Rezept für Reibekuchen {Grundrezept}

Manchmal ist Vorfreude ja tatsächlich die schönste aller Freuden und als ich meiner Frau vor ein paar Tagen erzählte, dass ich „morgen“ für den Blog Reibekuchen machen möchte, huschte umgehend ein Lächeln über ihr Gesicht. Diese Art von Lächeln, wenn man sich auf etwas ganz besonders freut und es eigentlich schon gar nicht mehr erwarten kann. Ihr kennt das sicher.

Wenn man an leckeres Essen denkt, gibt es ja eine ganze Reihe von Gerichten, auf die man  sich spontan total freut. Bei mir löst zum Beispiel der Gedanke an Rinderrouladen umgehendes „gute Laune pfeifen“ aus. Wenn ich weiß, dass ich später am Tag mein absolutes Lieblingsessen „Bratwurst mit der weltbesten Zwiebelsoße & Kartoffelpüree“ kochen werde, kann der Tag gar nicht mehr schlecht enden. Im Gegenteil, manche schlechten Tage wurden durch ein Lieblingsessen wieder gerettet.  Gutes Essen hat eben heilende Wirkung für Körper und Geist und ganz sicher habt ihr auch so eure Favoriten, die euch schon vorab ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Bestimmt habt ihr welche.  

Leckere Reibekuchen

Für mich gehören Reibekuchen ebenfalls zu den Glücklichmachern und es gibt kaum etwas Schöneres, als in einen frisch gebraten krossen Reibekuchen zu beißen und diesen kräftigen Kartoffelgeschmack zu schmecken. Ich kann es oft nicht abwarten und muss gleich aus der Pfanne naschen, was mir schon mehr als einmal eine verbrannte Zunge eingebracht hat.  

Aber Reibekuchen schmecken eben am allerbesten, wenn man sie direkt aus der Pfanne heraus isst. Heiß und knusprig sind sie ein Traum und der erste Reibekuchen ist traditionell immer für den Koch! Ich mag meine Reibekuchen übrigens am liebsten mit etwas Ahornsirup oder Zuckerrübenkraut und auch die Variante mit Lachs & Creme Fraiche finde ich immer wieder richtig lecker.

Reibekuchen mit Lachs, Creme Fraiche und Schnittllauch

Meine Frau liebt ihre Reibekuchen ganz klassisch mit einem großen Klecks Apfelmus und direkt danach kommen bei ihr die Reibekuchen mit Zucker bestreut. Mit Zucker bestreue ich meine eigentlich nie, dafür verdrücke ich ab und an mal einen Reibekuchen mit Nutella bestrichen. Das ist noch aus meiner Kindheit hängen geblieben, da gab es regelmäßig Reibekuchen mit Nutella.

Reibekuchen mit Apfelmus

Aber das ist ja auch das tolle an Reibekuchen, sie schmecken auf so viele verschiedene Arten immer total lecker. Am Besten macht man einen riesigen Stapel davon, stellt sie in die Mitte vom Tisch und jeder belegt sie sich so, wie er es mag. Es soll ja sogar Leute geben, die legen Salami auf ihre Reibekuchen! Oder Schlimmeres. 😉  Ich wäre ja mal auf eure „verrückten“ Varianten gespannt!

Bei der Zubereitung von Reibekuchen führen auf jeden Fall mehrere Wege nach Rom und das Grundrezept das ich euch gleich gebe, ist mein persönliches Grundrezept. So bereite ich sie normalerweise zu und so gelingen sie mir immer. Bei meinen Reibekuchen gehört ein vernünftiger Anteil an Zwiebeln in den Teig (mind. 250 g Zwiebeln auf 1 kg Kartoffeln), auf jeden Fall Mehl und auch ein wenig Muskat. Ich habe auch schon Varianten ohne Mehl und mit kartoffeleigener Stärke ausprobiert. Fand ich auch lecker, aber am Ende kehre ich doch immer zu meinem Rezept zurück. Ach so, ich nehme immer festkochende Kartoffeln, weil ich damit die besten Ergebnisse erzielt habe.

Festkochende Kartoffeln für Reibekuchen

Eigentlich gehört in mein Grundrezept auch Schnittlauch. Aber ich finde, man sollte Grundrezepte immer möglichst einfach halten, damit man vom Grundrezept ausgehend viel Raum für eigene Ideen hat, deshalb habe ich den Schnittlauch im Rezept und für die Fotos weggelassen. Aber falls du Schnittlauch magst, wirf ruhig mal 2 EL davon mit in den Teig. 😉

Was gibt es noch zu beachten, wenn man das erste Mal Reibekuchen machen möchte? Die Reibe! Logisch. Auch hier gibt es mehr als eine Wahrheit und manche mögen ihre Reibekuchen lieber mit ganz fein geriebenen Kartoffeln und Zwiebeln, während andere eher die rustikale Art bevorzugen. Für meinen Teig reibe ich sowohl die Zwiebeln wie auch die Kartoffeln mit einer Vierkantreibe und zwar mit der groben Reibe! Ich reibe übrigens beides immer direkt in ein Sieb, so kann ein Teil der Flüssigkeit ablaufen. Wenn ich ganz viel Zeit habe, dann mache ich mir die Mühe und drücke die Flüssigkeit aus Kartoffeln und Zwiebeln mit einem Leinentuch aus. In diesem Fall gebe ich dann auch etwas weniger Mehl (ca. 60-70 g) an den Teig. Mein heutiges Grundrezept ist aber eine schnelle Variante, ohne Ausdrücken der Flüssigkeit und schnelles Verarbeiten des Teiges. 

