Hackbällchen in Senfsauce

Um das gleich mal vorneweg zu schicken, die Ähnlichkeiten meiner Hackbällchen in Senfsauce zu einem sehr beliebten Gericht aus einem schwedischen Möbelhaus, ich nenne es auch gerne „Das Haus der Schmerzen!“, sind rein zufällig und allerhöchstens optisch. Meine Bällchen sind viel leckererer, aber sowas von.

Für diese verdammt leckeren Hackbällchen in Senfsauce habe ich mich mal wieder von Nigel Slater inspirieren lassen, der in seinem Kochbuch „Eat – Das kleine Buch der Fastfood-Küche“ ein Rezept für seine liebsten Hackbällchen veröffentlicht hat. Er nimmt für seine Hackbällchen fertiges Bratwurstbrät, was man sicher auch machen kann, wenn man einen Fleischer in der Nähe hat der wirklich gute Bratwurst macht.

Lecker gewürzte Hackbällchen in Senfsauce

Noch besser schmeckt es, wenn man die Bällchen aus frischem Schweinehackfleisch gleich selber zubereitet und sie nach dem persönlichen Geschmack würzt. Für meine derzeit liebsten Hackbällchen habe ich u.a Fenchelsamen als Gewürz verwendet, weil ich die Kombination Schweinefleisch und Fenchel total liebe und ich habe in die Hackfleischmasse noch ausgelassene geräucherte Speckwürfel getan, für ein leichtes aber total spannendes Raucharoma. Beide Zutaten sind in diesem Fall wirklich unentbehrlich, aber es lohnt sich sehr, sie auch zu benutzen. Ich verspreche es!

Das hack wird mit Speck und Fenchelsamen gewürzt

Noch ein Wort zur Senfsauce und zur verwendeten Menge an Senf, da stecke ich nämlich in einem angeheiratetem Dilemma. Während ich Senf total gerne mag und auch nichts gegen kräftig nach Senf schmeckende Senfsauce einzuwenden habe, ist meine Frau bei Senf eher empfindlich und mag ihn nur in ganz kleinen Dosierungen. Für meine Senfsauce habe ich daher eine eher vorsichtige Menge an Senf verwendet, 1 gestrichenen EL körnigen Dijon-Senf. Du kannst natürlich mehr Stoff geben, falls bei dir Zuhause senftechnisch alles harmonisch verläuft. Aber Vorsicht, nicht zu viel und vorher abschmecken!

Superleckere Hackbällchen in einer cremigen Senfsauce

Es wäre schön, wenn dir das Rezept gefällt und du es bei Gelegenheit mal nachkochst. Es ist ein ganz tolles Gericht und bringt wirklich Spaß auf dem Teller. Falls du Fotos davon machst, dann zeige sie doch auf Facebook und Instragram und tagge sie mit #malteskitchen. Es ist nämlich immer ganz toll für mich zu sehen, wenn meine Rezepte nachgekocht werden, ich liebe das!


Rezept Zutaten für 3-4 Portionen • Zubereitungszeit ca. 30 Minuten

Für die Hackbällchen:

  • 600 g Hackfleisch vom Schwein
  • 50 g durchwachsen-geräucherter Speck
  • 1 Ei
  • 1 TL scharfer Senf
  • 1 TL Ketchup
  • 3 EL Semmelbrösel
  • 2 EL Fenchelsamen
  • 1 Schalotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • Olivenölz
  • ca. 1 gestrichener TL Salz
  • Pfeffer

Für die Senfsauce:

  • 450 ml Rinderfond
  • 250 ml Creme Fraiche
  • 50 ml Sahne
  • 1-2 EL körniger Dijon-Senf
  • 1 TL Speisestärke (optional)
  • 1 1/2 EL Wasser (optional)
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung • Hackbällchen in Senfsauce •

Den Speck ganz fein würfeln, er kommt als Füllung in die Hackmasse und sollte dafür nicht zu groß sein. Die Schalotten abziehen und fein würfeln sowie den Knoblauch abziehen und fein würfeln. Eine Pfanne auf mittlerer Hitze erhitzen und den Speck in 1 EL Olivenöl auslassen, bis er knusprig ist, dann aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen.

Im Bratenfett bei kleiner Hitze die Schalottenwürfel anschwitzen und die Knoblauchwürfel 1 Minute mitbraten, herausnehmen und ebenfalls kurz abkühlen lassen. Die Pfanne mit Küchenpapier sauber wischen und in der Pfanne die Fenchelsamen kurz anrösten, bis sie anfangen zu duften. Die Fenchelsamen auf ein Brett geben und möglichst fein hacken.

