Hackbällchen mit Cheddar & Bratensauce

Vor einigen Monaten habe ich hier auf dem Blog das Rezept für meine Lieblings-Frikadellen verbloggt, zusammen mit einem Rezept für einen leckeren Kartoffel-Möhren-Stampf. Die Frikadellen sind immer noch super und falls ihr die noch nicht nachgekocht habt, dann habt ihr etwas verpasst. Außen knusprig, innen saftig, würzig und lecker. Ne richtig gute Frikko!

Nachdem ich das Rezept online gestellt hatte, kam von einigen die Frage nach einer Soße auf und das die doch eindeutig fehlen würde. Bei mir Zuhause gab es Frikadellen immer ohne Sauce, nur mit etwas Bratfett beträufelt. Aber son Sößchen zum Klops klingt eigentlich ganz lecker. Deswegen habe ich mir damals auch vorgenommen das bei nächster Gelegenheit mal auszuprobieren. Die nächste Gelegenheit ist heute und ich weiß auch schon welche Sauce ich zu den Hackbällchen kochen werde. Ein Bratensauce nach Jamie Oliver Rezept, aus seinem Kochbuch „Jamies Wohlfühlküche“.

Super leckere Hackbällchen mit Soße

Ich hätte natürlich auch die weltbeste Zwiebelsauce nach Nigel Slater kochen können, aber die kennt ihr und ich ja schon. Öfter mal was Neues, damit es auch nicht langweilig wird. Langweiliges Essen ist ja wohl das Schlimmste! Und Jamie mag ich nach wie vor sehr gerne und meistens trifft er mit seinen Rezepten bei mir ins Schwarze. Deshalb habe ich auch kurz überlegt die Hackbällchen so zuzubereiten, wie das in seinem Buch vorgeschlagen wird. Aber da hat mich das Rezept beim Durchlesen nicht so überzeugt. Bei den Bällchen gibt es also etwas Malte Style, dafür gare ich sie wie Jamie auch mal im Ofen und brate sie nicht in der Pfanne. Here we go!

Hackbällchen aus dem Ofen

De Hackbällchen von Jamie werden nur mit Worcestersauce gewürzt und es kommt auch kein Ei an die Masse. Für mich gehört das aber dazu, genau wie etwas Senf. Ein wenig Ketchup kann auch nicht schaden und neben Rosmarin füge ich auch noch Majoran hinzu. Mein Nummer 1 Kraut, wenn es um Frikadellen geht. Um die Hackmasse saftig und locker zu bekommen, verwende ich normalerweise ein 1 Tag altes Brötchen, das ich bevorzugt in Sahne einweiche. Heute halte ich mich an Jamies Vorgaben und nehme Semmelbrösel. Das ist quasi die schnelle Variante, aber da mein Tag lang war und ich ziemlich erschöpft bin, passt das heute mal so.

Die hackbällchen werden mit Cheddar gefüllt

Die Bällchen werden mit würzigem Cheddar Käse gefüllt, was zugegeben etwas mehr Arbeit macht, dafür aber auch schön aussieht und einen kleine Extrapfiff bringt. Im Grunde ist es nur ein Arbeitsschritt mehr und dafür bekommt man ein tolles Ergebnis, ich finde das lohnt sich. Die Bällchen portioniere ich mit einem Eisportionierer, damit sie alle die gleiche Größe bekommen.

Die Hackbällchen werden im Ofen gegart

Würde ich sie in der Pfanne braten, könnte ich mir diesen Schritt sparen und nach Gefühl portionieren. In der Pfanne kann ich den Gargrad besser überprüfen und dickere Bällchen noch 1-2 Minuten länger braten. Im Ofen geht das eher schlecht und hier macht es Sinn, wenn alle Bällchen gleichgroß sind und somit die gleiche Garzeit haben. Ihr könnt die Masse natürlich auch abwiegen und mit Hilfe der Waage gleichgroße Portionen herstellen, falls ihr nicht auf Metteis steht.

Goldgelbe Zwiebeln

Eine besondere Würze bekommen die Hackbällchen durch die Zwiebeln, die zusammen mit Worcestersauce goldgelb gebraten werden. Gibt es etwas besseres als goldgelbe, langsam geschmorte Zwiebeln? Man möchte sie doch am liebsten direkt mit dem Löffel naschen, oder nicht? Ich bin Zwiebelfetischist, aber niemals rohe Zwiebeln. Die mag ich gar nicht, nicht mal im Döner! Sanft behandelt, mit Zucker und Essig abgeschmeckt, könnte ich mich hineinlegen. Ihr wisst was ich meine, oder?

