Bärlauch-Gnocchi mit Ricotta & Kirschtomaten

So, Leute. Jetzt ist es soweit und ich kann euch mit einem ganz tollen Rezept in die Osterferien schicken. Ich weiß, ein paar von euch haben schon hibbelig auf das Rezept der Bärlauch-Gnocchi gewartet, seit ich sie auf Facebook und Instagram gezeigt haben. Sorry für die Wartezeit, aber das „wahre“ Leben kam mir dazwischen.

Aber ich bin gerade noch rechtzeitig mit meinen Bärlauch-Gnocchi am Start, bevor die Bärlauch-Saison auch schon wieder vorbei ist. Das geht immer so schnell, man kommt gar nicht dazu, alle angedachten Gerichte auch zu kochen. Dieses Jahr gab es bei mir nur Bärlauch-Pesto, Bärlauch-Butter und eben diese wirklich grandiosen Bärlauch-Gnocchi. Und wie ich die gemacht hab, erzähle ich euch jetzt. Nachkochen ist in diesem Fall auch absolute Pflicht, sonst muss ich weinen. Und ihr wollt doch keinen Mann zum Weinen bringen.

Leckere Bärlauch-Gnocchi

Für den Gnocchi Teig habe ich heute mal Ricotta verwendet, weil ich diesen cremigen italienischen Frischkäse sehr mag. Gemischt habe ich ihn mit Kartoffeln, Eigelbe, Mehl und Parmesan und gewürzt mit Salz, Pfeffer und Muskat. Und Bärlauch natürlich. Nicht zu viel davon, knappe 40 g auf 500 g Kartoffeln und 250 g Ricotta, weil Bärlauch schon ordentlich Power hat. Und Gnocchi sind eher was feines und man will ja auch noch Kartoffeln und Ricotta schmecken und nicht vom Bärlauch weggeblasen werden.

Ich mag die Konsistenz dieser Ricotta-Gnocchi sehr gerne. Sie sind etwas weicher als Gnocchi, die nur aus Kartoffeln und Mehl bestehen, aber sie behalten beim Kochen trotzdem ihre Form und zerfallen nicht. Man sollte nur darauf achten das man das Wasser (salzen!) nicht zu stark kochen lässt. Es reicht völlig aus, wenn es leicht köchelt. Wer mag, kann die Gnochi nach dem Kochen auch noch in Butter anbraten. Ich mache das in diesem Fall nicht, weil ich es bei den Bärlauch-Gnocchi eher sanft mag und keine Röstaromen brauche. Aber das ist Geschmackssache und beides schmeckt gut. Also, eure Entscheidung.

Teig für Gnocchi

Meine Gnocchi habe ich zum ersten Mal mit einem Gnocchi Brett hergestellt und ich bin ziemlich begeistert von diesem kleinen Brettchen. Zuvor hatte ich die Gnocchi immer ganz klassisch über eine Gabel gerollt, aber bei so frickeligen Arbeiten stelle ich mich oft etwas ungeschickt an. Außerdem hat es mir auch immer zu lange gedauert, bis alle Gnocchi fertig gerollt waren, so dass ich oft auf das hübsche Rillenmuster verzichtet habe. Aber schöner ist es mit Muster und wenn man zu den Gnocchi eine Sauce serviert, machen die Rillen ja auch noch Sinn, weil die Sauce an den Rillen haftet.

Dank Gnocchi Brett gibt es bei mir jetzt immer wunderschön gerillte Gnocchi! Das geht so einfach und auch flott, dass ich richtig Spaß bei der Sache hatte. Man mehlt das Brett und rollt die vorher portionierten Gnocchi einfach mit ganz leichtem Druck quer über das Brett ab. Und schon hat man eine Gnocchi wie aus dem Bilderbuch. Mein Brettchen hat nicht mal einen 10er gekostet und das ist mal richtig gut angelegtes Geld. Zumal man mit dem Brettchen auch unterschiedliche Gnocchi-Formen herstellen und sogar Pasta formen kann. Große Empfehlung von mir! => Gnocchi Brett (Klick)

Gnocchi Brett

Zu den Gnocchi gab es ausnahmsweise keine Sauce, sondern kleine aromatische Kirschtomaten, die im Ofen gegart wurden. Ich wollte den Aufwand so gering wie möglich halten und auch noch genug von den Bärlauch-Gnocchi schmecken und die kleinen fruchtigen Aromabomben haben ideal zu den Gnocchi gepasst.

