Cremiger Risotto mit Kürbis und Sekt

Gerade ist ja Kürbiszeit und da ich Kürbis zuvor noch nie geges­sen und geschweige denn selbst ver­ar­bei­tet hatte, durfte letzte Woche ein Hokkaido Kürbis mit nach Hause. Das war ein spon­ta­ner Einkauf und ich musste erst­mal ein Rezept suchen, wel­ches kom­pa­ti­bel zu dem war, was an Zutaten in den Schränken steckte.

Gefunden habe ich dann im Buch „Kerners Kohbuch“ ein Rezept von Lea Linster; Cremiger Risotto mit Kürbis und Sekt. Ich bin kein Sekt-Fan und so eine kleine Pulle stand hier schon seit Monaten rum, die musste end­lich mal weg. Die rest­li­chen Zutaten waren auch vor­han­den und Risotto liebe ich wirk­lich abgöt­tisch. Also ran an den Reis!

Einige Zutaten für den cremigen Kürbis Risotto

Zutaten für 2 Portionen • Zubereitungszeit ca. 30 Minuten

Das Originalrezept ist für 4 Personen aus­ge­legt, ich habe die Mengen ent­spre­chend ange­passt und zusätz­lich die Menge für den Parmesan (1 TL für 300 g Reis) erhöht. Das war mit sonst ein biss­chen zu wenig.

  • 150 g Arborio Risotto-Reis
  • 1/2 Hokkaido Kürbis
  • 1 kleine Schalotte, fein gewürfelt
  • ca. 30–40 g Butter
  • 700 ml Geflügelfond
  • 50 ml Sekt
  • 2 EL frisch gerie­be­ner Parmesan
  • 1 TL Sahne
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Zuerst habe ich die Schalotte geschält und in feine Würfel geschnit­ten. Danach mei­nen ers­ten Hokkaido geschält (Wobei ich gele­sen habe, dass man bei die­sem Kürbis auch die Schale essen kann. War aber im Rezept nicht ange­ge­ben.), die Kerne mit einem Löffel ent­fernt und die Fäden aus­ge­kratzt. Schnell in kleine Würfel geschnit­ten und das war es dann auch schon an Vorbereitung. So mag ich das.

Dann eine Pfanne auf­set­zen (mitt­lere Hitze), heiß wer­den las­sen, 1 EL Butter und 2 EL Olivenöl hin­ein­ge­ben und die Schalotte gla­sig anschwit­zen. Den Reis hin­zu­ge­ben, mit etwas Salz wür­zen und unter stän­di­gem Rühren eben­falls gla­sig anschwit­zen (dau­ert 2–3 Minuten).

Im Rezept spült Frau Linster den Reis zuvor unter flie­ßen­dem Wasser ab und lässt ihn gut abtrop­fen. Das habe ich noch nie gemacht und auch in die­sem Fall dar­auf ver­zich­tet. Bisher schien mir das ein­fach nicht nötig zu sein.

Weiter mit dem Risotto. Ist der Reis gla­sig ange­schwitzt, wird er mit dem Sekt abge­löscht. Den Sekt voll­stän­dig ver­ko­chen las­sen und die zuvor erhitze Brühe nach und nach hin­zu­ge­ben. Ich mache das Kelle pro Kelle und rühre zwi­schen­durch den Risotto immer mal wie­der um, bis die Flüssigkeit auf­ge­nom­men wurde. Dann kommt die nächste Kelle hin­ein. Ich rühre aller­dings nicht per­ma­nent, son­dern immer vor dem Aufschütten 2–3 mal.

Laut Rezept soll der Risotto nun ca. 18 Minuten bei schwa­cher Hitze köcheln. Ich mag Risotto am liebs­ten, wenn der Biss nur noch gaaaaaaanz leicht zu spü­ren ist und brau­che etwas län­ger als die ange­ge­be­nen 18 Minuten.

Während der Risotto köchelt, eine Pfanne auf­set­zen und den Kürbis in einem EL Butter anschwit­zen. Kräftig mit Salz und Pfeffer wür­zen, nach dem Anschwitzen vom Herd neh­men und nach ca. 12 Minuten (oder 5–6 Minuten bevor der Risotto gar ist) zum Risotto geben.

Ist der Reis soweit, den Topf vom Herd neh­men und die rest­li­che Butter in klei­nen Stücken hin­ein geben. Den Parmesan und die Sahne unter­he­ben und noch ein letz­tes Mal abschmecken.

Cremiger Risotto mit Kürbis und Sekt

Mein Resümee:

Ich mag Kürbis, das ist für mich mal die wich­tigste Erkenntnis. Selbst zu Kochen hat eben auch den Vorteil, end­lich mal neue Lebensmittel zu pro­bie­ren. Sonst wäre der Kürbis wohl auch wei­ter an mir vorbeigegangen.

