen und die Kräuter sowie die Pimentkörner und Pfefferkörner zufügen.
  5. Die Rouladen zurück in den Bräter legen und zugedeckt bei etwas weniger als mittlerer Hitze ca. 2 Stunden schmoren lassen. Die Rouladen nach einer Stunde wenden. Nach 2 Stunden mit einer Fleischgabel in die Rouladen stechen. Sie sind gar, wenn sie sich leicht von der Nadel lösen lassen. Ansonsten ggfls. noch 30 Minuten länger schmoren.
  6. Die Rouladen aus der Sauce nehmen und warm beiseite stellen (im Ofen bei ca. 70 grad). Die Sauce über ein Sieb in einen Topf gießen und das Gemüse im Sieb kräftig ausdrücken, damit jeder Tropfen Flüssigkeit im Topf landet.
  7. Den Topf bei mittlerer Hitze aufsetzen und die Sauce auf ca. die Hälfte an Flüssigkeit reduzieren, damit sie schön sämig wird. Wer gerne viel Sauce mag und geschmacklich mit der Sauce bereits zufrieden ist, der kann sich das Reduzieren auch sparen und dickt die Sauce mit etwas Speisestärke an. Hierzu die Speisestärke in 2 EL Wasser auflösen und in die köchelnde Sauce geben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  8. Die Rouladen wieder zurück in die Sauce legen und bei kleiner Hitze erwärmen.

Hinweise

Noch ein Wort zur Sauce. Ich probiere sie, nachdem die Rouladen weich geschmort wurden und entscheide dann, ob ich sie weiter reduziere oder mit Speisestärke binde. Ist sie bereits kräftig im Geschmack und ausreichend salzig, was stark vom verwendeten Fond abhängt, reduziere ich sie nicht mehr. Sie wird sonst sehr schnell deutlich zu salzig! Also unbedingt vorab probieren.

Wer die Sauce mit mehr Rotwein probieren möchte, nimmt anstatt 1 Liter Fond, 500 ml Fond und 500 ml Rotwein.

http://www.malteskitchen.de/rezept-fuer-rinderrouladen-grundrezept/

Bei diesem Rezept verwendete oder empfohlene Kochbücher / Utensilien / Produkte:

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Lasst es euch schmecken und bis demnächst mal wieder,

Malte.

24 Kommentare

  1. Genau so! Senf, Gürkchen, Speck! So mag ich die Rouladen am allerliebsten. Und, natürlich, lieber besseres Fleisch kaufen als den Billigmist aus dem Supermarkt. Uns sind mit solchen Rouladen, die sehr viel Wasser verloren haben, die Stücke mal auf Mini-Größe zusammengeschrumpft. Ungenießbar! Wer es ganz traditionell, mager und ohne Massentierhaltung mag, kann auch zu Pferdefleisch greifen. Daraus macht man bei uns eigentlich Rouladen. Aber es gibt ja kaum noch Pferdemetzger…

    • Es gibt ja auch nichts schlimmeres, als sich auf leckere Rouladen zu freuen und sie dann auf dem Teller suchen zu müssen. Oder wenn es zäh und trocken geworden ist. Beim Fleisch gehe ich mittlerweile keine Kompromisse mehr ein und kaufe nur dort ein, wo ich weiß, dass die Qualität auch stimmt. Sonst ärgere ich mich nur.
      Ich muss mich mal in Sachen Pferdefleisch bei unserem Stand auf dem Markt schlau machen. Mal gucken, welche Tiere dort verarbeitet werden. Wir haben ja auch schon auf Facebook kurz darüber geschrieben und über meine leicht irrationalen Hemmungen diesbezüglich!

    • Die Zutaten klingen wirklich ein wenig ungewöhnlich, aber warum nicht ausprobieren? Ich muss nur meine Frau überzeugen, sonst weint sie am Tisch, wenn ich ihr keine klassischen Rouladen samt Sauce serviere. 😀

  2. Ich habe heute einmal wieder eines meiner Lieblingsgerichte gekocht. Klassisch gefüllt. Die Sauce war oberlecker. Es gab als Schwabe natürlich Spätzle und Kartoffelsalat dazu. Immer eine Erinnerung an die Kindheit.:-)

    • Ab und zu gab es bei uns auch mal die Variante mit Spätzle, die fand ich auch immer nett. Ich glaube, bei den nächsten Rouladen mache ich mal Spätzle als Beilage. 🙂

  3. Rinderrouladen gehören auch zu meinen absoluten Lieblingsgerichten. Ich würde sie klassisch auch nicht viel anders als im Rezept beschrieben machen.

    Mit Blick auf den Nachwuchs würde ich mir aber auch keinen dicken Kopf wegen des Alks machen. Völlig egal, wieviel Alk man am Anfang zum Sößchen gibt ein höherer Alk -Anteil an der Flüssigkeit lässt ihn nur schneller verdampfen) – bei Schmorgerichten von 2 und mehr Stunden bleiben vom Alk mit seinem Siedepunkt von 78 ° Celsius am Ende eher homöophatische Reste übrig. 🙂 Da könnte man auch versuchen, sich mit Malzbier zu besaufen…:-)

    • Oh, das ist gut zu wissen. Man macht sich da immer viele Gedanken, ohne sich richtig zu informieren und ist auch gerne mal übervorsichtig.