Reibekuchen mit Ahornsirup

Nun bleibt nur noch die Frage nach dem Öl bzw. Fett und hier gibt es für mich persönlich nur eine gute Wahl, Butterschmalz. Und zwar eine ordentlich Menge davon! Am besten werden die Reibekuchen, wenn man sie schwimmend in der Pfanne brät. Reibekuchen sind eine fette Angelegenheit, aber das Fett bringt hier auch einen großen Teil des Geschmacks. Wenn man gerade auf Diät ist, sollte man einfach etwas anderes essen und nicht zu Reibekuchen greifen.  Die gönnt man sich eben ab und zu, weil man richtig Lust darauf hat und dann ist Kalorienzählen verboten. Das killt doch nur den Genuss.

Lecker Reibekuchen mit Lachs

Nun habe euch aber genug erzählt und verrate endlich mein Rezept für Reibekuchen. Es wäre natürlich schön, wenn ihr durch diesen Artikel Lust auf die leckeren Kartoffelküchlein bekommen hast und sie mal auf euren Speiseplan setzt. Da sage ich jetzt schon mal guten Appetit!

Portionen ca. 16 Reibekuchen

Grundrezept für Reibekuchen

20 minVorbereitung

7 minKochzeit

27 minGesamtzeit

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Zutaten

1 kg festkochende Kartoffeln

250 g Zwiebeln

100 g Mehl

3 Eier

1 - 1 1/2 TL Salz

1/2 TL schwarzer Pfeffer

1 gute Prise Muskat

Optional 2 EL Schnittlauch

Butterschmalz zum Ausbraten

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Zubereitung

  1. Die Kartoffeln und Zwiebeln schälen und mit der groben Vierkantreibe in eine Schüssel / Sieb reiben. Die Eier, das Mehl, Salz, Pfeffer, Muskat und bei Bedarf Schnittlauch zufügen und alle Zutaten gut miteinander verrühren.
  2. In einer tiefen Pfanne ausreichend Butterschmalz bei mittlerer Hitze erhitzen, damit die Reibekuchen schwimmend ausgebacken werden können. Pro Reibekuchen eine kleine Suppenkelle Teig in die Pfanne geben und mit einem Esslöffel leicht rund formen und andrücken. Die Reibekuchen von beiden Seiten einige Minuten backen, bis sie eine schöne goldgelbe Farbe angenommen haben.
  3. Bereits gebratene Reibekuchen im Ofen warm halten. Am Besten schmecken sie jedoch direkt aus der Pfanne.
6.6.15
http://www.malteskitchen.de/rezept-fuer-reibekuchen/

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Lasst es euch schmecken und bis demnächst mal wieder,

Malte.

7 Kommentare

  1. Hmmmm, lecker :o) …und obwohl ich das mit dem „clean baking“ sehr interessant finde, war mein erster Gedanke „endlich mal wieder was ‚Richtiges‘ zum Essen….“. Also, ich esse meine Kartoffelpuffer am liebsten mit etwas Apfelmus oder einfach nur mit Salz bestreut. Demnächst wird bei unserer Familie auch mal wieder gebraten – ist mal wieder fällig. Gruß, ubi

    • Ich bin auch froh, dass ich mal wieder etwas anderes als Süßkram veröffentlichen konnte. 😀
      Wenn ich so auf die Reaktionen bei Facebook und Instagram schaue, dann ist Apfelmus ganz klar an Nummer 1!

      Liebe Grüße
      Malte

  2. So, es ist vollbracht. Habe gestern für vier Personen (incl. mich selbst) Kartoffelpuffer gebacken. Ich stand an der Pfanne und die anderen haben gegessen. Und dazu selbst gemachtes Apfelmus! Lecker wars…

    Aber nach so einer Back-Orgie ist „Duschen und Haarewaschen“ erstmal Pflicht :o)

    Wird bald wiederholt, glaube ich – so knackfrisch aus der Pfanne sind sie eben am besten!

    Viele Grüße
    ubi

    • Wer am Grill oder der Pfanne steht, der zieht immer der Kürzeren! Aber wir machen das ja gerne. 🙂
      Der Bratgeruch stört mich dabei auch immer, deswegen gibt es die Reibekuchen auch nur halb so oft, wie ich eigentlich Lust auf sie hätte. Aber manchmal müssen sie einfach sein, weil sie so lecker sind.

      Viele Grüße
      Malte

  3. Ehrlich gesagt, ich fand das gar nicht so schlimm und hatte meinen Spaß dabei. Aber ganz wichtig sind halt die Wechselklamotten. Ich hatte mal nach einer Koch-Orgie bei Freunden (Osso Buco) KEINE extra Klamotten dabei und konnte meine auch über Nacht bei denen nicht raushängen (kein Dach über der Terrasse) und musste am nächsten Morgen mit diesen Klamotten bekleidet heimfahren. Das Trauma begleitet mich noch heute ;o)

    Apropos Bratgeruch: Manche indischen Gerichte bringen die Bude auch zum Duften…. Aber da muss man dann halt durch.

    Lieben Gruß
    ubi

  4. Kann schon sein. Ich war jedenfalls froh, als ich endlich daheim war und diese Klamotten ausziehen konnte (und duschen). Aber später konnte ich schon wieder Osso Buco-Reste essen…

    Warst du schon „indisch“ unterwegs?

    Liebe Grüße
    ubi

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