Bratwurst mit Zwiebelsauce und Kartoffelbrei

In letzter Zeit sind meine Gerichte etwas Nigel Slater lastig, das muss ich schon zugeben. Aber um es mal mit Jamie Olivers Worten zu sagen „Nigel Slater ist ein gottverdammtes Genie“. Is so!

Letzte Woche musste ich unbedingt die Zwiebelsoße von Nigel ausprobieren, die er zu Bratwurst und Kartoffelbrei serviert. Wenn Engländer etwas können müssen, dann ja wohl bitte Zwiebelsoßen. Außerdem ist das genialstes Soulfood und draußen war es kalt und nass und die Uhren sind sichtbar auf Herbst gestellt. Ich schiebe entsprechend oft den üblichen Herbsblues und trauere dem Sommer und der Hitze nach. Da kann ich Soulfood gut gebrauchen.

So lecker. Bratwurst mit Zwiebelsauce und Kartoffelbrei

Nigel lässt das Kartoffelpüree sehr pur und würzt es nur mit etwas Salz und gibt ein Stückchen Butter hinein. Die Sauce ist natürlich schon sehr würzig, insofern kann ich das auch nachvollziehen. An mein Püree gehört aber immer mindestens etwas Muskat und auch ein Schluck Milch. Du machst es am besten genau so, wie du es magst!

Die beste Zwiebelsauce der Welt!

Fuck, ist das geil! Sorry, aber anders kann ich das hier echt nicht beschreiben. Wenn sich die Sauce mit dem Kartoffelpüree verbindet und mit einem Stückchen Bratwurst und ein paar Zwiebeln im Mund landet, dann entspannen sich meine Gesichtszüge zu einem Lächeln. Das ist so, so, so gut.

Es ist heimelig, so wunderbar rund im Ganzen und macht einfach nur glücklich. Scheiß aufs Wetter, der Regen soll kommen. Ich koche den Blues einfach weg, mit einer riesengroßen Portion Bratwurst mit Kartoffelbrei und Zwiebelsauce. Danke Nigel, du Gott!

Damit ihr meine Begeisterung nachfühlen könnt, kommt hier das Rezept für die beste Zwiebelsoße der Welt. Aber Vorsicht, ihr werdet süchtig werden, ich weiß es.  

Portionen 2-3

Bratwurst mit Zwiebelsauce und Kartoffelbrei

10 minVorbereitung

39 minKochzeit

50 minGesamtzeit

Save Recipe

Zutaten

4 frische, große Bratwürste

3-4 große Zwiebeln

6 große mehligen Kartoffeln

10 Wacholderbeeren, leicht angedrückt

4 frische Lorbeerblätter

2 EL Mehl

200 ml trockener Marsala

350 ml Geflügelfond, oder Instant Brühe

4-6 gute EL Butter

1 EL feinen Dijon-Senf

50-100 ml Milch

Salz, Pfeffer und Muskat

Anzeige

Zubereitung

  1. Die Zwiebeln schälen, halbieren und jede Hälfte in etwa 6 Spalten schneiden. Den Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
  2. Eine Pfanne auf maximal mittlerer Hitze aufsetzen, heiß werden lassen und 1 guten EL Butter hineingeben, so dass der Boden der Pfanne gerade so mit der Butter bedeckt ist. Die Bratwürste in die Pfanne legen und bei mittlerer Hitze bräunen lassen. Sie sollen noch nicht komplett durchgaren, nur Farbe annehmen.
  3. Die Würste herausnehmen und die Zwiebeln in die Pfanne geben und 2 gute EL Butter zufügen. Die Zwiebeln bei kleiner Hitze in dem Würstchenfett dünsten, bis sie goldbraun und so weich sind, dass du sie mit Daumen und Zeigefinger zerdrücken kann. Zwischendurch immer wieder umrühren, damit die nicht anbrennen. Ggfls. noch Butter zufügen, damit sie schön saftig werden.
  4. Sobald die Zwiebeln weich und goldbraun sind, die leicht angedrückten Wacholderbeeren und die Lorbeerblätter hinzufügen, die Hitze hochschalten und die Zwiebel jetzt schnell bräunen. 2 EL Mehl zufügen und die Zwiebeln 1 weitere Minuten anbraten und dabei ständig umrühren, damit die nicht anbrennen. Mit dem Marsala und der Brühe ablöschen und die Flüssigkeit zum Kochen bringen. Die Sauce eindicken lassen und mit Salz, schwarzem Pfeffer sowie 1 EL Dijon-Senf würzen.
  5. Die beiseite gelegten Würste in einen Bräter oder eine Auflaufform geben und die Sauce zugießen. Im Ofen für ca. 20-30 Minuten garen, die Garzeit hängt wie immer von der Dicke der Würste ab und wie lange du sie vorab schon in der Pfanne gebräunt hast.
  6. In der Zwischenzeit das Kartoffelpüree zubereiten und als Erstes die Milch erwärmen. Die Kartoffeln schälen, auf gleiche Größe schneiden und im leicht gesalzenen Wasser weich kochen, so dass eine Messerspitze mühelos eindringen kann. Abgießen, 2 gute EL Butter sowie eine ordentliche Prise Muskat zugeben. Die Kartoffeln zerstampfen und Milch zufügen, bis die von dir gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz abschmecken und zusammen mit den Würstchen und der Zwiebelsauce servieren.
6.6.15
http://www.malteskitchen.de/bratwurst-mit-zwiebelsauce-und-kartoffelbrei/