Als Beilage zu den Hackbällchen serviere ich einen klassischen Kartoffelbrei und Erbsen mit Minze. Very British my dear. Für den Kartoffelbrei nehme ich 1 kg Kartoffeln, 100 g Butter, 150 ml Sahne und 150 ml Milch und schmecke ihn mit Salz und Muskatnuss ab.

Hackbällchen mit Kartoffelbrei

Die Erbsen koche ich für 2-3 Minuten, schrecke sie in Eiswasser ab und schwenke sie später durch Butter, damit sie einen schönen Glanz bekommen. Etwas gehackte Minze unterheben und mit Salz abschmecken. Richtig lecker!

Ein tolles Essen, so perfekt für diese Jahreszeit. Am besten schmeckt es, wenn man ein wenig von allen Zutaten auf den Löffel packt. Etwas Hack, einen Klecks Kartoffelbrei der sich idealerweise mit der Sauce verbunden hat und einige Erbsen. Dann rein damit und Haaaaaaaaaaaaaaaach, genießen!

Frikadellen, Bratensauce und Kartoffelbrei

Meine Frau ist von dem Gericht gerade total begeistert und erzählt mir, dass es sie stark an ein Gericht ihrer Oma erinnert. Gehacktes-Stippe. Falls ihr aus dem Osten Deutschlands kommst, dann sagt euch das vielleicht etwas. Ich kenne es nicht, werde es mir aber mal von meiner Frau kochen lassen, damit ich mitreden kann (falls ich zu Wort komme). Ein größeres Kompliment als „schmeckt wie von Oma“ gibt es kaum noch, also macht euch mal ran und kocht es ganz bald nach.

Portionen ca. 16 Hackbällchen

Hackbällchen mit Kartoffelbrei & Soße

30 minVorbereitung

60 minKochzeit

1 hr, 30 Gesamtzeit

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Zutaten

Für die Hackbällchen:

1 kg gemischtes Gehacktes (Rind & Schwein)

100 g Zwiebeln, fein gewürfelt

1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt

1 Ei

40 g Semmelbrösel

2 EL Rosmarin, fein gehackt

1 EL Majoran, Blättchen fein gehackt

1 TL Senf

1 TL Ketchup

2 EL Worcestersauce

60-80 g Cheddar, in ca. 1,5 x 1,5 cm gewürfelt

Olivenöl

Stück Butter

Salz und Pfeffer

Für die Sauce:

200 g Rinderhack

1 große Zwiebel, fein gewürfelt

1 EL Rosmarin, fein gehackt

1 EL schwarze Johannisbeer-Konfitüre

2 TL Senf

1-2 EL Weißweinessig

200 ml helles Bier

750 ml Rinderfond

Salz und Pfeffer

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Zubereitung

    Hackbällchen:
  1. Den fein gehackten Rosmarin und die fein gewürfelten Zwiebeln in einem großen Topf in 2-3 EL Olivenöl, einem Stückchen Butter, 2 EL Worcestersauce und 4 EL Wasser bei kleiner Hitze rund 20-25 Minuten garen, bis die Zwiebeln weich geworden sind. Zwischendurch umrühren. Kurz vor Ende der Garzeit den fein gewürfelten Knoblauch unterrühren und noch 1-2 Minuten mitgaren. Die Zwiebeln vom Herd nehmen, mit Salz und Pfeffer würzen und etwas abkühlen lassen.
  2. Das Hackfleisch zusammen mit dem Ei, Semmelbrösel, Senf und Ketchup sowie Majoran in eine Schüssel geben, die abgekühlten Zwiebeln hinzugeben und mit Salz (ca. 1 TL) und Pfeffer würzen. Alle Zutaten gut miteinander vermengen und aus der Masse einen kleinen Probeklops formen. Den Klops bei kleiner Hitze braten, probieren und die Masse evtl. noch mit Salz, Pfeffer, Senf abschmecken.
  3. Die Hackbällchen in ca. 16 gleichgroße Portionen formen (ich nehme einen Eisportionierer), jeweils 1 Würfel Cheddar in die Mitte geben und das Hack zu Bällchen formen. Die Bällchen bis zum Garen im Ofen in den Kühlschrank stellen und die Soße zubereiten.
  4. Für die Sauce:
  5. Das Hackfleisch in einem großen Topf bei starker Hitze braun anbraten, dann die Hitze auf mittlere Hitze reduzieren, die Zwiebeln und den Rosmarin zufügen und 5 Minuten mitbraten. Das Hackfleisch mit dem Bier ablöschen und köcheln lassen, bis die Flüssigkeit verdampft ist.
  6. 2 gehäufte EL Mehl über das Hackfleisch geben und sorgfältig vermischen. Rinderfond, Konfitüre, Senf zufügen, alles verrühren und die Sauce 30 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen, bis sie andickt und sich der Mehlgeschmack verflüchtigt hat. Mit Essig, Salz und Pfeffer abschmecken.
  7. Hackbällchen mit Sauce:
  8. Den Backofen auf 240° Ober und Unterhitze vorheizen. Die Hackbällchen in eine leicht eingeölte Form / Bräter geben und im oberen Drittel des Ofens für 15 Minuten garen. Nach 15 Minuten den Bräter herausnehmen und die Sauce über die Bällchen gießen. Den Bräter zurück in den Ofen geben und die Bällchen noch weitere 5 Minuten garen.
http://www.malteskitchen.de/hackbaellchen-mit-cheddar-bratensauce/

Bei diesem Rezept verwendete oder empfohlene Kochbücher / Utensilien / Produkte:

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Lasst es euch schmecken und bis demnächst mal wieder,

Malte.

11 Kommentare

  1. Ach Malte, das klingt schon wieder so oberköstlich… 😍 Möchtest du mich nicht adoptieren oder gibt es die Möglichkeit ein Essens-Abo bei dir abzuschließen?

    • Danke, du bist ein Schatz! Ich würde über eine Adoption nachdenken, müsste nur noch meiner Frau erklären warum ab sofort noch eine zweite Frau einziehen darf. Das wird ein lustiges Gespräch. 😀

  2. Da läuft einem ja wieder das Wasser im Mund zusammen!!
    Das wird gleich am Wochenende nach gekocht!
    *was mir auffiel, wenn man Deine Bilder sieht* Wie schafft man(n) es so „sauber“ zu kochen?*

    • Hoffentlich trifft es deinen Geschmack!
      Wenn ich ehrlich sein soll, sieht es bei mir in der Küche nicht anders aus als in den meisten Küchen auch. Chaos, mal mehr und mal weniger. 😀 Aber ich habe immer eine saubere Stelle und dort mache ich die Fotos. Die Fleischbällchen habe ich zum Beispiel auf einem ersten Brett geformt und dann auf ein zweites Brett gelegt und dort fotografiert. Das ist ein wenig aufwendiger, aber dafür sieht es appetitlicher aus. 🙂

  3. Maren sagt

    Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Das wird mit Lamm/Kalbshack gemacht. Versprochen.

    Danke dir

  4. Eisportionierer, so simpel, da muß man erstmal drauf kommen. 😀

    Ich glaube ich komme aus der gleichen Ecke wie Deine Frau und wurde als Kind oft von Oma bekocht, aber Gehacktesstippe konnte ich nicht leiden, genau wie Tote Oma, gabs nämlich beides auch oft im Hort und ich fand es wie-der-lich. Ich mag es auch bis heute nicht, koche es aber öfter für meinen Mann, bin ja nicht so.

  5. Pingback: Cheddar sajttal töltött húsgolyók szósszal és répával | Parfé Gasztroblog

  6. Es gibt nichts besseres als Frikadellen 😀
    Malte ich mache die Frikkas genau wie du immer, so wie Jamie im Ofen garen habe ich noch nie ausprobiert. Geiles Rezept, Hack, Käse und gebratene Zwiebeln. Volltreffer was meinen Geschmack angeht. Ich bin mal gespannt wie die aus dem Ofen schmecken 🙂

    • Sehr cool, dass ich damit genau deinen Geschmack getroffen haben! Dann wird dir das hoffentlich auch schmecken. 🙂
      Die Frikadellen aus dem Ofen funktionieren auch sehr gut. Gerade wenn man größere Mengen macht, ist das auf jeden Fall eine echte Alternative.

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