Vor ein paar Tagen wollte ich für meine Frau eine Parmesansuppe kochen, weil sie Suppen liebt und ganz verrückt nach Parmesan ist. Ausgesucht hatte ich mir die Parmesansuppe mit Polentaschnitten und Bresaola, nach einem Rezept von Cornelia Poletto.
Das Rezept hatte ich nur überflogen, alle Zutaten eingekauft und mich dann frisch und fröhlich an die Arbeit gemacht. Alles lief super und die Suppe war fast fertig, als im Rezept plötzlich etwas von „Durch ein Spitzsieb passieren und warm halten.“ stand.
Hmmm, ich besaß kein Spitzsieb und wusste auch nicht was das sein sollte (mittlerweile ergoogelt). Das war aber nicht das Hauptproblem — ich hatte ja ein „normales“ Sieb, das geht sicher auch. Kurz bevor ich die Suppe durch das Sieb geben wollte fiel mir jedoch ein, dass in der Suppe 3–4 EL Risottoreis schwammen. Der würde bestimmt nicht mit durch das Sieb gehen. Warum sollte ich ihn dann überhaupt zuvor hineingeben?
Das klang nicht logisch und was nicht logisch klingt, das macht er nicht. Die Suppe wurde folglich nicht durch ein Sieb gegeben und die groben Zutaten (Rosmarinzweig, Thymianzweige, Salbeizweige) wurden einfach mit der Schöpfkelle rausgefischt. Soweit, so gut.
Vor dem Anrichten sollte die Suppe dann mit geschlagener Sahne aufgemixt werden. Flux die Sahne untergemischt, Pürierstab angeschlossen und ordentlich gemixt.
Hmm, wird aber ganz schön dickflüssig. Egal, erst mal weiter gemixt.
Alter Falter, da ist ja angerührte Spachtelmasse flüssiger. Ich wollte mit der Suppenkelle eine Portion in den Suppenteller gießen, aber das Zeug klebte an der Kelle fest wie Beton.
1 Glas Gefügelfond und einen halben Liter Milch später sah es zumindest halbwegs nach Flüssigkeit aus. Das war aber nur oberflächlich und unter der Oberfläche verbarg sich ein 1a Babybrei. Der hat sogar geschmeckt! Aber nach 4 Löffeln musste man aufhören zu essen, sonst hätte das Zeug sicher alles im Körper zugeklebt.
Ich sag’ mal so, da ist vermutlich etwas verkehrt gelaufen.
Reis pürieren ist vielleicht nicht so die ganz große Idee.
Schuld hat aber auf jeden Fall Frau Poletto bzw. ihr Rezept, das ist nicht für grobmotorische-männliche-Kochanfänger geeignet. Ein Tapezierer hätte mit dem Leim sicher seine Freude gehabt! Das Zeug klebte Stunden später vielleicht hartnäckig am Topf fest — Riesenspaß gehabt!

Verkauf es doch im Baumarkt, evtl. zahlen die ordentlich Asche dafür
Hallo Malte,
Deine Geschichte ist lustig. (ich musste den Gips ja nicht essen ;-)
Nachdem Du Dich an etlichen Stellen und in vielen Blogs inzwischen als Anfänger geoutet hast, möchte ich nur daran erinnern, dass Köche zu den Handwerkern zählen. Es hat also durchaus einen Grund, dass man das Handwerk drei Jahre lang erlernt.
Und natürlich ist Frau Poletto schuld.
Sie ist ja auch eine Frau.
Manchmal schadet es aber trotzdem nicht, Rezepte und die zugehörigen Anweisungen zu verinnerlichen.
Es gibt übrigens gute Bücher, in denen erklärt wird, warum man bestimmte Sachen macht und warum nicht. So etwas schadet nie.
Ich würde die „Kochschule“ von Johann Lafer empfehlen.
(Als eines von vielen).
Ansonsten freuen wir uns weiter an Deinen lustigen Geschichten.
Mit leckerem Gruß,
Peter
Das lustige ist ja, ich habe beide Bücher von Frau Poletto aus ihrer Reihe „Grundkurs für Einsteiger“. Hat wohl nix gebracht
Aber mal ernsthaft. Natürlich ist Kochen Handwerk und da fällt sicher auch kein Meister einfach so vom Himmel. Mir macht es Spaß das Schritt für Schritt ein bisschen zu erlernen und wenn mal etwas in die Hose geht (und das wird noch oft genug passieren), dann sehe ich das ganz locker und lache einfach mit.
Die Suppe wird übrigens nächste Woche nochmal gekocht, dieses Mal mit der Erfahrung aus Versuch Nummer 1. So schnell gebe ich mich Frau Poletto nicht geschlagen
Herrliche Geschichte, Malte. Ich musste grad soooo lachen.
Ich hab mal vor Jahren, ich war noch jugendlich, eine Kartoffelsuppe gekocht. Und die habe ich püriert. Das habe ich auch nie mehr gemacht. Die war auch Kleister, aber sowas von schlimm.
Freut mich, dass du Spaß hattest.
Ich könnte mich aber auch selbst immer noch scheckig lachen, das war mal ne Suppe!
Ich traue es mich ja kaum zu sagen, aber ich habe die Tage (ich meine aus der Essen und Trinken — Für jeden Tag) ein Kartoffelsuppenrezept gefunden, da soll man die Suppe (Halb Lauch, Halb Kartoffel) wohl auch pürieren! Soll ich es lieber sein lassen?
Übrigens habe ich 2 Tage nach der Klebstoffsuppe zufällig bei Claudia gesehen, dass sie die gleiche Suppe schon gekocht hatte. Da habe ich sie kurzerhand angeschrieben und um Rat gefragt. Sie war auch so nett und hat mich in die richtige Richtung geschubst. Beim nächsten Versuch klappt das Ding auf jeden Fall!
Also wie gesagt, ich hab damals Kleister produziert. Seither zerdrücke ich die Kartoffeln einfach — habe mir vor ein paar Monaten sogar einen Kartoffelstampfer gekauft.
Ich vertraue da auf dein Urteil und auf deine Erfahrung, du weißt schon was du machst.
Meine Frau meinte gerade auch „lieber erstmal nicht pürieren“, die hat jetzt wohl auch ein leichtes Trauma.
Und wenn es mit stampfen oder zerdürcken nicht passen sollte, pürieren kann man ja immer noch.
Herrliche Geschichte! *g*
Manchmal ist es aber auch wie verhext…