Die Kirschtomaten habe ich halbiert, mit der Schnittfläche nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gelegt, mit Zucker gewürzt und mit Olivenöl großzügig beträufelt und noch etwas Thymian und frischen Knoblauch mit auf das Backblech gegeben. Dann rein damit in den Ofen, bei 200 Grad für 15-20 Minuten und im besten Fall sofort mit den Gnocchi servieren. Yummy!

Kirschtomaten aus dem Ofen

Das war ein richtig tolles Essen! Einfach, wenige Zutaten, aber richtig viel Geschmack. Mein kleiner Junge konnte gar nicht genug von den Gnocchi bekommen und hat locker 20 Stück davon gegessen und sich für den nächsten Tag nochmal Bärlauch-Gnocchi gewünscht. Ich habe das so gefeiert! Wenn man etwas Neues kocht, dann weiß man nie ob der Kleine es isst oder es empört ausspuckt. Und Bärlauch hat ja nicht gerade ein dezentes Aroma, weswegen hatte ich schon das Schlimmste befürchtete. Und dann haut er rein und rein und rein. Das war so schön. 🙂

Natürlich haben wir ihm seinen Wunsch erfüllt und mittlerweile noch 2 weitere Male die Bärlauch-Gnocchi gekocht. Er liebt sie wirklich und es würde mich schon sehr wundern, wenn sie euch nicht schmecken würden. Bei diesem Rezept passt einfach alles und wenn man Gnocchi und Bärlauch mag, ist das ein Gewinner! Also viel Spaß mit dem Rezept, viel Erfolg beim Nachkochen und nicht das Feedback vergessen und mir damit den Tag verschönern!

Gnocchi mit Bärlauch und Ricotta

Damit verabschiede ich mich in eine kurze Blogpause und wünsche euch wunderschöne und vor allen Dingen friedliche Ostertage. Hoffentlich mit gutem Essen, das wäre sicher keine schlechte Idee. Ich selbst werde ein wenig Ruhe suchen, das Handy so gut es geht abstellen und die Welt mit ihren täglichen Unglücksnachrichten einfach aussperren. Ich werde ein Buch lesen, mit meinem Kind spielen und mir Zeit für Familie und Freunde nehmen. Das klingt für mich nach einem guten Plan.

Portionen 3-4 Portionen

Bärlauch-Gnocchi mit Ricotta & Kirschtomaten

45 minVorbereitung

45 minGesamtzeit

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Zutaten

500 g mehligkochende Kartoffel (nach dem Schälen)

250 g Ricotta

65 g Parmesan, fein gerieben

150 g Mehl

2 Eigelbe (Größe M)

40 g Bärlauch, fein gehackt

Salz, Pfeffer und Muskatnuss

Kirschtomaten (Optional)

Knoblauch (Optional)

Thymian (Optional)

Zucker(Optional)

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Zubereitung

  1. Die Kartoffeln mit Schale in einem großen Topf mit Wasser bedecken und garen, abgießen und noch heiß pellen. Die Kartoffeln zweimal durch eine Kartoffelpresse in eine große Schüssel drücken.
  2. Die Eigelbe unter die Kartoffelmasse mischen und dann den Bärlauch, Ricotta, das Mehl und den Parmesan zufügen. Alles zu einer glatten Masse verarbeiten und mutig mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
  3. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einer ca. 2 cm dicken Rolle formen und in ca. 2 cm lange Gnocchi schneiden. Nach Belieben das Rillenmuster mit einer Gabel oder einem Gnocchi Brett zufügen.
  4. Die Gnocchi in leicht kochenden, gesalzenen Wasser portionsweise garen. Sobald sie an der Wasseroberfläche schwimmen sind sie gar.

Hinweise

Für die Kirschtomaten den Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Tomaten halbieren und mit der Schnittfläche nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Zuckern, mit Olivenöl beträufeln, Thymian und Knoblauch auf dem Blech verteilen und im vorgeheizten Ofen 15-20 Minuten backen.