  4. Höre ich da Rinderroulade 🙂 Ich liebe es einfach, steht bei mir fast ein mal in der Woche auf dem Tisch. Ich bereichte sie eher sehr Klassisch vor doch bin offen auch etwas neues zu Probieren. Dein Rezept scheint auch sehr interessant zu sein und die Fotos sehen Top aus !
    LG

  5. Genau so mache ich meine Rouladen auch, Malte – allerdings haben wir sie noch NIE (wirklich noch nie) mit Kartoffelbrei gegessen. Kann mir aber natürlich sehr gut vorstellen, dass das passt. Werde ich mal ausprobieren das nächste Mal wenn ich koche.

    Sonst gibht es immer Knödel und Blaukraut.

    LG
    Olaf

    • Knödel und Blaukraut ist hier natürlich auch total beliebt und das machen wir auch ganz oft als Beilage zu den Rouladen.

  6. Hallo Malte,
    erst einmal ein riesen Lob von mir, das Du dich nun mit solchen tollen Rezepten auseinander setzt. Freut mich auch zu lesen, das Du ein ehemaliger Fastfood Fan bist. Bei mir war das ähnlich 🙂

    Zum Thema an sich möchte ich noch sagen, man bekommt die Soßen auch dunkel ohne Tomatenmark, viele Leute machen davon leider immer zu viel dran. Lieber etwas kräftiger anbraten und aus reduzieren.

    Viele Grüße Malte, sagt Claudia

    • Hallo Claudia,

      vielen Dank für den Tipp. Ich freue mich immer über Küchentipps und muss ja auch noch ganz viel aufholen. 🙂

      Viele Grüße
      Malte

  7. Christoph sagt

    Hallo Malte,
    Woher nimmst du den Fond und was für welchen?

    Hab schon ein paar Sachen nach gekocht und gebacken und muss sagen, du
    Kochst schon auf einem hohem Niveau dafür das du das nicht gelernt hast.

    • Hallo Christoph,

      Danke für das tolle Kompliment! Ich freue mich da echt drüber und finde es natürlich auch super, dass du schon einiges nachgekocht hast. Im Moment nehme ich (Rinder)fond von meinem Metzger, weil der mir geschmacklich sehr gut gefällt. Ich hoffe immer noch irgendwann mal die Zeit zu finden, um eigenen Fond herzustellen udn dann einzufrieren

  8. Hi Malte,

    Der erste Kommentar, obwohl ich schon seit Wochen deine Rezepte nachkoche. Aber besser spät als nie…

    Ich liebe Rouladen aufs innigste, muss aber gestehen, dass ich sie noch nie mit Speck und Gewürzgurke gegessen habe. Muttern macht sie immer mit Lauch und Kochschinken – anders mag sie die nicht. Und ich befürchte, ich jetzt auch nicht mehr. 😀

    • Hi Lena,

      ich finde es sehr schön, dass du dich mal meldest! und sage direkt mal Danke fürs Nachkochen der Rezepte. 🙂

      Die Variante deiner Mama mit Lauch und Kochschinken kenne ich gar nicht und ich höre jetzt zum Ersten mal davon. Ich mag beide Zutaten sehr (ich liebe Lauch) und stelle mir das ganz lecker vor. Mittlerweile müsste ich eigentlich jede Woche einmal Rouladen machen, um die vielen Varianten zu testen. 😀

      Du musst! auf jeden Fall irgendwann mal die Variante mit Speck, Zwiebeln und Gurke probieren. Ich werde das kontrollieren! Die ist nämlich wirklich unglaublich lecker.

  9. Hallo Malte,

    schön das Du die Rouladen auch noch so klassisch machst wie so denke ich der Großteil von uns. manchmal schon lustig, was die Leute da alles reinstecken als Experiment 🙂
    Auch finde ich schön, das du so wie ich auch noch Rouladennadeln nimmst und kein Garn.

    • Hallo Claudia,

      es muss ja auch noch Menschen geben, die geliebte Traditionen hoch halten. Mit Rouladen verbind eich einfach diesen typischen Geschmack von Gurk, Senf und Speck und andere mögen auch ganz lecker sein, aber da kommt eben nichts heran. 🙂

  10. Ursula sagt

    hallo malte,
    ja, es wäre toll für mich, wenn ich alles zu gut hinbringen könnte, wie rouladen (siehe hähnchen).
    dein rezept ist mein rezept – nur nehme ich keinen scharfen senf.
    ansonsten sagen mir jahrelange erfahrung und LOB, dass die rouladen top sind.

    ganz viele grüsse
    ursula

    • Hallo Ursula,

      Das glaube ich sofort, dass deine Rouladen Top sind. Nimmst du milden Senf oder lässt du ihn ganz weg?

      Liebe Grüße
      Malte

  11. Antje sagt

    Ich mag Rinderrouladen auch mal gerne mal mit einer Scheibe Parmaschinken und einem gekochten Ei eingewickelt, dann mit ganz viel Soße……..köstlich…….könnte ich mich reinlegen

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