Bei diesem Rezept verwendete oder empfohlene Kochbücher / Utensilien / Produkte:

Mehr von mir gibt es auch auf Pinterest, Facebook, Instagram und Twitter.

Lasst es euch schmecken und bis demnächst mal wieder,

Malte.

37 Kommentare

  1. Ziemlich old school.
    Ziemlich deftig.
    Ganz genau mein Geschmack! 🙂

    Ich persönlich mag lieber die polnische Variante des Kartoffelbreis. In Polen nimmt man zumeist Sahne statt Milch. Für mich macht das einen Unterschied wie Tag und Nacht. Gut, nach den Kalorien darf man da nicht schauen…

    • Ich hab mal einen Kartoffelbrei nach Lafer-Rezept ausprobiert, da war auch ordentlich Sahne drin. Das schmeckt schon ziemlich lecker.

  2. Moah, lecker! Wer kocht mir das heute Abend? Naja, ich wahrscheinlich selber. 😉 Im ernst: sieht das gut aus! So ein richtiges Rezept aus der Reihe „mit einfachen Zutaten was richtig leckeres kochen“. Gefällt mir sehr, weiter so! 🙂

  3. Ja, Hausmannskost vom leckersten. Schönes Zwiebelsößchen! Alternativ zum Katroffelbrei hab ich dazu cremiges Kürbisgemüse gemacht. Kam auch gut. Kleingeschnittene Zwiebel in Butter andünsten, Kreuzkümmel kurz mitrösten, 1 kl. Hokado grob raspeln, kurz andünsten, mit etwas Gemüsebrühe und Sahne ablöschen, ca. 8-10 Minuten bei niedriger Temperatur im gedeckelten Topf simmern lassen und mit Salz und Pfeffer würzen.

  4. Steffi sagt

    Haben wir am Wochenende nachgekocht und für sehr lecker befunden :zwinker: wird es bestimmt bald mal wieder geben, die passende Jahreszeit fängt ja gerade erst an…

    • Freut mich sehr, dass es euch geschmeckt hat Steffi! Bei mir gab es das letzte Woche auch nochmal und meine Frau liebt es wirklich heiß und innig.

      Vielen Dank für das Feedback. 🙂

  5. Yvonne sagt

    Geliebtor Malte
    Es war so lecker <3
    Heute nachgekocht und für toll befunden. Danke fürs Rezept.

    Die Wonnie

    • Liebste Wonnie,

      ich freue mich sehr, dass es dir geschmeckt hat. Wir stehen auch immer noch total drauf, das ist echt einfach und lecker.

      Viele Grüße!

  6. Nicole sagt

    Huhu…habe es letztens ausprobiert und irgendetwas muss ich falsch gemacht haben :-(…kommt da wirklich ein Weinglas Marsala rein? Es hat sehr stark nach Alkohol und zu intensiv geschmeckt, obwohl ich glaube mich an das Rezept gehalten gehaben…keine Ahnung was ich falsch gemacht habe…LG, Nicole

    • Hallo Nicole,

      es steht zwar so im Originalrezept, aber das ist wohl eher keine gute Angabe. Ich ändere das jetzt mal ab, damit es da keine Missverständnisse mehr gibt. Ich nehme immer ein normales Weinglas und fülle es so ein, wie ich ein Glas Wein einfüllen würde. Das ist dann von der Menge her sicher so um die 0,2 maximal 0.3 ml. Wenn man das Weinglas komplett füllt, ist das sicher zu viel. Ich ändere das Rezept jetzt mal auf 200 ml ab.