Das Hackfleisch in eine Schüssel geben und das Ei, Semmelbrösel, Senf und Ketchup, den Speck und die Zwiebel-Knoblauchmischung zufügen und mit Salz und Pfeffer würzen. Eine Pfanne auf mittlerer Hitze aufsetzen und aus der Hackmasse ein Probebällchen formen und in etwas Olivenöl braten. Das Hackbällchen ggfls. mit mehr Salz und Pfeffer abschmecken.

Passt die Würze, aus der Hackmasse kleine Bällchen formen. Dabei eine Schüssel mit Wasser bereitstellen und die Hände vor dem Formen der Bällchen anfeuchten. Die Bällchen sollten etwas kleiner als ein Tischtennisball werden.

Eine große Pfanne aufsetzen und auf mittlerer Hitze heiß werden lassen. Etwas Olivenöl in die Pfanne geben und die Bällchen rundum anbraten, dann die Hitze auf kleine Hitze reduzieren und die Bällchen einige Minuten weiterbraten, bis sie gar sind. Zwischendurch immer mal wieder wenden. Es spricht übrigens nichts dagegen ein Bällchen zu probieren, um zu überprüfen wie weit sie schon gegart sind. Es sind ja genug da.

Sobald die Bällchen gar sind, aus der Pfanne nehmen und warm beiseite stellen. Die Hitze wieder auf mittlere Hitze erhöhen und den Rinderfond in die Pfanne gießen und mit einem Schaber die Bratenreste vom Boden lösen. Die Sahne, Creme Fraiche und den körnigen Senf zugeben, gut einrühren und aufkochen lassen. Die Hitze auf kleine Hitze einstellen und die Sauce 3-4 Minuten köcheln lassen.

Wenn du die Sauce etwas dicker magst, die Speisestärke in 1 1/2 EL Wasser auflösen und zur Sauce geben und dabei gut umrühren, damit nichts klumpt. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Hackbällchen zurück in die Sauce geben. Die Bällchen 2-3 Mal in der Sauce wenden und mit etwas Schnittlauch bestreut zuu Reis oder Salzkartoffeln servieren.

24 Kommentare

  1. Das klingt gut, werd ich nächste Woche gleich mal ausprobieren. Mein Mann liebt Eier in Senfsoße, ich mag die nicht so gern und koche das nur für ihn, aber mit Hackbällchen kann ich mich anfreunden.

    Senf pur mag ich auch nicht so gern, aber in die Soße darf er.

    • Das gute an der Soße ist, dass sie auch mit weniger Senf immer noch lecker schmeckt. Du wirst das bestimmt mögen udn ich würde mich freuen, wenn du es ausprobierst und mir dann Bescheid gibst, ob es lecker war. Schönen Sonntag für euch Ilka. 🙂

  2. Bei mir bezieht sich das „angeheiratete“ Dilemma eher auf Speck – mein Freund mag keinen oO Also muss ich den wohl oder übel weglassen, wenn ich das Gericht nach der Fastenzeit nachkoche 😉

    LG Jette

    • Ein Mann der keinen Speck mag? Da hast du dir ja ein seltenes Exemplar gesichert. Ausstellen und Eintritt dafür verlangen! 😀
      Schönen Sonntag Jette 🙂

  3. Bei uns gab es das Rezept gestern Abend und ich muss sagen: es hat sehr sehr lecker geschmeckt ! Die Fenchelsamen wollte ich erst weglassen, weil das eigentlich gar nicht mein Ding ist. Aber man soll ja auch mal Neues ausprobieren 🙂 Die angebenen Gewürzmengen waren genau richtig, beim Senf waren wir so bei knapp 2 El. Das ist eines meiner neuen Lieblingsrezepte und wird in Zukunft sicher häufig gekocht 🙂👍

    • Oh, das freut mich aber sehr! 🙂 Ich finde es super das du den Fenchelsamen einen Chance gegeben hast, weil sie für die Bällchen sooo wichtig sind. Manchmal wird der Mut dann auch belohnt, nicht immer :D, aber ab und zu klappt es.