Diesen Risotto mag ich auch, obwohl ich ein biss­chen skep­tisch war. Sekt im Risotto, na ich weiß nicht! Aber das schmeckt, sogar gut. Vom eigent­li­che Sekt schmeckt man am Ende nichts mehr, aber der Risotto bekommt eine feine Süße, die sehr gut zum Kürbis passt. Die typi­sche Säure, durch das Ablöschen mit Wein, fehlt hier natür­lich völ­lig, aber das macht die Sache nicht unbe­dingt schlechter.

Der Risotto ist sehr cre­mig und so mag ich ihn mit Abstand am liebs­ten. Für mich muss Risotto leben und sich auf dem Teller bewe­gen, dann ist er am Besten. Mir gefällt diese Variante wirk­lich gut und ich würde das Gericht genau so auch wie­der kochen.

Gebirgsreis von REWE

Vor ein paar Tagen ent­deckte ich im REWE Markt eine Reissorte aus der REWE-Reihe Feine Welt. Normalerweise finde ich Reis ja ziem­lich lang­wei­lig und des­halb pro­biere ich gerne auch mal unter­schied­li­che Sorten aus. Aus dem Grund durfte der Gebirsgreis dann auch mit, obwohl der Preis (ich meine es war etwas über 3,50 € für 500 g) schon recht ordent­lich war.

Der Gebirgsreis von REWE Feine WeltEs han­delt sich beim REWE Gebirgsreis um einen Langkornreis (PUSA 1121) vom Fuße des Himalaya, so steht es zumin­dest auf der Verpackung.

Dort erfahre ich dann noch, dass der Reis auf­grund sei­nes außer­ge­wöhn­lich lan­gen Korns von den Einheimischen der Region Dehradun in Indien auch als „Wunderreis“ bezeich­net wird.

Marketing kann REWE also schon mal und die Verpackung ist auch wirk­lich ziem­lich edel. Sieht alles nach einem Spitzenprodukt aus; mal gucken was vom Versprechen übrig bleibt, wenn der BH run­ter ist. Da wird ja bekann­ter­ma­ßen gerne mal getäuscht was das Zeug hält.

Zubereitung:

Die Zubereitung des Reis ist etwas auf­wen­di­ger, als man das vom „nor­ma­len“ Langkornreis kennt.

Laut Packungshinweis wird der Reis mit 1 Tasse Reis und 1,5 Tassen Wasser abge­mes­sen und dann unter flie­ßen­dem, lau­war­men Wasser ein­mal abge­spült, um evtl. Mehlstaub zu ent­fer­nen. Danach wird der Reis mit dem Wasser und einer Prise Salz 15 Minuten eingeweicht.

Der REWE Gebirgsreis in der Nahaufnahme

So sieht er aus, der Langkornreis PUSA 1121.

Nach dem Einweichen wird er bei geöff­ne­tem Topf und mit star­ker Hitze zum Kochen gebracht, dabei gele­gent­lich umge­rührt. Sobald das Wasser den Reis nicht mehr bedeckt soll ein Stückchen Butter oder Margarine (Na bestimmt nicht.) dazu­ge­ge­ben wer­den, der Topf geschlos­sen und der Reis bei mil­der Hitze ca. 15 Minuten gar quellen.

Da kann man schon mal 40–45 Minuten ein­pla­nen, bis der Reis auf den Tisch kommt. Erinnert mich so ein biss­chen an meine Frau und ihre zwei­stün­di­gen Schminkorgien im Bad, da muss das Ergebnis dann aber auch bitte rich­tig knal­len, wenn man das nicht unter ver­lo­rene Lebenszeit ein­ord­nen möchte.

Mein Resümee:

Hmmm. War ja klar, dass meine Frau mal wie­der aus der Reihe tan­zen muss. Die fin­det den Gebirgsreis von REWE näm­lich geschmack­lich nicht außer­ge­wöhn­lich oder beson­ders fein und aro­ma­tisch. Auf jeden Fall geschmack­lich gut, aber eben kein Knaller — meint sie.

Ich dage­gen, fand ihn schon rich­tig lecker. Die feine Körnung war super und er hat über­haupt nicht geklebt. Geschmacklich fand ich ihn auch sehr schön aro­ma­tisch und er hatte einen ange­neh­men Biss. Nicht mat­schig, aber auch nicht zu fest, so mag ich Reis am liebs­ten. Lecker.

Tja, natür­lich habe ich nor­ma­ler­weise immer Recht — da brau­chen wir nicht drü­ber zu reden. Wenn es aber um Aromen und Schmecken im all­ge­mei­nen geht, liegt meine Frau blö­der­weise meis­tens vorne. Meine Zunge unter­schei­det eigent­lich nur Steak und Bier, an guten Tagen. Also die ein­fa­che Lösung:

Den REWE Gebirgsreis kann man beden­ken­los kau­fen, weil er auf jeden Fall rich­tig gut schmeckt. Ob er so außer­ge­wöhn­lich ist das er den Aufwand und Preis recht­fer­tigt, muss im Einzelfall ent­schie­den werden.