6.6.15
http://www.malteskitchen.de/baerlauch-gnocchi-mit-ricotta-kirschtomaten/

Bei diesem Rezept verwendete oder empfohlene Kochbücher / Utensilien / Produkte:

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Lasst es euch schmecken und bis demnächst mal wieder,

Malte.

11 Kommentare

    • Selbstgemachte Gnocchi sind auf jeden Fall ein absolutes Lieblingsessen von mir. Mein erster Versuch vor ein paar Jahren ging aber in die Hose und die Gnocchi hatten sich im Topf aufgelöst. 😀

  1. Petra ST. sagt

    Lieber Malte,
    morgen geht es sofort auf den Markt, um frischen Bärlauch zu besorgen und Dein tolles Rezept nachzukochen! Danke für die Inspiration; ich bin jetzt schon sicher, dass es mir grandios schmecken wird.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie wunderschöne Ostern und freue mich nach Deiner Pause auf neue schmackhafte Tipps, die wirklich immer „eine sichere Bank“ sind.
    Liebe Grüße,
    Petra.

    • Hallo Petra,

      vielen Dank für dein lieben Worte! 🙂 Ich bin sicher, die Gnocchi werden dir gefallen und ich wünsche dir und deinen Lieben auch wunderschöne Ostern!

      Liebe Grüße
      Malte

  2. Greggi sagt

    Die Fotos sind ja einmalig. Gratulation. Da kann man gar nicht anders, als das dazugehörige Rezept auszuprobieren. Hatte mir neulich das (bilderlose) Kochbuch „La Cucina“ von Callwey (2.000 Rezepte aus allen Regionen Italiens) zugelegt; da fehlt irgendwas, was einen animiert, das Kochen anzufangen. Also kommt Malte zuerst dran …
    Schöne Osterfreiertage!

    • Danke dir Greggi! Ich bevorzuge aber auch Kochbücher mit Fotos der Gerichte. Wenn ich nur Text habe, kann ich mir das fertige Gericht manchmal nur schwer vorstellen. Die Rezepte im La Cucina sind aber bestimmt Klasse, das Buch steht auch noch auf meiner Wunschliste.

      Dir auch schöne Feiertage!

  3. jassy9876 sagt

    Lieber Malte,
    wieder mal ein ganz tolles Rezept von dir. Selbst gemachte Gnocchi sind super. Aber ich muss zugeben, dass mir die Idee mit den Gnocchi oft spontan um 19:50 im Supermarkt kommt und ich dann gerne auch auf fertige zurückgreife. Aber selbstgemacht schmeckt auch hier eindeutig am besten. Ein tolles Rezept mit sehr appetitanregenden Bildern.
    Hab ein schönes Osterfest

    Jasmin

    • Hallo Jasmin,

      ich greife ja auch oft zu Fertig-Gnocchi und habe auch schon das ein oder andere Rezept mit Fertig-Gnocchi hier veröffentlicht. Gnocchi aus der Packung sind ein superschnelles Essen und die Zeit ist meistens eher knapp bemessen, da muss man Kompromisse finden. Das ist halt bei den meisten von uns so. Ich finde es ok und es gibt schlimmere Fertigprodukte als Gnocchi. Aber wenn ich dann mal die Zeit finde und sie selber machen kann, dann weiß ich das auch zu schätzen und freue mich über das was auf dem Teller liegt. Vom Geschmack her, ist das doch noch mal eine andere Liga. 🙂

      Ich wünsche dir auch ein schönes Osterfest!
      Liebe Grüße, Malte

  4. Gnocchi habe ich noch nie selber gemacht, sollte ich definitiv mal ändern. Mit dem Bärlauch stelle ich es mir auch toll vor. Kirschtomaten habe ich schon öfter so ähnlich gemacht. Passt gut als Beilage oder Sauce und ist schön frisch, fruchtig und doch herzhaft.
    Danke für das Rezept und frohe Ostern noch!

    • Gnocchi selber machen lohnt sich auf jeden Fall mal und eigentlich ist die Zubereitung auch ziemlich einfach. Man muss auf jeden Fall etwas Zeit mitbringen, dann machst das sogar richtig Spaß. 🙂

      Liebe Grüße, Malte

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