  4. Köstlich. Ich liebe Senf. Besonders der ABB Mostert aus Düsseldorf. Den hat mein Mann quasi mit in die Ehe gebracht und schmeckt köstlich zu Frankfurter Würstchen (der Senf, nicht der Mann. Wobei, der natürlich auch!). Das Rezept gefällt mir sehr. Wundert mich nicht, dass Dich Nigel Slater dazu inspiriert hat… Ich will als nächstes mal Nudeln mit Hackfleischbällchen in Tomatensauce machen – und dazu „Der Pate“ gucken! Mehr Mafia geht nicht 🙂

    • Den Senf musste ich jetzt erstmal googlen und da ich häufiger Düsseldorf unsicher machen, werde ich mal versuchen ein Töpfchen davon zu erwischen. Hackfleischbällchen in Tomatensauce ist toll, da möchte ich mich sofort mit an den Tisch setzen. Ich freue mich schon auf das Rezept!

    • Hallo Karola 🙂 wenn du Senf liebst, dann misch auf jeden Fall 2 EL unter das Sößchen. Ich hoffe, es wird deinen Geschmack treffen!

  5. Ooooh die merke ich mir gleich mal vor! Hackfleischbällchen lieben wir hier, meistens mit Tomaten- oder Currysauce. Da wir beide aber Senfsauce lieben, muss das natürlich probiert werden 😀

    • Hackbällchen mit einer Art Currysoße habe ich früher als Kind geliebt! Die hießen Pusztaballen oder so ähnlich und die gab es bei uns in der Currywurstbude und nach der Schule durfte ich ab und zu eine Portion davon essen.
      Ich hoffe, meine Hackbällchen werden euch schmecken. 🙂

  6. Miam, das Gericht lässt mich automatisch sabbern! Senf kann ich eigentlich wie Marmelade essen. Fenchel und Speck mag ich auch. Hier würde ich immer auch immer mit einem Klecks Senf die Hackmasse würzen.

  7. birgit sagt

    Wurde heute nachgekocht- man war das lecker! Habe vier vetschiedene senfarten un die sosse gegeben- haben toll harmoniert!! Danke für das rezept!!

    • 4 verschiedenen Senfarten klingt aber auch mal richtig gut! da hätte ich gerne auch mal eine Portion probiert. 🙂

  8. Steffi Kühn sagt

    Ich hab mich auch dran gewagt und bin begeistert! Allein das Rösten und Hacken des Fenchels ist ein fast „betörendes“ Erlebnis! Was für ein Duft! Und es passt wirklich phantastisch ins Hack. Meine Familie hat auch ohne Murren und Knurren mitgegessen, die 7jährige ohne jeden Kommentar, der holde Ehegatte schwer irritiert und am Rätseln, was er da schmeckt, was er doch eindeutig kennt, bis ich es ihm verraten habe. Wird nicht sein Lieblingsgericht, aber essen tut er es. Ich koche das definitiv wieder, und ich werde die Fenchelsamen bestimmt auch mal an anderer Stelle versuchen unterzubringen. Vielleicht in einer Art Kräuterkruste beim Schweinefilet?

    • Ja, das Fenchel Rösten und Hacken macht schon Spaß. 🙂 Ich würze auch gerne mal meinen Schweinebraten mit Fenchelsamen, wichtig ist halt immer, dass man nicht zu viel davon nimmt. Wenn du mal ein schönes Rezept entwickelt hast, ich bin dein Mann und freu mich drüber!

  9. Über deine Facebookseite bin ich über dieses ganz köstliche Rezept gestoßen. Wir haben es vorher zum Mittagessen nachgebastelz. Mein Mann und ich sind schwer begeistert. Eigentlich sollten noch Bällchen für morgen übrigens bleiben, aber mein Mann hat sie gierig alle verputzt, obwohl er anfangs ein wenig skeptisch war.

    Vielen Dank für die tolle Inspiration 🙂

    • Wir Männer Eva, da machst du nix dran. Alles kleine Mäkelheinis, aber wenn es dann schmeckt, dann wird verdrückt als gäbe es kein Morgen mehr. 😀 Es ist schön, dass es euch so gut geschmeckt hat und ich muss Danke sagen, fürs Nachkochen. 🙂

  10. Lecker, lecker, megalecker!

    Ich kann mich auch nur in den Begeisterungssturm einreihen. Kommt sicher wieder auf den Tisch.

    Mit Milch oder Sahne eingeweichtes Toastbrot macht die Bällchen vermutlich noch etwas fluffiger anstelle der Semmelbrösel. Ich berichte dann mal…

  11. Simone sagt

    Heute nachgekocht und mega mega lecker!!! Wird es auf jeden Fall wieder geben. 🙂

Kommentar verfassen