      Sorry, dass es bei dir durch die ungenaue Angabe in die Hose ging. Und vielen Dank für dein Feedback, dadurch könnte ich das jetzt korrigieren. 🙂

  7. Pingback: Wir retten, was zu retten ist: Kartoffelpüree, Kartoffelauflauf und ein Best of Kartoffel! | German Abendbrot

  8. Nicole sagt

    Endlich hab ich sie gemacht. Durch Frau Shopping drauf aufmerksam geworden und abgespeichert, war nun der Tag gekommen.
    Einfach phantastisch!!! Mein Mann hat vor Begeissterung regelrecht gesabbert..*lach…
    Wirklich ein sehr schönes Rezept! Das wird es bei und jetzt häufiger geben!!

    • Oh ja! Ich freu mich, Dankeschön. 🙂 Ich liebe dieses Rezept wirklich so, so so sehr und bin jedes Mal happy, wenn es jemand anderes auch toll findet!

  9. Koche das Gericht heute zum 2. mal und ich muss sagen : TOP !!!
    Beim 1. mal hatte ich nur 100 ml Marsala genommen weil ich nur eine kleine Flasche bekommen hab , Heute hab ich mir eine 1L Flasche geholt 😀 , bei 100 ml hat man Ihn nicht wirklich rausgeschmeckt .

    • Bisschen mehr als 100 ml müssen es auf jeden Fall sein und den Rest der Flasche wirst du auch gut bei anderen Soßen los. Marsala in einer dunklen Soße geht eigentlich immer.
      Ich freu mich, dass dir das Gericht gefällt und Danke fürs Nachkochen Marcel!

  10. constanze sagt

    Heute werde ich das endlich ausprobieren…also die Soße, ohne Wurst…und mit Schwarzbier statt dem Wein (keiner da)..aber immerhin zum Püree 🙂 Es sieht so lecker aus und ich freu mich seh!

  11. Daniela sagt

    Endlich hab ich es mal probiert! In der Hoffnung dass mein 1,5-jähriges und eher kostverachtendes Mäuschen auch etwas mitisst, hab ich den Marsala weggelassen und durch ein wenig Balsamico und braunen Zucker ersetzt. War auf jeden Fall sehr sehr lecker! Danke für das Rezept!

  12. Ohhh Gott, ich sabber auf die Tastatur. Gerade bei Pinterest entdeckt – eigentlich ist heute Gammeltag, aber ich schmeiss mich jetzt in die Klamotten und ab geht’s zum einkaufen…………
    LG Bianca

  13. Sabine sagt

    Lieber Malte….
    …..
    ………. geilo 😀
    Danke! Bei mir jetzt sicher öfter auf´m Tisch!

    LG Sabine

  14. Da soll noch jemand sagen, die Engländer können nicht kochen. 😉

    Ein sehr schönes Gericht, dass ich erst in englischen Pubs kennengelernt habe. Das englische „Pubfood“ ist eh weit unterschätzt. Meist sehr bodenständig, aber trotzdem meist mit einer gewissen Raffinesse.

    • Leider hatte ich noch nicht das Vergnügen authentisches Pupfood essen zu dürfen. Aber wenn das auch nur annähernd so lecker sein sollte wie die Bratwurst mit Zwiebelsoße, dann habe ich wohl einiges verpasst.

  15. Tommi sagt

    Hi Malte,
    ich hab jetzt schon einige deiner Rezepte nachgekocht und dachte ich muss dir jetzt mal danken. Eben gerade die Bratwurst in Massalla gegart und fürs Auge noch Röstzwiebeln übers Pürree gestreut. Halte mich sonst 1:1 an deine Angaben. Bitte weiter so, ich mutiere zum Fan. Auch weil du dich nicht nur von einem Künstler inspirieren lässt, die Vielfalt machts. Thx and greets

    • Vielen Dank Tommi. Ich freue mich da natürlich sehr drüber. 🙂 Ich werde schön weiter Gas geben und hoffen das es so bleibt!

Kommentar verfassen